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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Emissionsfreie Innenstadt

Stadt möchte Dortmunder*innen zum "umsteiGERN" bewegen - Botschafter*innen gesucht

Nachricht vom 29.01.2020

"UmsteiGERN - Du steigst um. Dortmund kommt weiter" - mit diesem Slogan will die Stadt Dortmunder*innen zu klimafreundlicherer Fortbewegung motivieren. Häufiger vom Auto aufs Rad oder auf Bus und Bahn umsteigen - und zwar gern. Überzeugte Umsteiger*innen können sich als Botschafter*innen melden.

Andreas Meißner (Teamleiter Projektgruppe Emissionsfreie Innenstadt), Dr. Heinz-Josef Pohlmann (DSW 21) und Ludger Wilde (Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen) präsentieren das Logo zur Kampagne "umsteigern".

Andreas Meißner (Teamleiter Projektgruppe Emissionsfreie Innenstadt), Dr. Heinz-Josef Pohlmann (DSW21) und Ludger Wilde (Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen) präsentieren das Logo zur Kampagne "umsteiGERN".
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Die Verantwortlichen des Projekts "Stadtluft ist (emissions-)frei - Dortmunds Einstieg in eine emissionsfreie Innenstadt" wollen mit der Marketingkampagne möglichst viele Dortmunder*innen dazu motivieren, sich mit klimafreundlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen. Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, Andreas Meißner, Teamleiter der Projektgruppe Emissionsfreie Innenstadt sowie Dr. Heinz-Josef Pohlmann von DSW21 stellten die Kampagne am 29. Januar vor.

Ziel: 75 Prozent klimafreundliche Wege in die City

67 Prozent der Besucher*innen gelangen umweltfreundlich in die Dortmunder Innenstadt, d.h. sie gehen zu Fuß, fahren mit Bus oder Bahn oder E-Auto. Das zeigte 2014 eine Untersuchung des Instituts für Handelsforschung Köln. "Unser Ziel ist es, 75 Prozent zu erreichen. Dafür müssten Autofahrer*innen jede fünfte Autofahrt in die Innenstadt durch einen klimafreundlichen Verkehrsweg ersetzen. Dann haben wir einen wesentlichen Beitrag zu Luftreinhaltung und Klimaschutz getan", so Wilde. Das bedeutet z.B.: Einmal pro Woche für den Weg zur Arbeit das Auto stehen lassen.

Botschafter*innen können ihre eigene Geschichte erzählen

Damit noch mehr Menschen überzeugt werden können, nicht mit dem Auto in die City zu fahren, sucht die Stadt Botschafter*innen, die mit ihren persönlichen "umsteiGERN"-Geschichten werben - Pendler*innen, die bereits Park+Ride nutzen, Radfahrer*innen oder Fußgänger*innen aus Leidenschaft, überzeugte E-Auto-Fahrer*innen oder routinierte Nutzer*innen von Bus und Bahn.

Im Rahmen der Kampagne setzt die Stadt online und auf Werbeflächen die Vielfalt ihrer Botschafter*innen in Szene. Denn die überzeugendsten Beispiele geben Nachbar*innen, Mitschüler*innen, Kollege*innen aus dem näheren Umfeld. Es geht darum, persönliche Geschichten von echten Dortmunder*innen zu erzählen - und keine Models mit vorgefertigten Sätzen zu zeigen.

Zum Thema

Jede*r, der/die Botschafter*in fürs "umsteiGERN" werden möchte, kann sich über das Kontakt-Formular unter umsteigern.de melden. Die Daten werden an die Agentur CP/Compartner weitergeleitet, die dann den/die Bewerber*in kontaktiert - zum Kennenlernen, Fragen klären und für alles Weitere. Es gibt verschiedene Möglichkeiten mitzumachen - ob mit eigenem Foto und Geschichte oder nur mit eigenem selbst geschriebenen "GERN" als Bekenntnis zu umweltfreundlicher Mobilität.

"Mit der Kampagne zum UmsteiGERN wollen wir diejenigen zu umweltbewusstem Verkehrsverhalten motivieren, die Wege aufgrund der Entfernung oder guter ÖPNV-Anbindungen auch bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bus und Bahn oder elektrisch zurücklegen können, denen diese Möglichkeiten aber nicht immer bewusst sind", erläutert Wilde.

