Dortmund überrascht. Dich.
Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Ehrung

Prof. Dr. Detlef Müller-Böling bekommt Ehrennadel der Stadt Dortmund verliehen

Nachricht vom 05.10.2020

Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat im Rahmen einer Feierstunde im Dortmunder Rathaus Prof. Detlef Müller-Böling die Ehrennadel der Stadt Dortmund verliehen. Prof. Müller-Böling war nach seiner Amtszeit als Rektor der Universität Dortmund maßgeblich an der Mitgestaltung, Umsetzung und Weiterentwicklung des Masterplans Wissenschaft der Stadt Dortmund beteiligt.

OB Ullrich Sierau, Detlef Müller-Böling, Christine Müller-Böling (v.r.)

OB Ullrich Sierau, Detlef Müller-Böling, Christine Müller-Böling (v.r.)
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Katharina Kavermann

Detlef Müller-Böling wurde 1948 in Berlin geboren. Von 1981 bis 2008 war er Lehrstuhlinhaber für Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung an der Universität Dortmund.

In den Jahren 1990 bis 1994 war er Rektor der Universität Dortmund. Bereits zu seinem Amtsantritt hatte Prof. Müller-Böling den Strukturwandel Dortmunds im Blick. Er formulierte bereits damals das Ziel, durch die Arbeit der Universität Dortmunds Profil als "Wissenschaftsstadt“ zu schärfen und auszubauen.

Während seiner Amtszeit als Rektor der Universität Dortmund hat Prof. Müller-Böling u. a. durch die Internationalisierung der Uni, die Initiierung des Campusfestes sowie durch die Einführung der Universitätsmedaillen Akzente gesetzt und zur positiven Außenwirkung und Identitätsbildung der Dortmunder Hochschule beigetragen.

Hochschulreformer

Darüber hinaus hat sich Prof. Müller-Böling von Anfang an zu einer wettbewerbsorientierten Steuerung der Universität bekannt. Durch die Einführung eines "Dortmunder Schlüssels“ hat er ein neues vorbildliches Modell der leistungsbezogenen Mittelverteilung etabliert. In seiner Amtszeit hat er außerdem die Einrichtung des Lehrstuhls für Gründungsforschung an der Dortmunder Universität unterstützt.

Offenheit, Herzlichkeit und Transparenz bei der Amtsführung waren die Markenzeichen Müller-Bölings, dem medial der Ruf als Hochschulreformer zuerkannt wurde. Seine Bodenhaftung hat der leidenschaftliche Segler auch als Rektor nie verloren. Regelmäßig stand er noch als Dozent im Hörsaal und legte Wert auf den unmittelbaren Kontakt mit den Student*innen.

Aufbau der Denkfabrik "CHE“

Nach Ende seiner Amtszeit als Rektor der Universität Dortmund baute er mit der Bertelsmann-Stiftung das gemeinnützige und unabhängige Centrum für Hochschulentwicklung (CHE gGmbH) in Gütersloh auf. Dieses arbeitet als "Denkfabrik“ an modernen Konzepten zur Hochschulreform. Es zielt darauf ab, mehr Autonomie, Vielfalt und Gesellschaftsbezug an deutschen Hochschulen zu erreichen und die Hochschulen insgesamt wettbewerbs- und leistungsorientierter auszurichten. Das CHE erstellt jedes Jahr ein oft zitiertes Hochschul-Ranking, welches als fundiertes Instrumentarium für Qualitätsprüfungen dient.

Fokus auf den Masterplan Wissenschaft der Stadt Dortmund

Seinen Fokus auf Dortmund legte Prof. Müller-Böling erneut bei der Mitgestaltung, Umsetzung und Weiterentwicklung des Masterplans Wissenschaft der Stadt Dortmund. Dieser verfolgt das Ziel, Dortmund noch stärker als Wissenschaftsstandort zu positionieren.

Von Mai 2011 bis Januar 2013 wurde in einem von Wissenschaft, Wirtschaft, Stadt und Stadtgesellschaft getragenen Prozess der Masterplan Wissenschaft der Stadt Dortmund erarbeitet. Dieser Prozess wurde von Prof. Dr. Müller-Böling als Moderator begleitet. Er gab Impulse, strukturierte und bündelte die Arbeit der mehr als 120 Teilnehmer*innen an dem Planungsprozess.

