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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Umweltschutz

Einsatz für mehr Biodiversität: Stadt sucht Flächen für insektenfreundliche Wiesen

Nachricht vom 22.06.2020

Wo in Dortmund könnten bald Wildblumen blühen? Wer Ideen hat oder eine Fläche zur Verfügung stellen möchte, kann sich beim Grünflächenamt melden. In den letzten Jahren hat die Stadt rund 200 Hektar gemähten Rasen in insektenfreundliche Wiesen umgewandelt. Neue Schilder erklären deren Funktion.

Wildblumen auf dem Borsigplatz

Wildblumenwiesen sind ein wertvoller Beitrag gegen das Insektensterben.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Katharina Kavermann

Dortmund stemmt sich gegen den Rückgang der Biodiversität und das damit verbundene Insektensterben. Das Thema wird immer stärker als zentrales Zukunftsthema wahrgenommen – weltweit und auch in Deutschland. In NRW sind mehr als 25.000 Insektenarten heimisch. Sie sind wichtig, damit der Stoffkreislauf nicht ins Stocken gerät.

Auszeichnung mit Label "Stadtgrün naturnah"

Die silberne Auszeichnung für Dortmund bei dem bundesweiten Wettbewerb "Stadtgrün naturnah" 2019 belegt, dass die Stadt den Schutz der Insekten sehr ernst nimmt. Die Stadt arbeitet dabei auch mit Partnern wie der EDG zusammen.

Inzwischen hat das Grünflächenamt in allen Stadtbezirken Blumenwiesen angelegt und hat weitere Kurzrasenflächen in den Blick genommen, um sie in extensive Wiesen umzuwandeln.

Auf Teilflächen wurden spezielle, ganz unterschiedliche Blühmischungen eingesät, um die Attraktivität der Flächen für die Insekten, aber auch den Augen der Bürger*innen etwas zu bieten.

Bürger*innen sollen Blumenwiesen einordnen können

Allerdings kann in den Wochen, in denen weniger Blüten blühen, einigen Anwohner*innen ungepflegt erscheinen. Damit die Dortmunder*innen die Funktion der umgestalteten Flächen in Ihrer Umgebung einordnen können, stellt das Grünflächenamt seit dieser Woche Schilder an diesen Flächen auf.

Blumenwiese am Borsigplatz

Auch auf dem Borsigplatz blühen Wildblumen. Was die "wilden" Flächen bewirken, erklären ab sofort Schilder vor Ort.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Katharina Kavermann

In den letzten Jahren wurden stadtweit rund 200 Hektar intensiv gemähte Rasenfläche in Wiesenflächen umgewandelt.

Dass den Insekten das gefällt und sogar besondere Arten bei entsprechenden Angeboten den Weg zurück finden, ist inzwischen mehrfach wissenschaftlich bestätigt worden – unter anderem auch durch Untersuchungen der "Biologischen Station" bezogen auf den Blüh-Mittelstreifen an der B54.

Angepasstes Mäh-Management

Wichtig für die Entwicklung solcher Flächen ist ein angepasstes Mäh-Management. Die Flächen werden nach Möglichkeit mit Balkenmähwerken geschnitten. Das anfallende Schnittgut muss danach von den Flächen entfernt werden. Nur so kann eine artenreiche und blühende Fläche auf Dauer entwickelt werden.

Bei normalen Wetterlagen werden die Flächen zweimal jährlich gemäht. Der erste Schnitt erfolgt im Juni/Juli, der zweite Schnitt im September/Oktober.

Wird nur einmal im Jahr gemäht oder bleiben die Flächen über Jahre brach liegen, nimmt der Anteil der Gräser zu und der Blütenreichtum geht deutlich zurück.

Ziel: Wiesen-Mosaik über gesamtes Stadtgebiet

Langfristiges Ziel des Grünflächenamtes ist es, ein Mosaik aus verschiedenen Wiesentypen über das gesamte Stadtgebiet zu entwickeln und zu vernetzen.

Von September an werden weitere Flächen im Stadtgebiet in Blühwiesen umgewandelt.

Zum Thema

Gerne können sich interessierte Bürger*innen mit Ideen und Vorschlägen zu geeigneten Flächen oder zu besonderen Wildblumenmischungen beim Grünflächenamt melden. Mit ihren eigenen Flächen (auch Gewerbe- oder Büroflächen) können sich Grundstücksbesitzer*innen an dem Projekt beteiligen. Das Grünflächenamt steht hier gerne beratend zur Seite. Der Kontakt funktioniert per Mail oder über das Telefon.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.