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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

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Coronavirus

Stand 5. März 2020: Interview mit Dr. Frank Renken zu den ersten Corona-Fällen

Nachricht vom 05.03.2020

Update (05.03.2020, 17:20): Pressekonferenz - zwei Dortmunder*innen positiv getestet

Heute Vormittag erhielt das Gesundheitsamt die Meldung über zwei auf das Coronavirus positiv getestete Personen. Beide Patienten zeigen nur geringe Symptome. Alle erforderlichen Maßnahmen sind eingeleitet. Es handelt sich um die ersten Personen in Dortmund, die sich nachweislich mit dem Virus infiziert haben.

In einer Pressekonferenz gab der Dortmunder Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken Auskunft.

In welchem Rahmen sind die beiden Personen getestet worden?

Die beiden Personen - ein Mann und eine Frau im Alter von 64 und 61 Jahren - haben sich im Gesundheitsamt mit Symptomen vorgestellt. Dort wurde ein Abstrich genommen und auf das Coronavirus getestet. Das Ergebnis war positiv.

Wie geht es den Personen und wie schwer sind die Symptome?

Beide Personen haben nur leichte Symptome. Die Personen leben gemeinsam in der Innenstadt. Dort sind sie unter häusliche Quarantäne gestellt.

Wo haben sich die Personen infiziert?

Beide Personen waren vor kurzer Zeit im Iran. Die Zeit der Rückkehr aus dem Iran passt in die 14-tägige Inkubationszeit.

Wie ermittelt das Gesundheitsamt Personen, mit denen die Betroffenen Kontakt hatten?

Dr. Renken: "Wir machen jetzt die notwendige Untersuchung im Umfeld. Wir befragen die beiden Personen in ihrer Wohnung zu ihrem Aufenthaltsort in den vergangenen 14 Tagen und bitten sie eine Namensliste mit den Kontaktpersonen zu erstellen. Dabei ist es auch wichtig, ob sie noch in anderen Orten innerhalb von Deutschland waren, denn wir haben die Verpflichtung in einem solchen Fall andere Kommunen zu informieren. Anschließend müssen die Kontaktpersonen aus Dortmund von uns kontaktiert werden, wir würden sie zuhause aufsuchen und ebenso befragen. Wir gehen von maximal 40 Kontaktpersonen aus."

Was rät das Gesundheitsamt den Menschen, die mit den beiden Personen in Kontakt waren?

Erst wenn die Personen konkret ermittelt sind - was zu diesem Zeitpunkt noch nicht der Fall ist - wird über die notwendigen Maßnahmen entschieden.

Dr. Renken: "Wenn es einen engen Kontakt gab - man ist sich nahe gekommen auf ein bis zwei Meter, man hat etwa längere Zeit in dieser Distanz Abendbrot gegessen oder sich unterhalten - dann gibt es einen konkreten Ansteckungsverdacht und der muss zunächst ausgeräumt werden. Deshalb würde man dann eine Person sofort in Quarantäne nehmen und einen Abstrich machen - und dann weiterverfahren in Abhängigkeit des Abstrichergebnisses und davon, wie es den Menschen geht."

Gibt es Veränderungen zum Thema Veranstaltungen?

Bisher gibt es keine Veränderungen zum Thema Veranstaltungen. Die Lage wird stetig beobachtet und bewertet.

Wie gut sind die Krankenhäuser mit Schutzausrüstung ausgestattet?

Über den konkreten Fall der Corona-Infektionen in Dortmund hinaus, informierte Dr. Renken über eine Entscheidung aus einer Koordinationsrunde zur medizinischen Versorgung, die am heutigen Tage stattgefunden und an der er teilgenommen hat. Diese tagt nun wöchentlich mit Vertreter*innen der Krankenhäuser der Pflegeeinrichtungen, der Wohlfahrtsverbände, der niedergelassenen Ärzteschaft, Rettungsdienste und Feuerwehr. Ziel ist der Austausch von Problemlagen und den daraus folgenden Absprachen.

Dr. Renken: "Dort ist das Thema der Schutzausrüstungen angesprochen worden. So sind u.a. Mund-, Nasenschutz, Desinfektionsmittel und Handschuhe nicht in unbegrenzter Menge vorhanden. Die Nachschubsituation ist auch problematisch. Das macht besondere organisatorische Maßnahmen notwendig. Deshalb wird es Einschränkungen in der Besuchssituation in Krankenhäusern bei Patient*innen geben, die nur in Schutzausrüstung besucht werden dürfen. Darauf haben sich die Krankenhäuser einvernehmlich geeinigt. Das betrifft ganz 'normale' Patient*innen auf ganz 'normalen' Stationen mit ganz 'normalen' Diagnosen - also keine Corona-Patient*innen. Hier wird es eine begrenzte Besuchsregelung geben. Das ist wichtig, weil es sich um die gleiche Schutzausrüstung handelt, die auch das Pflegepersonal für die Betreuung von Patient*innen benötigt. Für diese Regelung wird um Verständnis gebeten."

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.