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Digital-Gipfel

Expert*innen sprachen über digitale Chancen für Gesellschaft und Wirtschaft

Nachricht vom 30.10.2019

Am Dienstagnachmittag ging der zweitägige Digital-Gipfel (28. und 29. Oktober) der Bundesregierung in Dortmund zu Ende. Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Digitalgipfel 2019 in Dortmund

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (vorne, Mitte) zusammen mit den Minister*innen
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Die Bundeskanzlerin pries Dortmund als guten Standort für die Veranstaltung und lobte die Entwicklung der Stadt: "Wir sind hier in Dortmund in einer Region, die Wandel kennt. Aus hunderttausenden von Kohlekumpels sind hunderttausende von Studentinnen und Studenten geworden. Und so weiß diese Stadt, was Wandel bedeutet, und deshalb ist es ein guter Standort für unseren diesjährigen Digital-Gipfel."

Hunderte Expert*innen diskutierten in den zwei Tagen darüber, wie der digitale Wandel gestaltet werden kann und wie die Chancen der Digitalisierung am besten für Wirtschaft und Gesellschaft zu nutzen sind. Der Digital-Gipfel ist die zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels. Bundeskanzlerin Merkel stellte fest, dass solche Gipfel immer wieder die Möglichkeit böten, auf ein Ereignis hinzuarbeiten, im Anschluss eine Bestandsaufnahme zu machen und sich gegenseitig zu beleben und auszutauschen, um sich dann wieder an die Arbeit zu machen. Die Themen decken dabei eine Bandbreite von Infrastruktur über Digitalisierung der Wirtschaft, Systeme der Arbeitswelt, aber auch ethische Fragen wie zum Beispiel Verbraucherschutz ab.

Zeichen der Anerkennung

Schon am Morgen freute sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet darüber, dass der Digital-Gipfel nach Dortmund in die Metropole Ruhr gekommen ist und wertete dies als "Zeichen der Anerkennung des Wandels, der in dieser Region ständig stattfindet." So gäbe es seit Ende 2018 keine Bergleute mehr, weil die letzte Zeche geschlossen sei, aber es gäbe 280.000 Studierende in dieser Region auf 40 bis 50 Kilometern, "die dichteste Hochschullandschaft Europas."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier eröffnete offiziell den Haupttag der Veranstaltung: "Ich bin froh, dass wir heute in Dortmund sind." Hier hätten die Verantwortlichen schon ganz früh mit digitalen Überlegungen begonnen, so Altmaier, und erkannt, dass die industriellen Arbeitsplätze auf Dauer nur eine Chance haben, wenn sie sich in der virtuellen Welt des Internets verständigten und eine Koexistenz miteinander eingingen.

Auf digitalem Weg

Im Rahmen des Digital-Gipfels fand am Vortag die Veranstaltung "Der Staat als Digitalisierungsplattform" statt. Hier diskutierten und informierten sich Expert*innen insbesondere über die digitale Verwaltung und öffentliche IT. In seinem Grußwort betonte Oberbürgermeister Ullrich Sierau, dass der Strukturwandel für Dortmund eine Chance war und zwar von Kohle, Stahl, Bier hin zu einer erfolgreichen Wissenschaftsstadt: "Heute ist aus dem 3-Klang ein Tausendfüßler geworden. Wir sind breit aufgestellt mit einer starken Bildungs- und Forschungslandschaft. Wir haben Zukunft geschaffen." Dortmund steht heute für Logistik, Biotechnologie, Life Science, Sport und Informations- und Kommunikationstechnologie.

Sierau erklärte weiter, dass über 1.000 Unternehmen mit etwa 15.000 Beschäftigten zur digitalen Wirtschaft zählten. Damit wird Dortmund auch für andere ein wahrnehmbares Oberzentrum: Im vergangenen Jahr zeichnete die Stiftung Lebendige Stadt Dortmund mit dem Titel "Digitalste Stadt" aus. "Wir sind", so der Oberbürgermeister, "auf vielfältige Weise auf dem digitalen Weg."

Bilderstrecke: Digitalgipfel 2019 in Dortmund

Expert*innen sprachen über digitale Chancen für Gesellschaft und Wirtschaft

Am Dienstagnachmittag ging der zweitägige Digital-Gipfel (28. und 29. Oktober) der Bundesregierung in Dortmund zu Ende. Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Digitalgipfel 2019 in Dortmund 17 Bilder
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Höchste Transparenz für Bürger*innen

Christoph Dammermann, Staatssekretär im NRW-Ministerium Digitalisierung, verwies darauf, dass bei aller Digitalisierung gerade in den öffentlichen Verwaltungen die Bürger*innen das Gefühl haben müssten, bei den Entwicklungen mitgenommen zu werden. Der Blick müsse offen bleiben und es müssten auch immer wieder die Fragen gestellt werden: Wollen die Bürger*innen das und was benötigten sie auf dem Weg zur digitalen Verwaltung? "Wir wollen in NRW wenigstens die Gewerbescheinanmeldung rund um die Uhr online verfügbar machen", erklärte Dammermann. Hier schlösse sich die Überlegung an, wie die Hundesteuer oder die Kita-Anmeldung online möglich gemacht werden können. "Mein Traum ist, nach einem Umzug nicht mehr zur Verwaltung gehen zu müssen, sondern die Ummeldung einfach online zu erledigt."

Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium für Inneres, sah Deutschland in digitalen Lösungen schon ganz gut aufgestellt. Allerdings gibt es immer noch Optimierungsbedarf, etwa dass sich die Bürger*innen zukünftig bundesweit bei einer Behördenleistung lediglich auf einem einzigen Verwaltungsportal einloggen müssten. Auch sollten die Bürger*innen Daten nicht mehr eingeben müssen, die den Behörden schon vorlägen. "Wir brauchen für diese Prozesse das Vertrauen der Bürger*innen und Vertrauen schaffen wir über höchste Transparenz, indem den Bürger*innen die eingegebenen Daten vor der Verarbeitung noch einmal angezeigt werden und auch im Nachhinein abrufbar bleiben", erläuterte Vitt.

Der Digital-Gipfel wurde durch einen Sturz von Wirtschaftsminister Peter Altmaier überschattet. Nachdem er ins Dortmunder Klinikum Nord gebracht wurde, meldete er sich einige Zeit später per Twitter und bedankte sich beim fachkundigen Personal und die vielen Genesungswünsche, die ihn erreichten.

Gaye Suse Kromer, Anja Kador

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