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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

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Coronavirus

Städtische Diagnostikstellen ändern Teststrategie - Kliniken rüsten auf

Nachricht vom 24.03.2020

Die Diagnostikstellen im Gesundheitsamt und am Klinikum Nord verändern ab sofort ihre Strategie bei der Testung auf den Coronavirus. Es werden nicht mehr nur Kontaktpersonen und Rückkehrer aus Risikogebieten getestet, sondern alle, die eine für Covid19 typische Symptomatik aufweisen.

Es werden nun nicht mehr nur Rückkehrer aus einem Risikogebiet oder Kontakpersonen von Infizierten, die das Gesundheitsamt ermittelt hat, auf das Coronavirus getestet. Ab sofort werden alle Personen getestet, die Symptome aufweisen, die zu einer Covid19-Erkrankung passen.

Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamtes, erklärt: "Wir testen nun über die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts hinaus. Aktuell sind die Fallzahlen kleiner, da die Risikogruppe der Personen, die aus Risikogebieten wie Italien oder den Skigebieten kommen, kleiner wird. Diese 'Rückkehrer' wachsen langsam aus der Inkubationszeit heraus." Daher wurden zuletzt im Verhältnis wenige Tests durchgeführt. Nach wie vor kontaktiert das Gesundheitsamt die Menschen, die mit Infizierten in Kontakt waren. "Wir wollen wissen, ob es, neben den Patient*innen, die wir gezielt gesucht haben, Menschen gibt, die sich unerkannt angesteckt haben", so Renken. Die Tests sollen in erster Linie in der neuen Diagnostikstelle Klinikum Nord durchgeführt werden.

Menschen, die keinerlei Symptome aufweisen, werden weiterhin nicht auf das Coronavirus getestet.

Klinikum Nord und Knappschaftskrankenhaus als Schwerpunktkliniken

Sollte sich die Lage verschärfen, d.h. sollten Menschen in größerem Maße an Coronavirus-Infektionen erkranken, würde die stationäre Versorgung in den zwei Schwerpunktkrankenhäusern Klinikum Nord und Knappschaftskrankenhaus in Brackel vorgenommen werden, bestätigte er die letzte Woche schon angekündigte Maßnahme. Als dritten Schwerpunkt ist das St.-Johannes-Krankenhaus geplant, sollte noch weiterer Bedarf bestehen.

Dr. Renken: "Die Diagnostikstelle am Klinikum Nord ist zunächst für den ambulanten Bereich gedacht. Die Stelle ist aber auch schon als kleine Behandlungseinheit aktiv, d.h. Betroffenen mit einer Infekt-Symptomatik kann dort schon durch die anwesenden Kassenärzte geholfen werden." In den drei Schwerpunktkrankenhäusern stehen insgesamt 760 Betten zur Verfügung "und nach derzeitigem Stand sind es 100 Beatmungsplätze. Es sind weitere Beatmungsgeräte beantragt worden", so Dr. Renken. Mit den beantragten Geräten wären die Häuser in der Lage, ihre Beatmungskapazität auf bis zu 200 Betten auszubauen.

Möglichkeit eines Behelfskrankenhauses in Prüfung

Aktuell werden die Möglichkeiten für den Aufbau eines Behelfskrankenhauses geprüft. Denkbar sind große Hallen, wie etwa die Westfalenhallen oder auch große Sporthallen. Dabei müssen verschiedene Kriterien berücksichtigt werden - wie etwa, ob innerhalb dieser Hallen kleinere Räume für z.B. Aufenthalts-, Schlaf- und Behandlungsmöglichkeiten geschaffen werden können. Dazu Dr. Renken: "Das hat unter anderem mit den Ressourcen der Umgebung zu tun, weil man für den pflegerischen Bereich die notwendigen sanitären Einrichtungen benötigt, die über Toilettenanlagen hinaus gehen." Alternativen sind außerdem Schulen, die frei sind und über Duschen verfügen. Darüber hinaus müssen personelle Ressourcen geschaffen werden und die Belieferung von Material muss sichergestellt sein. Der Mediziner erklärte: "Wir gehen davon aus, dass wir im Notfall bis zu 1.000 weitere Betten benötigen, um einem schweren Verlauf gerecht werden zu können."

Alle anderen Dortmunder Kliniken und Krankenhäuser entlasten die Schwerpunktkrankenhäuser, indem sie Patient*innen übernehmen, die nicht am Coronavirus erkrankt sind. "Wir haben eine sehr gute Planungsgrundlage und sind damit für die Stadt Dortmund und die Bürger*innen gut aufgestellt", ist Dr. Renken zuversichtlich.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.