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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Umwelt

Jury hat über die Gewinner des Dortmunder Bürgerumweltpreises und des Dortmunder Kinder- und Jugendumweltpreises 2019 entschieden

Nachricht vom 04.11.2019

Der Dortmunder Umweltpreis wird alljährlich in zwei Kategorien vergeben. 1983 wurde der allererste Bürgerumweltpreis in Dortmund verliehen, 1986 kam der Kinder- und Jugendumweltpreis hinzu. In jedem Jahr wird der Umweltpreis unter ein anderes thematisches Motto gestellt. In diesem Jahr konnten Beiträge zum Umweltthema "Lärm" eingereicht werden: "Mal laut, mal leise – Die Welt ist voller Gegensätze." Am 30. September war Abgabeschluss.

Jury hat über die Gewinner des Dortmunder Bürgerumweltpreises und des Dortmunder Kinder- und Jugendumweltpreises 2019 entschieden

(V.l.n.r.) Umweltberaterin Beate Zadow, Leiter des Umweltamtes Dr. Uwe Rath, Umweltberaterin Rita Schuchardt-Lüke
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Torsten Tullius

Der Preis soll insgesamt das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Umwelt stärken, dazu anzuregen, sich aktiv für den Schutz von Umwelt und Natur einzusetzen und die wichtige Auseinandersetzung mit Umweltproblemen fördern.

Der Bürgerumweltpreis ist dotiert mit 3.000 Euro, der Kinder- und Jugendumweltpreis mit 6.000 Euro. Die Jury kann jedoch selbst entscheiden, wie sie die Summen verteilt. So kann die Summe komplett an den jeweils ersten Platz gehen, oder sie kann (wie in diesem Jahr) auf alle Teilnehmer*innen je nach Platzierung aufgeteilt werden.

Die Vergabe des Jugendpreises wird von der Wilo SE und der Dr. Gustav Bauckloh Stiftung finanziell unterstützt. Die 19-köpfige Jury besteht überwiegend aus Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen.

In diesem Jahr gab es weniger Einreichungen als in den Vorjahren, obwohl die Umwelt allein schon aufgrund der Klima-Diskussion gesellschaftlich viel stärker als Thema wahrgenommen wird. Deshalb soll es einige Änderungen rund um den Umweltpreis 2020 geben. Dabei soll nicht mehr das Kalenderjahr den Turnus bilden. Schuljahr und Kindergartenjahr sollen den Vergabe-Rhythmus bestimmen. Im kommenden Jahr steht mit "Plastikmüll" ein neues, sehr populäres Thema im Mittelpunkt.

Die diesjährigen Preise werden am 13. November 2019 um 15:00 Uhr in der Bürgerhalle des Rathauses durch Bürgermeisterin Birgit Jörder verliehen.

Der Bürgerumweltpreis 2019

Weil es für diesen Preis nur eine einzige Bewerbung gab, entschied die Jury in dieser Kategorie nur 500 Euro Preisgeld zu vergeben. Diese Summe erhält Querwaldein e.V. Dortmund vertreten durch Denise Marquardt. Sie hat ein pädagogisches Konzept zum Thema "Mal laut, mal leise – im Wald" entwickelt. Dieses Konzept hat sie mit 4 (Fabido)-Kitagruppen naturpädagogisch im Süggelwald umgesetzt. Ebenso hat sie eine fünftägige Kinder-Ferienfreizeit am Schultenhof mit täglich fünf Stunden in den Sommerferien mit 15 Kindern im Alter zwischen sechs bis zehn Jahren zum Thema "Musikwerkstatt" durchgeführt.

Jury hat über die Gewinner des Dortmunder Bürgerumweltpreises und des Dortmunder Kinder- und Jugendumweltpreises 2019 entschieden

Ein Beispiel aus der Präsentation der Beiträge zum Kinder- und Jugendumweltpreis.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Christian Schön

Kinder- und Jugendumweltpreis 2019

Satzungsgemäß wurde das nicht ausgeschüttete Geld des Bürgerumweltpreises der Gewinnsumme des Kinder- und Jugendumweltpreises zugeschrieben, somit konnten hier 8.500 Euro an die Bewerber*innen verteilt werden. Alle eingereichten Beiträge zeigen, dass das Thema mit viel Engagement und großer Begeisterung bearbeitet wurde. Zur Nachahmung absolut zu empfehlen.

