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Nachhaltigkeit

Deutscher Städtetag nimmt Dortmund in "Club der Agenda 2030 Kommunen" auf

Nachricht vom 26.05.2020

Die Weltgemeinschaft der Vereinten Nationen hat sich auf ihrem Gipfel der Staats- und Regierungschefs 2015 auf einen globalen Rahmen für nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung geeinigt - die "Agenda 2030". Sie knüpft an die bis 2015 gesetzten Ziele an. Kommunen haben für die Umsetzung der Ziele eine besondere Bedeutung. Der Deutsche Städtetag hat die Stadt Dortmund in den "Club der Agenda 2030 Kommunen" aufgenommen.

Fünf Personen im Dortmunder Rathaus

Dortmund setzt sich seit Jahren für eine nachhaltige Stadtentwicklungspolitik ein. V.l.n.r.: Almut und Jens Vierling (Weltladen Aplerbeck), Veye Tatah (Africa Positive e.V.), Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Kevin Matuke (MiGlobe)
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Die Agenda 2030 knüpft an die bis 2015 gesetzten Millenniumsziele der Vereinten Nationen an und umfasst einen Zeitraum von 15 Jahren. Die Agenda verknüpft zwei der größten Herausforderungen für eine gerechte Welt eng miteinander: die Armutsbekämpfung und das Ziel nachhaltiger Entwicklung.

Bis zum Jahr 2050 werden laut UN knapp 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Deshalb stehen Kommunen beim Kampf gegen die Armut sowie bei globalen Umweltherausforderungen an vorderster Front. Die Städte und Gemeinden sind vor Ort die Macher, Umsetzer und Gestalter des Wandels, ganz im Sinne des Mottos: "Global denken und lokal handeln".

Die neue Agenda 2030 bildet nun einen übergeordneten Rahmen für die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Ihr Kernstück sind die so genannten "Sustainable Development Goals" (SDGs).

Die Stadt Dortmund bekennt sich zu den 17 SDG-Zielen der Vereinten Nationen. Gerade in dieser globalen Krisensituation sind Solidarität und Gerechtigkeit von besonderer Bedeutung. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst und werden gemeinsam mit unseren gesellschaftlichen Akteuren aus Wirtschaft, Handel, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft an der Umsetzung der Ziele arbeiten.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau

Welthandelssystem gemeinsam fairer gestalten

In allen dieser insgesamt 17 Ziele und 169 Unterziele geht es darum, für gemeinsame Anliegen und öffentliche Güter auch gemeinsame Sorge zu tragen, wie etwa für das Klima, die biologische Vielfalt, das Wasser und den Boden. Gemeinsam das Welthandelssystem fairer zu gestalten, soziale Gerechtigkeit zu etablieren oder Frieden zu sichern werden als Aufgabe aller festgeschrieben. In diesem Rahmen wollen Staaten, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und die Zivilgesellschaft für globale Ziele gemeinsam Verantwortung tragen. Schon jetzt bilden die SDGs eine wichtige Grundlage für die Fortschreibung der Bundes-Nachhaltigkeitsstrategie und der Landes-Nachhaltigkeitsstrategie NRW.

Allmut und Jens Vierling betreiben in Dortmund-Aplerbeck einen "Weltladen". "Wir arbeiten mit unserem Weltladen nun seit über vierzig Jahren im Themenfeld der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit insbesondere mit unserer Partnerregion in Bondo (Kenia) und freuen uns, dass die Stadt Dortmund unsere Arbeit an den SDGs so sehr unterstützt. Die globalen Herausforderungen wie Armut oder Klimagerechtigkeit können nur in einem engen Verbund von allen gesellschaftlichen Akteuren gemeinsam bewältigt werden", erklären sie.

