Dortmund überrascht. Dich.
Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Informationen zum Coronavirus

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) kommt es zu Einschränkungen der Öffnungszeiten und Erreichbarkeiten der Stadtverwaltung und städtischen Einrichtungen.

Weitere Informationen zur aktuellen Lage finden Sie unter:
corona.dortmund.de sowie in unserem Live-Ticker

Mobilität

Stadtverwaltung will Dienstwege klimafreundlicher gestalten

Nachricht vom 01.09.2020

Der Verkehrssektor ist nach der Energiewirtschaft und der Industrie mit knapp 19 Prozent CO2-Austoß der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Auch die Stadtverwaltung Dortmund will einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die dienstliche Mobilität der Mitarbeitenden daher sukzessive emissionsfrei organisieren.

Stadtrat Arnulf Rybicki zum Mobilitätsverhalten innerhalb der Stadtverwaltung und Plänen zur klimafreundlichen Fortbewegung Quelle: YouTube

Mobilität spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Grundsatzentscheidungen zum Thema Klimaschutz werden zwar meist auf nationaler und internationaler Ebene getroffen, es bedarf allerdings eines Beitrags der Städte, Kreise und Gemeinden unter Wahrnehmung ihrer Vor- und Leitbildfunktion zur Erreichung ambitionierter Klimaschutzziele. Zwecks Realisierung einer signifikanten Senkung des lokalen Schadstoff- und CO2-Ausstoßes hat der Verwaltungsvorstand in seiner Sitzung nun auch das Ziel benannt, die dienstliche Mobilität der Mitarbeitenden sukzessive emissionsfrei zu organisieren.

Mehr als 60 Prozent der Dienst-Pkw fahren elektrisch

Bereits 2018 hat der Verwaltungsvorstand die weitergehende Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks auf einen Anteil von 80 Prozent im Pkw-Segment beschlossen. Aktuell sind schon mehr als 60 Prozent der Pkw-Flotte elektrisch unterwegs. Flächendeckend emissionsfreie Dienstgänge und Dienstreisen der Mitarbeitenden sind der nächste Schritt.

Kombination verschiedener Verkehrsmittel

Das vorhandene dienstliche Mobilitätsangebot, welches derzeit aus herkömmlichen Dienstfahrzeugen, Diensträdern, dem öffentlichen Personennahverkehr sowie der anteilig hohen Nutzung von privaten Kraftfahrzeugen besteht, soll zukünftig durch deutlich umweltfreundlichere Mobilitätsangebote vorgenommen und nach Möglichkeit intermodal, d.h. durch die Kombination verschiedener Verkehrsmittel, gestaltet werden. Dabei können durch Fahrzeug-Pooling entstehende Synergieeffekte (bspw. erhöhte Auslastung) genutzt werden.

Bereitstellung von (E-)Dienst- und Lastenfahrrädern

Das Fundament dieser Mobilitätsangebote soll dabei insbesondere die Bereitstellung von emissionsarmen - vorwiegend elektrischen - Dienstfahrzeugen sowie die Ausweitung der Nutzung des ÖPNVs bilden. Komplettiert wird das vielseitige Angebot, aus dem die Mitarbeitenden unter ökologischen und ökonomischen Aspekten ihr Fortbewegungsmittel wählen können, durch die Bereitstellung von (E-)Dienst- und Lastenfahrrädern; die Nutzung von Privat-Pkw - als "Umweltschleuder" unter den Verkehrsangeboten - soll nahezu vollständig reduziert werden.

Die Potentiale zur Luftreinhaltung bei Umsetzung des Projektes werden als erheblich eingeschätzt. Rd. 2,6 Mio. dienstlich anfallende Kilometer werden jährlich im Bereich der Personenmobilität zurückgelegt. Davon sind rd. 1,9 Mio. km Dienstgängen und Dienstreisen mit Privat-Pkw (vorwiegend Verbrenner-Fahrzeugen) zuzurechnen, die jährlich rd. 347 to CO² ausstoßen. Die restlichen rd. 0,7 Mio. km werden aktuell durch den städtischen Fuhrpark abgedeckt, wovon aufgrund der sich bereits heute im städtischen Fuhrpark befindlichen 70 Elektrofahrzeuge, ein jährliches Fahrvolumen von rd. 420.000 km emissionsfrei zurücklegt werden kann.