Die Jury zeichnet die folgenden Teilnehmer*innen mit einem Geldpreis aus:

1.600 Euro: Ev. TfK Eliaskinder Zum Förderturm

Die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren haben sich mit der Welt der Geräusche im Kindergarten auseinandergesetzt. Zunächst wurde die Funktion des Ohrs untersucht. Danach untersuchten die Kinder die unterschiedlichen Geräusche im Kindergarten. Unterschiedliche Lautstärken und die unterschiedliche Wirkung der Geräusche auf die Kinder wurden herausgestellt. Zur Visualisierung der Lautstärke wurde eine Dezibelskala gebastelt. Die Kinder sind mit einem Richtmikrofon durch den Kindergarten und das Außengelände gegangen und haben die schwer hörbaren Geräusche wahrgenommen. Damit sich die Kinder besser auf bestimmte Geräusche konzentrieren können, wurde ein Hör- und Suchspiel durchgeführt. Dabei wurden Kindern die Augen verbunden und ein anderes Kind machte Geräusche im Raum. Zur weiteren Sensibilisierung auf Geräusche haben die Kinder ein Geräuschspiel "Was hörst Du da?" entworfen. Die Kinder haben dafür Geräusche aus dem Kindergarten aufgenommen und ein Foto von der Geräuschquelle gemacht. Hier spielten die Kinder eine Art Geräuschmemory. Auf einem Spaziergang außerhalb des Kindergartens haben die Kinder ebenfalls mit der Lautstärkeskala Geräusche eingeordnet. Zum Abschluss wurden mit den Kindern Maßnahmen zur Lautstärkereduzierung besprochen. Die Kinder haben für sich Lösungen erarbeitet, um sich vor zu viel Lärm in der Kita zu schützen oder den anderen Kindern mitzuteilen, dass es ihnen zu laut ist.

1.500 Euro: NABU Kids

Die Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren haben ihrer Aktion den Namen "Unerhörtes Dortmund" gegeben. Die Kinder haben ein Hörspiel auf einer CD aufgenommen. In einer Geschichte wurden in Dortmund Orte mit vielen Geräuschen, Tönen, Lärm und Stille dargestellt. Mit Lärmpegelmessgeräten wurden Messungen durchgeführt und die Ergebnisse in einer Lärmkarte festgehalten. Die älteren Kinder haben die Ergebnisse in einer Geschichte festgehalten und daraus ein "Drehbuch" geschrieben. Schöne, ruhige Orte wurden besonders auf der Karte gekennzeichnet. Ebenfalls die lauten, störenden Geräusche.

1.300 Euro: Fabido TEK Kuithanstr.

Die zukünftigen Schulkinder haben sich mit dem Thema Lärm auseinandergesetzt. Eine Gruppe der Kinder hat die Lautstärke in der Kita untersucht. Mit einem Schallpegelmessgerät gingen die Kinder durch die Kita und haben die Lautstärke gemessen. Die Kinder stellten fest, dass ihnen eine leise Umgebung besser gefällt. Es wurden Lösungsansätze für eine leise Umgebung gesucht. Eine weitere Gruppe hat sich mit Lärm in der Umwelt beschäftigt. Dafür besuchten die Kinder die Ausstellung der DASA. Auch hier haben die Kinder Lösungsansätze für eine leisere Umwelt gesucht. Die dritte Gruppe setzte sich mit dem Thema "Ohr" auseinander. Ohrenkrankheiten aber auch die Ohrhygiene waren hier Ansatzpunkte. Das Thema der vierten Gruppe konnte leider nicht realisiert werden, da organisatorisch der Zoobesuch erst nach Abgabe des Wettbewerbsbeitrages erfolgen kann. Rückblickend hat die Kita Maßnahmen ergriffen, damit niemand unter Lärm leidet und jeder weiß, wann er auch laut sein darf.

1.200 Euro: Fabido TEK Humboldtstraße

Die Kita liegt in unmittelbarer Nähe zu den Städtischen Kliniken. Daher haben sich die Kinder mit dem Thema Lärm in unmittelbarer Umgebung in der Dortmunder Innenstadt auseinandergesetzt. Bei einem Spaziergang wurden der Lärm des Straßenverkehrs und die Ruhe der Grünanlagen bewusst verglichen. Die Geräusche der unterschiedlichen Verkehrsmittel wurden gegenübergestellt. Auch Abrissarbeiten an einer Baustelle wurden gehört und beobachtet. In der Kita selbst wurde der Lärm mit einer Lärmampel untersucht. Auf einer Exkursion haben die Kinder einen Imker besucht, um die leisen Tiere zu untersuchen. Während der Waldwochen wurde bewusst der Gegensatz zur lauten Umgebung in der Innenstadt gesucht und untersucht. Die Kinder nahmen aufmerksam die Geräusche des Waldes wahr. Es wurde genau hingehört und Tiere und Pflanzen beobachtet. Von einer Baumrinde wurde ein "Abdruck" gemacht und daraus entstand ein tolles Kunstwerk. Mit den Eltern wurden an einem Nachmittag gemeinsam zwei Spielstationen für das Außengelände gebaut. Es entstand ein Klangwand, die hauptsächlich aus nicht benötigten Alltagsgegenständen oder aus Abfallprodukten hergestellt wurde. Daneben wurde ein Schlauchtelefon gebaut, das aus einem Gartenschlauch und Trichtern bestand. Das Schlauchtelefon wurde über eine längere Strecke auf dem Gelände der Kita gespannt und mit Stützpfeilern über das Grundstück der Kita geführt.

