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Kampagne

"Schwanger! Alkohol? Dein Kind trinkt mit!" – City-Light-Poster-Aktion des Gesundheitsamtes startet

Nachricht vom 10.09.2019

Mit einer Plakat-Kampagne will das Gesundheitsamt zwei Wochen lang auf die oft unterschätzten Gefahren durch den mütterlichen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft aufmerksam machen.

v.l. Uta Nagel, Dr. Frank Renken, Birgit Zoerner, Frank Mertin

City-Light-Poster-Aktion des Gesundheitsamtes startet: v.l. Uta Nagel, Dr. Frank Renken, Birgit Zoerner, Frank Mertin
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Konsumiert eine schwangere Frau Alkohol, trinkt das ungeborene Kind in vollem Maße mit. Mehr noch: Da das Kind im Mutterleib nur sehr begrenzt Abbauenzyme für Alkohol zur Verfügung hat, ist es dem Alkohol viel länger ausgesetzt als seine Mutter. Es wird in seiner Entwicklung gehemmt und erfährt je nach Reifestadium und Alkoholmenge körperliche und kognitive Schädigungen. Mit einer Plakat-Kampagne will das Gesundheitsamt auf die oft unterschätzten Gefahren durch den mütterlichen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft aufmerksam machen.

Dank einer Spende der Sparkasse Dortmund in Höhe von 20.000 Euro kann das Gesundheitsamt ab dem 24. September zwei Wochen lang mit 120 City-Light-Postern in rund 25 U-Bahnhöfen auf diese Gefahren aufmerksam machen. Parallel findet am 27. und 28. September im Kongresszentrum der Westfalenhallen eine Fachtagung von fasd Deutschland zum Thema statt, der mit 450 Anmeldungen bereits ausgebucht ist.

Zum Hintergrund

Die durch den Alkoholkonsum der Schwangeren entstandenen Schädigungen des Kindes werden unter dem Begriff FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder, deutsch: Fetale Alkoholspektrumstörungen) erfasst. Sie sind die häufigste nicht erblich bedingte Ursache für kindliche Behinderungen. Dabei wären sie durch den Verzicht auf Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu 100 Prozent vermeidbar. Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich etwa 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen geboren. Etwa 4.000 von ihnen haben das Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) und sind lebenslang körperlich und geistig behindert.

Das Spektrum der nicht heilbaren Folgeerscheinungen ist vielfältig: Es drohen weitreichende Entwicklungsstörungen, körperliche Fehlbildungen, eingeschränkte Impulskotrolle, sozial unangemessenes Verhalten, Hyperaktivität, Merk- und Lernschwierigkeiten. Die betroffenen Kinder haben später große Probleme in der Bewältigung des Alltags.

Auf Initiative der Organisation FASDworld wird seit 1999 jedes Jahr am 9. September der "Tag des alkoholgeschädigten Kindes" begangen. Er macht auf die Situation von Kindern aufmerksam, die mit einer alkoholbedingten Schädigung geboren wurden.