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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

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Coronavirus

Stand 10. März 2020

Nachricht vom 10.03.2020

Update (10.03.2020, 14:00 Uhr): Revierderby ohne Zuschauer*innen - Stadt wartet auf Erlass des Landes NRW

Update (10.03.2020, 14:00 Uhr): Revierderby ohne Zuschauer*innen - Stadt wartet auf Erlass des Landes NRW

In der Pressekonferenz am 10. März, im Anschluss an die Sitzung des Verwaltungsvorstandes, gab Oberbürgermeister Ullrich Sierau eine Einschätzung der Lage zum Coronavirus. Dabei schärfte er den Blick für eine Neubewertung der Situation im Hinblick auf die Verbreitungsdynamik des Virus. Sierau: "In Zukunft werden die Zahlen derer, die sich infizieren stark ansteigen und das exponentieller als bisher." Auf Dortmund übertragen bedeute dies, "dass auch wir hier gefährdet sind." Das beziehe sich insbesondere auf ältere Personen, chronisch Erkrankte sowie Menschen mit besonderen Vorerkrankungen. Die oberste Prämisse sei die Fürsorge und Vorsorge der Bevölkerung gegen eine Infektion.

Oberstes Ziel: Infektionsketten unterbrechen

"Unser oberstes Ziel als Kommune muss es deshalb sein, Infektionsketten zu unterbrechen und somit einen zu Beitrag leisten, um die Infektionsgeschwindigkeit auszubremsen", machte der Oberbürgermeister deutlich.

Bei einem Gespräch am Vorabend in Düsseldorf mit Vertreter*innen der Kommunen hat NRW-Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann angekündigt, im Laufe des 10. März einen Erlass auf den Weg zu bringen, der Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen künftig nicht mehr zulässt. Dieser Erlass wird für den Dienstagnachmittag erwartet.

Städtische Veranstaltungen bis Mitte April werden verschoben

Vorbehaltlich dieses Erlasses, der für die Kommune bindend wäre, hat der Verwaltungsvorstand nach intensiver Diskussion beschlossen, ab Ende der Woche bis vorerst Mitte April sämtliche Veranstaltungen mit über 1.000 Personen, die die Stadt zu verantworten hat, zu verschieben.

Besonders wichtig ist dem Oberbürgermeister, die nun anstehenden Prozesse im Konsens mit allen Beteiligten zu begleiten, denn nur so könne Akzeptanz für die Entscheidungen generiert werden. "Wir werden den Prozess moderieren. Wir wollen Rechtssicherheit und deshalb brauchen wir Akzeptanz und das geht nur im Konsens", betonte Sierau. Im Sinne dieser Entscheidung wird das Revierderby zwischen Borussia Dortmund gegen Schalke am Samstag, 14. März, ohne Zuschauer*innen ausgetragen werden. "Das ist keine Spaß- und Spielverderberei, sondern es geht um die Gesundheit der Zuschauer*innen", so der Oberbürgermeister. Außerdem sei man in Gesprächen mit dem Veranstalter des Reitturniers "Signal-Iduna-Cup". Die Baumesse NRW soll nicht stattfinden. Beide Veranstaltungen würden in dieser Woche beginnen und in den Westfalenhallen stattfinden.

Gefährdete Gruppen schützen

Gesundheitsdezernentin Brigit Zoerner unterstrich den wesentlichen Grundgedanken: "Man versucht, die gefährdeten Gruppen – wie Ältere und chronisch Kranke - durch Eingriffe in das Infektionsgeschehen zu schützen." Damit diese aber im Infektionsfall gut versorgt werden können, müsse die Leistungsfähigkeit der Gesundheitsversorgung aufrecht erhalten bleiben und die im Gesundheitssystem tätigen Menschen geschützt werden.

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken: "Die zentrale Abstrichstelle im Gesundheitsamt hat sich bewährt. Der Mangel an persönlicher Schutzausrüstung macht es für die niedergelassenen Ärzte schwierig, Abstriche zu nehmen. So konnten wir in der vergangen Woche über 100 Abstriche machen – und haben somit an zentrale Stelle Informationen über alle Ergebnisse, auch über die negativen."

Kontaktpersonen nicht immer identifizierbar

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nach wie nach vor vier bestätigte Coronafälle in Dortmund. Am gestrigen Montag testete das Gesundheitsamt allein 79 Personen auf den Virus. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Nach Aussage von Dr. Renken hat sich das Risikoprofil der Ansteckung mittlerweile geändert: "So konnten wir bei den getesteten Personen nicht immer alle Kontaktpersonen identifizieren." Das heißt, dass sich Menschen theoretisch anstecken können, ohne wissentlich Kontakt zu Infizierten gehabt zu haben bzw. sich vorher in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten zu haben.

Eigenes Verhalten anpassen

Deshalb appellierte Oberbürgermeister Ullrich Sierau an die Bürger*innen im Sinne der Gesundheit besonders gefährdeter Personengruppen, das eigene Verhalten anzupassen und so das Infektionsrisiko zu minimieren: "Ich hoffe, dass alle den Ernst der Lage erkennen. Es ist der Zeitpunkt, dass wir zusammenrücken." Die Stadt Dortmund will – wenn der erwähnte Erlass des Landes vorliegt – am Mittwoch, 11. März, im Laufe des Tages mitteilen, ob auch öffentliche Veranstaltungen unter 1.000 Besuchern*innen Einschränkungen unterworfen werden. OB Sierau kündigte an, dass Veranstaltungen der Stadtverwaltung, die sie selbst verantwortet, weitestgehend abgesagt oder verschoben werden.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.