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Verkehr

Dortmunder Bahngipfel: Strecke Münster - Lünen - Dortmund muss sofort ausgebaut werden

Nachricht vom 02.12.2019

Anlässlich des Bahngipfels am Montag, 2. Dezember, im Dortmunder Rathaus hat das Bahnbündnis Westfalen seine Forderung nach einem sofortigen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Münster - Lünen - Dortmund erneuert.

Vertreter von Städten, Gemeinden, Kammern, Gewerkschaften und Verbänden in Westfalen haben deutlich gemacht, dass der Zustand an dieser zentralen Stelle im Bahnnetz mit ihrer überregionalen Bedeutung keinen weiteren Aufschub mehr erlaubt. "Der Ausbau muss sofort in Angriff genommen werden. Der Verweis des Bundes oder der Bahn AG auf ausstehende Konzepte ist nicht zielführend und ein Hemmschuh. Die Notwendigkeit des Ausbaus liegt auf der Hand", so Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Sierau wies zudem auf die Umsetzung von Bahnprojekten in Süd- und Ostdeutschland hin und forderte eine entsprechende Gleichbehandlung der westfälischen Region. "Gleichwertige Lebensbedingungen sind eine durch das Grundgesetz formulierte Norm. Die Bundesregierung und der Bundestag sollten sich daran halten", so OB Sierau.

Dortmunder Bahngipfel: Strecke Münster - Lünen - Dortmund muss sofort ausgebaut werden

Das Bahnbündnis Westfalen hat seine Forderung nach einem sofortigen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Münster – Lünen – Dortmund erneuert.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Das Bahnbündnis Westfalen erwartet zudem, dass die Beteiligten bei Bund und Bahn das Gespräch mit dem Bündnis führen, bevor die Inhalte des Deutschland-Takts veröffentlicht werden.

Münsters Stadtbaurat Robin Denstorff, der den verhinderten OB Markus Lewe vertrat, sagte: "Der zweigleisige Ausbau der Strecke Dortmund - Lünen – Münster ist alternativlos und zwingend notwendig. Die Summe der gemeinsamen regionalen Aktionen zum Ausbau der Strecke zeigt seit langem, wie immens wichtig diese Strecke für die Region ist. Die Region erwartet nun Taten!"

Das Bahnbündnis Westfalen, das sich erneut auf Einladung von OB Ullrich Sierau und OB Markus Lewe (Münster) zum Gipfel in Dortmund getroffen hat, ist in den letzten Monaten stetig gewachsen. Auf dem letzten Treffen im August unterzeichneten Sierau und Lewe im Namen des gesamten Bündnisses einen Brief, in dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und der Vorsitzende des Vorstands der Bahn AG, Dr. Richard Lutz, zu einem Bahngipfel Westfalen eingeladen wurden. Weder Minister Scheuer noch Vorstand Lutz sind der Einladung nachgekommen. Richard Lutz stellte in seinem Antwortschreiben allerdings einen Ortstermin im ersten Quartal 2020 mit dem Start des Schienenersatzverkehrs in Aussicht – anlässlich der Ertüchtigung der eingleisigen Strecke.

Hintergrund

Der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Münster – Lünen – Dortmund beschäftigt die Region bereits seit über 30 Jahren. Schon 1985 wurde die Verbindung als Ausbaustrecke im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) erwähnt. Passiert ist seitdem nichts. Die Strecke ist nach wie vor ein Engpass in zentraler Lage im europäischen und deutschlandweiten DB-Netz. Mehrfach wurde in dieser Zeit an den Bund appelliert, die Gesamtstrecke zweigleisig auszubauen – unter anderem im Jahr 2013 mit einer Resolution der Städte Dortmund, Münster, Kreis Unna, Lünen, Werne sowie der IHK zu Dortmund und der IHK Nord Westfalen und dem Verkehrsverband Westfalen e.V. Im März dieses Jahres hat das Bahnbündnis Westfalen eine Resolution an den Vorstandsvorsitzenden der Bahn AG auf den Weg gebracht, im Mai 2019 wurden die Forderungen der Anlieger-Kommunen noch einmal in einem Brief an den Bundesverkehrsminister verdeutlicht.

Im Jahr 2018 wurde das Teilstück zwischen Münster und Werne in den vordringlichen Bedarf des BVWP 2030 als Teilausbau eines zweigleisigen Begegnungsabschnitts aufgenommen. Die Anrainer-Gebietskörperschaften kritisieren dies. Für sie ist das nicht ausreichend. Sie erneuern ihre Forderung

  • nach einem sofortigen komplett zweigleisigen Ausbau und
  • sowie die Wiederaufnahme eines stündlich fahrenden Fernverkehrs zwischen Dortmund und Münster.

In einer Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom 19. August 2019 auf das Schreiben des Bahnbündnis‘ Westfalen vom 21. Mai 2019 an den Bundesverkehrsminister erwähnt der Bund einen zweigleisigen Ausbau über sechs Kilometer bei Capelle -Ascheberg (Einstufung in den vordringlichen Bedarf des BVWP), weitere Prüfungen im Deutschland-Takt 2030 bezogen auf wirtschaftlich begründete Ausbauten sowie einen Schienenersatzverkehr für regionale Verkehre. Die großräumige Umleitung des Fernverkehrs während der Baumaßnahmen sei unumgänglich. Die Bahn kündigte zudem für den 6. Januar 2020 den Baubeginn der Reparaturmaßnahmen an. Damit geht eine Gesamtsperrung von Lünen bis Münster für Nah- und Fernverkehr einher. Der Regelbetrieb soll am 12. August 2020 wieder aufgenommen werden.

Das Bahnbündnis Westfalen hat am Montag, 2. Dezember, noch einmal hervorgehoben, dass der komplette zweigleisige Ausbau der Strecke den Zielen des im Bundesverkehrsministerium entwickelten Deutschland-Taktes 2030 entspricht. Die Voraussetzungen dafür müssen jetzt geschaffen werden. Die im Zukunftsbündnis Schiene formulierten Maximen sind nun vor Ort umzusetzen, so das Bündnis.