Mit dem Slogan "UmsteiGERN - Du steigst um. Dortmund kommt weiter." und der grafischen Umsetzung der Aktionsmarke zusammen mit einem schlüssigen Kommunikationskonzept hat die Agentur CP/Compartner die zehnköpfige Jury unter Vorsitz von Wilde begeistert und zu einem einstimmigen Juryvotum überzeugt. Jurymitglied Dr. Heinz-Josef Pohlmann, Marketingleiter bei DSW21, erläutert das Juryurteil: "Das Kunstwort Umsteigern ist doppelt positiv besetzt durch die Wortbestandteile 'steigern' und 'gern'."

"Wall-Still-Leben" für 2021 geplant

Zur Kampagne sollen auch Aktionen, z.B. für Rad- und Fußgänger*innen, gehören. Zu den Ideen gehören ein kostenloser Fahrrad-Check-up, Aktionen in den Stadtbahn-Stationen oder ein Aktions-Stand in der City. Die größte Aktion ist bereits jetzt geplant: Am 26. September 2021 soll der Wall beim "Wall-Still-Leben" für Fußgänger*innen und Radfahrende geöffnet werden.

Online-Karte zeigt geplante Veränderungen

Die Kampagne ist eng verbunden mit den Maßnahmen des Projektes "Emissionsfreie Innenstadt" und nimmt auch darüber hinaus Planungen auf. Auf www.umsteigern.de können Interessierte eine Karte einsehen, die die geplanten Maßnahmen darstellt. Die Nutzer*innen sehen sofort, für welche Mobilitätsform die Maßnahme gedacht ist und wo diese umgesetzt werden soll.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt "Stadtluft ist (emissions-) frei - Dortmunds Einstieg in eine emissionsfreie Innenstadt" wird zu 80 Prozent mit Mitteln der Europäischen Union gefördert - mit 6,4 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Stadt Dortmund trägt 1,4 Millionen Euro dazu bei. Es umfasst ingesamt 16 Maßnahmen für klimafreundliches Mobilitätsverhalten.

Bauliche Maßnahmen:

  • Umbau des Schwanen- und Ostwalls zum Radwall
  • Gestaltung der Nord-, Krim- und Leuthardstraße sowie der Arndtstraße als Fahrradstraßen
  • Prüfung und Anpassung der Fußgängerquerungen am Wall
  • Realisierung einer Park & Ride-Anlage mit Bike & Ride-Angebot am S-Bahnhof Kley
  • Zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder

Planungsprojekte:

  • Planung einer Radstation in der Nähe des Rathauses
  • Durchgrünung des Gebietes um den Wallring
  • Machbarkeitsstudie für den Umbau des Wallringes zum Vorteil der Radfahrer

Maßnahmen zum Mobilitätsmanagement:

  • Beratung für Beschäftigte und Besucher*innen der City
  • Weniger Hol- und Bringverkehre für Kitas und Schulen
  • Nahmobilitätskonzepte für das Klinikviertel im Süd-Westen der Innenstadt und für das Brügmannviertel rund um die Berufskollegs an der Geschwister-Scholl-Straße

Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität:

  • Einrichtung eines temporären Mikrodepots für emissionsfreien Lieferverkehr am Ostwall
  • Bevorzugung von E-Taxen am Hauptbahnhof
  • Förderung und Zertifizierung von Elektromobilität bei Dienstleistern und Handwerkern

Öffentlichkeitsbeteiligung:

  • Dialogveranstaltungen, wie sie im Rahmen des Masterplans Mobilität 2030 bereits in der Dortmunder Stadtgesellschaft etabliert sind.

Im Rahmen des Projekts sucht die Stadt zehn Unternehmen, die sich zum Thema Mobilitätsmanagement beraten lassen möchten. Auch zehn Kindertagesstätten und zehn Schulen sollen Beratung erhalten, wie die Zahl der sogenannten "Eltern-Taxis" verringert werden kann.

Zum Thema

Weiterführende Informationen zum Förderprojekt "Stadtluft ist (emissions-)frei - Dortmunds Einstieg in eine emissionsfreie Innenstadt" sind auf der Webseite zu finden.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.