Aus meiner Sicht sind die SDGs eine sehr gute Möglichkeit globale Nachhaltigkeit vor Ort erlebbar zu machen. Getreu dem Motto: "lokal handeln & global denken" können insbesondere Konzepte im Bereich der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) dabei helfen Menschen zu erreichen und zu sensibilisieren. Hier spielen für mich und das AIMAD Fragen der Migration, der Medien und Entwicklung in Afrika eine besondere Rolle.

Veye Tatah, Africa Positive e.V.

Dortmund engagiert sich für nachhaltige Entwicklung

Der Deutsche Städtetag (DST) und der Rat der Gemeinden und Regionen Europas/Deutsche Sektion (RGRE) unterstützen die Entwicklungsziele für Nachhaltigkeit und Armutsbekämpfung und schlagen ihren Mitgliedern vor, sich für ausgewählte Ziele der Agenda auf lokaler Ebene zu engagieren. Die Stadt Dortmund engagiert sich bereits sowohl im RGRE / Dt. Sektion als auch im europäischen Dachverband CEMR (Council of European Municipalities and Regions) für eine Stärkung der Rolle der Städte und Kommunen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und einen entsprechenden Einbezug in politische Entscheidungsprozesse auf nationaler und europäischer Ebene.

Der Deutsche Städtetag unterstützt die Agenda 2030 und hat mit dem RGRE eine gemeinsame Musterresolution erarbeitet. Die unterzeichnenden Städte können somit ihre Bereitschaft signalisieren, sich für ausgewählte Ziele der Agenda 2030 auf lokaler Ebene zu engagieren. Mit der lokalen Agenda 2030 werden die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen mit Leben gefüllt.

Die SDGs vereinen umwelt- und entwicklungspolitische Perspektiven und richten sich sowohl an Länder des globalen Südens als auch an Industrieländer. Durch das Engagement der Stadt Dortmund erhoffe ich mir für unsere Arbeit mit CoHeDo, dass einer breiten Öffentlichkeit nun die Zusammenhänge zwischen unseren Konsum- und Lebensstil und den Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Ländern des globalen Südens verdeutlicht werden.

Kevin Matuke, MiGlobe

Dortmund hat Vorbildcharakter

Dortmund setzt sich bereits seit Jahren für eine nachhaltige und integrierte Stadtentwicklungspolitik ein. Die sozialen, ökonomischen und ökologischen Zielsetzungen werden mit einem partizipatorischen Ansatz der Zivilgesellschaft im Sinne eines Nachhaltigkeitsvierecks verbunden. Durch sektorübergreifendes Denken und Handeln hat sich Dortmund als best practice Beispiel Vorbildcharakter erarbeitet.

In den Jahren 2007 und 2017 wurde das Diplom des Europäischen Verwaltungspreises (European Public Sector Award) verliehen. Bereits 2003 und 2005 bekam Dortmund den 1. Platz im Bundeswettbewerb "Hauptstadt des Fairen Handels". Zahlreiche weitere Auszeichnungen folgten, die 2014 mit der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises bislang ihren Höhepunkt fanden.

"Club der Agenda 2030 Kommunen"

Durch den Beschluss zur Agenda 2030 wird die Stadt Dortmund in den "Club der Agenda 2030 Kommunen" des Deutschen Städtetages aufgenommen. Das Büro für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung (INA) ist zuständig für die verwaltungsweite Koordination der SDG-Musterresolution sowie für die Teilnahme am Fach- und Erfahrungsaustausch des Deutschen Städtetages zur Umsetzung der Agenda 2030.

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie die deutsche Sektion des Rates der Gemeinden und Regionen Europas unterstützen die Musterresolution durch jährliche bundesweite Vernetzungstreffen der derzeit 141 Zeichnungskommunen (Stand: März 2020).

Zum Thema

Mehr Informationen zur internationalen Arbeit der Stadt Dortmund sowie zu den Themen fairer Handel und faire Beschaffung finden Sie unter den aufgeführten Links.

  • Dortmund International
  • Lokale Agenda 21 in Dortmund

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.