Dortmund überrascht. Dich.
Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Informationen zum Coronavirus

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) kommt es zu Einschränkungen der Öffnungszeiten und Erreichbarkeiten der Stadtverwaltung und städtischen Einrichtungen.

Weitere Informationen zur aktuellen Lage finden Sie unter:
corona.dortmund.de sowie in unserem Live-Ticker

Nachkriegszeit

"Dora war nicht im Widerstand": FH-Studierende zeigen Multimedia-Installation in der Steinwache

Nachricht vom 28.07.2020

In der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache stellen Studierende der Fachhochschule (FH) Dortmund eine Multimedia-Installation zur Nachkriegszeit aus - am Beispiel ihrer Urgroßmutter Dora. Die Ausstellung ist noch bis zum 13. August in der ersten Etage zu sehen und zu hören.

Blick in den Ausstellungsraum

Multimedia-Installation der FH Dortmund in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Steinwache

Dora, 45 Jahre alt, dreifache Mutter und alleinige Versorgerin: Sie war eine von Millionen "durchschnittlichen Deutschen" der Nachkriegszeit. Zwei Studierende der Fachhochschule Dortmund haben sie nun zum Sprechen gebracht: Jan und Sophia Firgau haben sich für ihre Abschlussarbeit im Studiengang "Szenografie und Kommunikation" an der FH Dortmund am Beispiel ihrer Urgroßmutter mit der Rolle der zahlreichen Mitläufer*innen und dem Fortbestehen der NS-Ideologie in der Nachkriegszeit beschäftigt.

Installation aus Film und Fotos, Text und Audios

Entstanden ist eine Installation aus Film und Fotos, Text und Audios, die noch bis 13. August in der ersten Etage der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in der Steinstraße 50 gezeigt wird.

Dora ist eine von vielen, eine Überzeugte. Inmitten ihres zerfallenden Weltbildes gibt sie Einblicke in Alltag und Ideologie, in letzte Hoffnungen, erzürnte Ungläubigkeit und tiefe Enttäuschung. Ein wiederentdecktes Tagebuch als rares Zeugnis der deutschen Nachkriegsmonate gibt seltene Einblicke in eine von der NS-Propaganda durchdrungene Gedankenwelt.

Tagebuch aus den Jahren 1945 und 1946

Dora war eine von vielen, eine Überzeugte. Inmitten ihres zerfallenden Weltbildes gibt sie in ihrem Tagebuch aus den Jahren 1945 und 1946 Einblicke in Alltag und Ideologie, in letzte Hoffnungen, erzürnte Ungläubigkeit und tiefe Enttäuschung. Ihr in einem Koffer auf dem Dachboden entdecktes Tagebuch ist ein rares Zeugnis der deutschen Nachkriegsmonate und gibt seltene Einblicke in eine von der NS-Propaganda durchdrungene Gedankenwelt.

"Diese privaten Tagebücher einer Durchschnittsdeutschen mit ihrer Sicht auf den Nationalsozialismus sind für uns sehr spannend und bereichernd", sagt Markus Günnewig, Leiter der Steinwache. "diese gelungene Ausstellung ergänzt die Erzählung vom Ende des Nationalsozialismus um eine ganz private Perspektive aus dem großen Graubereich zwischen Tätern und Opfern bzw. Widerständigen."

Zum Thema

Die Audio-Installation ist dienstags bis sonntags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.