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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Soziales

Stadt plant Aufstockung des Verhütungsmittelfonds für bedürftige Frauen

Nachricht vom 05.11.2019

Bedürftige Frauen und Familien, die sich keine Verhütungsmittel leisten können, sollen künftig stärker durch den sogenannten Verhütungsmittelfonds unterstützt werden. Das plant die Verwaltungsspitze. Die Fondsmittel sollen von 50.000 Euro auf 80.000 Euro jährlich aufgestockt werden. Grund ist die gestiegene Nachfrage.

Die Verwaltungsspitze befasste sich in ihrer Sitzung am 5. November 2019 mit dem Verhütungsmittelfonds, den die Stadt Dortmund für bedürftige Frauen und Familien in besonders belastenden Lebensumständen zur Verfügung stellt. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Fondsmitteln so stark gestiegen, dass zahlreiche Anfragen zurückgewiesen werden mussten.

400 Betroffene pro Jahr

Vorbehaltlich der Zustimmung des Rates beabsichtigt die Verwaltung, die Fondsmittel aufzustocken. "Wir schlagen vor, die Summe von bisher 50.000 Euro ab 2020 auf 80.000 Euro jährlich zu erhöhen. Damit wird es möglich sein, rund 400 Betroffenen pro Jahr eine finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen", erläutert Sozialdezernentin Birgit Zoerner.

Die seit fast neun Jahren bereit gestellten städtischen Mittel verwalten das Soziale Zentrum Westhoffstraße e.V., die Schwangerschaftsberatungsstelle donum vitae e.V. und die AWO-Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung, Paar- und Lebensberatung.

Eine qualifizierte Beraterin klärt mit den Betroffenen in einem persönlichen Beratungsgespräch, ob neben einer wirtschaftlichen Notlage eine psychosoziale Situation vorliegt, die die Bewilligung von Fondsmitteln rechtfertigt. In der Regel muss ein geringer Eigenanteil übernommen werden.

Anspruch bei Versicherungen nur bis 22

Rechtlicher Hintergrund ist, dass im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung nur Versicherte bis zum vollendeten 22. Lebensjahr Anspruch auf Versorgung mit verschreibungspflichtigen empfängnisverhütenden Mitteln haben. Jenseits dieser Altersgrenze müssen auch Personen mit geringem Einkommen die Mittel für die Empfängnisverhütung selbst aufbringen.