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Umwelt

Erste große Pflanzaktion des neuen Grünflächenamtes: Zukunftsbäume und Blumen für "Londoner Bogen" als Ersatz für kranke Kastanien

Nachricht vom 07.02.2020

Die Pflanzung am Londoner Bogen ist die erste Aktion, mit der das neue Grünflächenamt sich am Donnerstag, 6. Februar, der Stadtöffentlichkeit präsentiert. Das neue Amt ist mit Jahresbeginn an den Start gegangen. Mit seiner Schaffung soll der wachsenden Bedeutung des Grüns in der Stadt Dortmund zukunftsorientiert, auch organisatorisch, entsprechendes Gewicht verliehen werden.

Erste große Pflanzaktion des neuen Grünflächenamtes: Zukunftsbäume und Blumen für „Londoner Bogen“ als Ersatz für kranke Kastanien

Azubis des Grünflächenamtes, Heiko Just (stellvertretender Leiter Grünflächenamt, Mitte), OB Ullrich Sierau ( 2.v.r.), Ulrich Finger (Leiter Grünflächenamt, re.)
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Es ist zwei Jahre her, dass am Londoner Bogen auf der Stadtkrone Ost alle alten Kastanien gefällt werden mussten. Die Kastanienkrankheit hatte sie befallen – eine Infektion mit Baumbakterien (Pseudomonas) hatte ihre Rinde anfällig für Pilze gemacht. Seit dem 14. Januar bepflanzen 13 Auszubildende des neuen Grünflächenamts die Standorte mit 79 Zukunftsbäumen und sorgen für deren Unterbepflanzung. Im Rahmen eines Ortstermins am Donnerstag, 6. Februar, konnten Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung sowie zahlreiche Bürger*innen die laufenden Arbeiten in Augenschein nehmen.

Dieser Ansatz besitzt Modellcharakter für die ganze Stadt: "Mit Maßnahmen dieser Art werden wir künftig dem Klimawandel in unserer Stadt begegnen. Dabei setzen wir auch auf die gute Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen anderer Fachbereiche, etwa der Stadtentwässerung oder dem Umweltamt", erläutert der stellvertretende Amtsleiter Heiko Just diese perspektivische Ausrichtung, die auf aktuellen Erkenntnissen beruht.

Der Boden wird dafür komplett ausgetauscht und mit besonderem Pflanzsubtrat auf die Aufnahme der Jungbäume vorbereitet (Baumscheibensanierung). Statt einer Monokultur setzt das Grünflächenamt nun auf Vielfalt und Mischkultur aus hauptsächlich drei verschiedenen Baumsorten: die Hopfenbuche und zwei Sorten Feldahorn.

Neue Pflanztechniken im Einsatz

Die Bäume werden auch mit extremen Umfeld- und Klimabedingungen fertig, so mit Trockenperioden, wie Gabriel Mills erklärt: "Die Ballen der Bäume werden vor dem Einsetzen etwa von einem 'Water Tape' umspannt. Das ist eine Art Netz, das wie ein Wasserspeicher fungiert. Selbst kleinste Wassermengen saugt das Tape auf und gibt diese stetig an den Ballen weiter." Außerdem sorgt die Verkürzung der Balken, die die jungen Bäume stützen, für eine höhere Flexibilität. Durch deren Reduzierung von einem Meter achtzig auf einen Meter, hat der Baum insgesamt mehr Beweglichkeit. Das hält zum Beispiel die Wurzeln geschmeidiger, was einen festeren Stad garantiert. Gabriel Mills ist einer von drei Praxisanleitern, die das Projekt zusammen mit den Auszubildenden aus allen drei Lehrjahren geplant und vorbereitet haben.

Vielfältiges Angebot für Insekten

Baumscheiben sollen künftig keine Mangelstandorte mehr sein. Stauden, Wildblumenflächen und Intensivrasenflächen werden die Flächen nicht nur grün und bunt färben, sondern auch ein Angebot für viele Insekten darstellen. Damit werden auch die Inhalte des Labels " Stadtgrün naturnah ", dass die Stadt Dortmund in 2019 erhalten hat, weiter umgesetzt.

Bis Mitte Februar sollen alle Bäume stehen, bevor sich nach einer kurzen Pause im März die Unterbepflanzung anschließt.

Die Kosten der Maßnahme liegen bei rund 50.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt zu einem großen Teil aus dem Budget der Bezirksvertretung Aplerbeck.

Gute Kommunikation mit den Anwohner*innen

Den Anliegern gilt ein besonderer Dank, die die Arbeiten in den letzten Wochen verfolgt haben und die damit verbundenen Einschränkungen, wie teilgesperrte Parkstreifen oder teils verunreinigte Gehweg- und Fahrbahnflächen, gerne hingenommen haben. Mit einem Flyer, der ebenfalls zur Durchführung des Projekts gehört, wurden die Anwohner*innen im Vorfeld informiert.

Tiefbaubezirk und EDG sorgen während bzw. nach jeder Arbeitswoche für die Reinigung der Flächen, für das Absperren der Parkflächen zeichnet das Ordnungsamt verantwortlich.

"Grün" soll an Bedeutung gewinnen

Die Pflanzung am Londoner Bogen ist die erste Aktion, mit der das neue Grünflächenamt sich der Stadtöffentlichkeit präsentiert. Das neue Amt ist mit Jahresbeginn an den Start gegangen. Mit seiner Schaffung soll der wachsenden Bedeutung des Grüns in der Stadt Dortmund zukunftsorientiert, auch organisatorisch, entsprechendes Gewicht verliehen werden.

Das neue Grünflächenamt ist verantwortlich für eine Fläche von rund 9.350.000 m² – das entspricht etwa 1.300 Fußballfeldern. Gut die Hälfte dieser Fläche, rund 4.700.000 m², befindet sich in Grün- und Parkanlagen. Der Rest verteilt sich auf fast 800 verschiedene Anlagen wie Kinderspielplätze, Außenanlagen von Schulen und Kindertagesstätten und Sportanlagen. Außerdem kümmert sich das Grünflächenamt um rund 150.000 Bäume im Straßenraum, in Parks und Anlagen.

Wechsel ins Dezernat Bauen und Infrastruktur

In der Startorganisation setzt das Amt auf die rund 200 Planstellen und die Strukturen, die es zuvor schon unter dem Dach des Tiefbauamtes hatte. Konkret werden zwei Abteilungen weiter geführt: 1) die Abteilung Stadtgrün mit den Aufgaben Objektplanung Freiflächen, Objektplanung Infrastruktur, sowie der generellen Planung und Baudurchführung im Neubau und Bestand. 2) der Teilbereich Technische Dienste Grün – dazu gehören die Beschäftigten des gärtnerischen Betriebs der Stadt, zuständig für die Grünpflege und die Grünflächenunterhaltung.

Das Grünflächenamt wird geleitet von Ulrich Finger (Gründungsbeauftragter) und Heiko Just (Stellvertreter) und ist dem Dezernat Bauen und Infrastruktur zugeordnet.

Zum Thema

Angehängt als PDF-Dokument zum Download finden Sie den Übersichtsplan zu den Pflanzungen am Londoner Bogen sowie den Info-Flyer für die Bürger*innen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.