Kosten reduzieren, Fördermittel beantragen

Das entwickelte Konzept unterstützt durch den nahezu vollständigen Wegfall der Nutzung von Privat-Pkw ebenfalls die langfristige Reduktion der städtisch angemieteten Stellflächen. Diese sowie weitere, sich unter anderem durch die Umstellung ergebende, finanzielle Einsparungen wird teilweise zur Erzielung der angestrebten ökologischen Verbesserungen hinsichtlich Luftreinhaltung reinvestiert.

Außerdem kann durch die Akquise von Fördermitteln der Kostenanteil der Stadt erheblich reduziert werden. Daher überprüft das Mobilitätszentrum zusammen mit der Stabstelle Fördermittelmanagement bei Errichtung von Infrastruktur, als auch bei jeder Fahrzeug- aber auch Dienstradbeschaffung, ob es seitens des Bundes oder Landes Nordrhein-Westfalen geeignete aktuelle Fördermöglichkeiten gibt. So können Teile der Anschaffungskosten aktuell bspw. durch Landesmittel aus dem Förderprogramm "progress.nrw – Programmbereich Emissionsarme Mobilität" finanziert werden.

Haushaltsneutrale Umsetzung

Durch diese, nicht abschließend benannten, haushalterischen Verbesserungen in Form von Einsparungen und Erträgen lässt sich die Reformierung der dienstlichen Mobilität letztlich haushaltsneutral umsetzen.

Der Start einer stufenweisen Umstellung auf städtische Dienst-Pkw sowie ein erweitertes Mobilitätsangebot sind als Pilotprojekt anzusehen. Ein erster Mobilitätsknotenpunkt für rd. 50 Fahrzeuge, das entspricht einem Mobilitätspotential von rd. 300.000 km pro Jahr, wurde bereits lokalisiert und dessen Umsetzung für 2021 anberaumt. Dieser Auftrag ist komplex, da Miet- und Eigentumsverhältnisse, örtliche und technische Realisierungsmöglichkeiten sowie die spezifischen Nutzerbedürfnisse berücksichtigt werden müssen. Neben dem Vergabe- und Beschaffungszentrum sind der Fachbereich Liegenschaften, die Städtische Immobilienwirtschaft, als auch die Wirtschaftsförderung Dortmund maßgeblich an der Umsetzung beteiligt.

Schaffung pendlerfreundlicher Mobilitätsangebote

Perspektivisch wird neben der Umsteuerung der dienstlichen Mobilität durch eine Verknüpfung mit dem Masterplan Mobilität 2030 und dem Projekt "Emissionsfreie Innenstadt" des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes eine stadtweite Umstellung im Sinne des "umsteiGERNs", besonders im Hinblick auf die Arbeitswege der Mitarbeitenden, hin zu emissionsfreien, pendlerfreundlichen Mobilitätsangeboten angestrebt. Die Potentiale zur Luftreinhaltung werden besonders in diesem Bereich als erheblich eingeschätzt, da die städtischen Beschäftigten zusätzlich zu den dienstlich anfallenden Kilometern im Sektor der Personenmobilität jährlich noch einmal Arbeitswegstrecken im Millionenbereich mit dem Pkw zurücklegen und durch die Umsetzung des Projektes die Notwendigkeit entfällt den privateigenen Pkw zu Dienstzwecken zu nutzen.

Zum Thema

Weitere Informationen zum Masterplan Mobilität 2030 sowie zur Kampagne "UmsteiGERN" finden Sie auf den jeweiligen Webseiten.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.