900 Euro: Familienzentrum Siepmannstr.

Zwölf Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren haben sich mit dem Projekt an sechs Tagen auseinandergesetzt. Für das Projekt wurde ein Maskottchen (Manfred Maulwurf) hinzugezogen. Es wurde zunächst ein stiller Spaziergang unternommen, bei dem Geräusche in der Umgebung gesucht wurden. Die Kinder malten die Geräusche auf, die sie gehört hatten. Danach wurden Geräusche in der Kita gesucht. Dafür wurden den Kindern die Augen verbunden. Die Kinder erzählten von den Geräuschen dem Maskottchen. Auch die Funktion des Ohrs wurde untersucht. Die Bestandteile des Ohrs wurden visualisiert und die Schwingungen des Schalls im Ohr besprochen. Danach wurde das Tier gesucht, das am besten hören kann. Dafür wurde der Maulwurf besonders beobachtet. Aus ihren Beobachtungen und Ergebnissen haben die Kinder die Geschichte "Manfred Maulwurf sucht das schönste Geräusch…" geschrieben.

800 Euro: Kindernest Sterntaler e.V.

Die Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Aus der Bibliothek hat sich die Kita für das Thema eine Bücherkiste zusammenstellen lassen. Eine Lärmampel wurde im Kindergarten eingeführt und Ohrenschützer eingesetzt. Die Geräusche und die Erlebnisse der Kinder bei der Sprengung des Kraftwerkes Knepper wurden besprochen. Ein Spaziergang wurde zu einer Straßenbaustelle unternommen. In der Kita erfanden die Kinder eine Körpersprache, mit der sie versuchten ohne Laute zu kommunizieren. Das Projekt beinhaltete auch ein Waldwoche mit dem Thema "Horch, wie klingt der Wald?" Hier wurden die Kinder für die Geräusche im Wald sensibilisiert. Die Kinder bemerkten, dass im Wald auch "fremde" Geräusche zu hören waren, wie z.B. die Autobahngeräusche. Nach der Waldwoche bauten die Kinder aus einem Karton und mitgebrachten Naturmaterialien aus dem Wald und anderen Gegenständen aus der Kita den Wald nach und visualisierten so alle Geräusche.

600 Euro: AWO Unterbezirk Dortmund, KiTa Lumiland

Die Kinder zwischen null und sechs Jahren haben sich mit dem Thema in Projekten in den Räumen der Kita auseinander gesetzt. Sie stellten zunächst auf einem Plakat die Gegensätze von laut und leise dar. Es wurde eine Collage angefertigt mit Bildern, die die Geräusche symbolisch darstellen sollten. Sie sind in Gruppengesprächen auf ihre Gefühle zu den jeweiligen Geräuschen eingegangen und haben diese auf einem Plakat festgehalten. Verschiedene Körperteile wurden für die Erstellung der Geräusche eingesetzt. Aus einem Bogen Papier wurde ein Hörrohr gebastelt und festgestellt, dass sich die Geräusche damit intensiver und differenzierter wahrnehmen lassen. Die Kita plant demnächst einen "Laut"-Tag und einen "Leise" Tag.

600 Euro: Fabido Familienzentrum Lünener Straße

Das Familienzentrum hat sich mit dem Projekt "Nordstadtbienen – Unsere ruhige Oase im Großstadtgetümmel" auseinandergesetzt. Im Zentrum des Projektes stand das Umgraben der Fläche, das Aussäen der Samen, die Pflege der Wildblumen. Es wurden mit den Kindern Insektenhotels gewerkelt, ein Igelhotel zum Überwintern eigerichtet, eine Schmetterlings-Futterstation gebaut, Futterhäuschen für Vögel gezimmert und ein Komposthaufen angelegt. Unzählige Bienen, andere Insekten und andere Tiere (Vögel, Mäuse, Schmetterlinge) nutzten die Wiese als Nahrungsquelle. Im nächsten Jahr veranstaltet das Familienzentrum eine Frühjahrspflanzaktion mit den Eltern und den Kindern und erweitert die Wiese um 20 bis 30 Quadratmeter.