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Coronavirus

Ehemals Corona-Infizierte als Plasma-Spender gesucht: Klinikum will ab sofort Antikörper nutzen

Nachricht vom 09.04.2020

Nicht nur die Symptome, sondern das Virus selbst bekämpfen: Ehemalige Covid-19-Patient*innen können ab sofort denen helfen, die mit schwerwiegenden Krankheitsverläufen auf der Intensivstation liegen. Mit nur einer Plasma-Spende kann bereits eine komplette Antikörper-Therapie ermöglicht werden.

Ehemals Corona-Infizierte als Plasma-Spender gesucht: Klinikum will ab sofort Antikörper nutzen

Neue Therapie-Methode für schwerkranke Covid-19-Patient*innen
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Klinikum Dortmund

Daher bittet das Klinikum Dortmund darum, dass sich alle, die eine Corona-Infektion bereits überstanden haben, in der hauseigenen Blutspende (Alexanderstraße 6-10) melden. Voraussetzung: Die Spender*innen müssen seit über vier Wochen genesen sein. Schon nach Ostern sollen die ersten Antikörper-Therapien bei schwererkrankten Covid-19-Patient*innen starten.

Wenn Menschen eine schwere Virusinfektion überstehen, bildet ihr Immunsystem Antikörper, die für lange Zeit vor einer erneuten Infektion mit dem gleichen Virus schützen. "Die Antikörper befinden sich speziell im Plasma, also im flüssigen Teil des Blutes", sagt Dr. Anna-Maria Zuliani, Oberärztin im Institut für Transfusionsmedizin des Klinikums Dortmund. "Eine einzelne Spende umfasst etwa 750 ml Plasma. Daraus lassen sich bereits drei Therapie-Einheiten gewinnen, die unsere Covid-19-Patienten dann als Transfusion an drei verschiedenen Tagen erhalten und die ihr Immunsystem darin unterstützen sollen, eine Resistenz aufzubauen."

Erste Antikörper-Therapien sollen bereits nach Ostern starten

Mit den ersten Voruntersuchungen von potentiellen Spender*innen habe man bereits begonnen. "Wir untersuchen natürlich vor der Freigabe das Plasma, wie bei jeder anderen Spende auch, die bei uns getätigt wird. Zusätzlich suchen wir Antikörper und machen einen Corona-Abstrich beim Spender", so Dr. Zuliani. "Diejenigen, die noch nicht genesen sind, kommen in guten vier Wochen als Spender infrage."

Aufwandsentschädigung für alle Spender*innen

Alle Plasma-Spender*innen erhalten in der Alexanderstraße 6-10 eine Aufwandsentschädigung über 20 Euro. Eine nachgewiesene, auskurierte Covid-19-Infektion ist natürlich Voraussetzung. Spendefähig sind zudem alle zwischen 18 und 60 Jahren (männliche Dauerspender bis zu 68 Jahre) ohne relevante Vorerkrankungen.

Frauen, die bereits schwanger waren (hierunter zählen auch Fehlgeburten) sind aus immunologischen Gründen derzeit von der Plasma-Spende ausgeschlossen.

Zum Thema

Sie wollen helfen und kommen für eine Plasma-Spende infrage? Melden Sie sich gerne per Telefon oder E-Mail beim Klinikum Dortmund.

Dieser Beitrag befasst sich mit Angelegenheiten einer Beteiligungsgesellschaft der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.