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Kunstsammlung

Max Beckmanns Zeichenstudie "Liegende" ergänzt Ausstellung des Museum Ostwall

Nachricht vom 07.07.2020

Die Sammlung des Museums Ostwall ist um eine Zeichnung des Malers Max Beckmann reicher: Das MO hat die "Liegende" neu erworben, eine zentrale Studie zu Beckmanns Gemälde "Afternoon" (1946), das ebenfalls zur Sammlung des MO gehört.

Zwei Menschen vor Zeichnung die "Liegende"

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Max Beckmann (1884 – 1950) zählt zu den herausragenden Künstlern des 20. Jahrhunderts. Neben seinem einzigartigen "Selbstbildnis mit Zigarette" aus dem Jahr 1947 gehört auch das ein Jahr zuvor entstandene Gemälde "Afternoon" von 1946 zum Sammlungsbestand des Museums Ostwall im Dortmunder U.

Beckmanns Bilder sind stark geprägt von seinen Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges und zeigen mitunter gewaltsame, mehrdeutige Szenen. Vor diesem Hintergrund wurde die dargestellte Szene in "Afternoon" als Hinweis auf eine Vergewaltigung gedeutet.

Zeichnung Liegende auf Papier

Liegende (Studie zu dem Bild "Afternoon"), 1945, Tusche und Bleistift auf Papier, 33 x 35,9 cm.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Die neu angekaufte Zeichnung ist eine zentrale Studie zu "Afternoon" und verweist auf den bildnerischen Entstehungsprozess. Damit ist sie eine wichtige kunsthistorische Quelle für die Deutung des Gemäldes und eine wertvolle Erweiterung des MO-Sammlungsbestands.

In Max Beckmanns Werk nimmt das Medium der Zeichnung eine herausragende Rolle ein. Sie kann als das grundlegende formale und thematische Ideenrepertoire seines Werks angesehen werden. Sie ist Motivsammlung und Kompositionsskizze. Eine aufschlussreiche Analyse, die belegt, welche Rolle die erworbene Studie für die Deutungsmöglichkeit des Gemäldes spielt, wurde von Lothar Adam verfasst und ist auf der Webseite ausstellungskommentare.de erschienen.

Erforschung des eigenen Sammlungsbestands

Um auf lange Sicht wissenschaftlich fundierte Ausstellungen konzipieren zu können und dem wissenschaftlichen Vermittlungsauftrag eines Museums gerecht zu werden, spielt die Erforschung des eigenen Sammlungsbestands eine zentrale Rolle. Dazu zählt auch der Ankauf von Zeichenstudien zu Kunstwerken in der Sammlung, die das Forschen rund um den Entstehungsprozess fördern.

Das Museum Ostwall im Dortmunder U besitzt bereits Vorzeichnungen von verschiedenen bedeutenden Kunstwerken aus seinem Sammlungsbestand. Beispiele sind August Mackes Studie zum Gemälde "Großer Zoologischer Garten" (1912) und Mark Dions Zeichnung zu seiner Installation "Frankenstein in the Age of Biotechnology" (1991).

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.