2013 wurde Prof. Dr. Müller-Böling offizieller Beauftragter der Stadt Dortmund für den Masterplan. Als Ideengeber und Moderator engagierte sich Prof. Müller-Böling ehrenamtlich und übernahm im Schulterschluss mit der Wissenschaftsreferentin und einer entsprechenden Arbeitsgruppe auch das Controlling bei der Umsetzung. Genau 100 konkrete Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern wurden erarbeitet, die sowohl zur Standortentwicklung und Vernetzung, als auch zur Steigerung der Forschungsleistung beitragen sollten. Die sechs Handlungsfelder umfassten die Stärkung und Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Kompetenzfelder ebenso wie eine moderne Campusentwicklung und die Verbesserung seiner Erreichbarkeit. Besondere Schwerpunkte lagen neben dem beidseitigen Wissenstransfer von Wissenschaft zur Wirtschaft (und umgekehrt) auch auf den gegenseitigen Einflussfaktoren von Stadtgesellschaft und Wissenschaft. Des Weiteren wurde der Fokus auf Rahmenbedingungen gelegt, welche einen attraktiven Hochschulstandort ausmachen, als auch auf eine effektive Marketingstrategie. Mehr als drei Viertel der Maßnahmen konnten bis dato tatsächlich erfolgreich umgesetzt werden.

Positive Bewertung durch externe Gutachter

Im Jahr 2018 wurde der Masterplan Wissenschaft einer Evaluation externer Gutachter unterzogen. Die Evaluation fiel insgesamt sehr positiv aus. Der Masterplanprozess wurde als einzigartig und vorbildhaft bewertet. Die Entwicklungsperspektiven der Stadt wurden mit dem Masterplan fruchtbringend weiterentwickelt und verfestigt. Gleichzeitig haben sich die Forschungsbedingungen und -ergebnisse der Dortmunder Wissenschaftler*innen durch die Zusammenarbeit deutlich verbessert. Eine Vielzahl der anvisierten Maßnahmen griff und konnte bereits erfolgreich abgeschlossen werden, nur noch ein kleiner Teil ist in Arbeit.

Der Masterplan Wissenschaft findet sein Laufzeitende am 31.12.2020 und wird vom "Masterplan Wissenschaft 2.0“ abgelöst, der zurzeit im Auftrag des Rates der Stadt Dortmund dialogorientiert in vier Themengruppen erarbeitet wird. Prof. Dr. Detlef Müller-Böling hat den Staffelstab an Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Waldmann, Professor für Chemische Biologie an der TU Dortmund und Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Physiologie, übergeben, der die Arbeit mit ebenso großem Engagement weiterführt. Das Ziel ist, Dortmund als Wissenschaftsstadt weiter zu profilieren, die wissenschaftlichen Exzellenz und Vernetzung weiter auszubauen, die Wissenswirtschaft zu stärken und neue Formate und Diskussionsforen im Sinne einer "experimentellen Stadt" zu entwickeln.

Ideale Besetzung

Wie Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather, ehemalige Rektorin der TU Dortmund und Weggefährtin von Prof. Müller-Böling, in ihrer Laudatio beschreibt, war Prof. Müller-Böling durch seine Persönlichkeit als Kopf und Multiplikator die ideale Besetzung für den Masterplanprozess. Er verstand es, alle Mitwirkenden für das gemeinsame Ziel zu begeistern und ein Instrumentarium zu schaffen, welches international hohe Aufmerksamkeit und Anerkennung erhalten hat. Durch die Verknüpfung von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft im Rahmen des Masterplanprozesses hat Prof. Müller-Böling die Zukunftsfähigkeit der Stadt aktiv mitgestaltet und die Sichtbarkeit Dortmunds als Wissenschaftsstandort nachhaltig geprägt.

Schon früh hat sich Prof. Müller-Böling dem Ziel verschrieben, Dortmund als Wissenschaftsstadt attraktiver zu gestalten, so auch mit der Gründung des Vereins windo e.V. im Jahr 1992. Der Verein bietet ein Netzwerk der universitären und außeruniversitären Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen in Dortmund mit dem Zweck der Förderung eines familienfreundlichen Bildungsstandortes.

Prof. Müller-Böling trug maßgeblich zu einem positiven Imagewandel der Stadt Dortmund bei und sorgt bis heute durch ehrenamtliches Engagement dafür, dass Dortmund als international anerkannter Wissenschaftsstandort wahrgenommen wird. Die Ehrennadel wird ihm für sein ehrenamtliches Engagement in diesem Zusammenhang verliehen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.