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Verkehr

Donetz nimmt Baumaßnahmen nach Naphthalin-Funden in Hombruch wieder auf

Nachricht vom 05.10.2020

Zurzeit verlegt die Donetz in Hombruch einige Stromkabel und nimmt an mehreren Stellen bauliche Anpassungen an der erdverlegten Infrastruktur vor. Dabei stieß das beauftragte Tiefbauunternehmen im Juli auf einen bisher unbekannten verrosteten Schachtdeckel und wenige Meter weiter, im Einmündungsbereich der Kieferstraße in die Harkortstraße, auf zwei bisher unbekannte Gussleitungen.

Naphthalin-Funde in der Kieferstraße

Naphthalin-Funde in der Kieferstraße
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Luftbild-, Archiv- und Aktenrecherchen konnten bisher nur wenig konkrete Hinweise liefern zur Herkunft und zum Verlauf der im Juli 2020 aufgefundenen kontaminierten Leitungen. Daher hat die Stadt neben weiteren vorsichtigen Bodenerkundungen (Suchschurf) in der Harkortstraße ergänzende geomagnetische Untersuchungen durchgeführt.

Leitungsverlauf konnte nachverfolgt werden

Diese offenbarten, dass eine der beiden alten Leitungen mit einem Durchmesser von 50 Zentimeter von der Harkortstraße rund 40 Meter nach Süden in die Kieferstraße reicht. Gleichzeitig konnte der Leitungsverlauf eines Gussrohres in der Harkortstraße mit einem Durchmesser von 80 Zentimeter auf einer Strecke von etwa 50 Meter nachverfolgt werden. Es besteht die Vermutung, dass es sich bei den Rohren nur um Reststücke eines vormals größeren Kokereigasleitungssystems zu handeln, die im Untergrund verblieben sind.

Schachtdeckel durch Spezialfirma geöffnet

Am Donnerstag, 1. Oktober 2020, konnte außerdem der ominöse Schachtdeckel in der Kieferstraße geöffnet werden, um mehr Informationen zu seiner Funktion und dem Inhalt des darunter befindlichen Hohlraums zu erhalten. Die ursprünglich bereits für Mitte September geplanten Arbeiten einer Spezialfirma mussten zuvor einmal verschoben werden, da sich die Beschaffung der erforderlichen Arbeitssicherheitskleidung verzögerte.

Am Donnerstag, den 1. Oktober 2020 konnte außerdem der ominöse Schachtdeckel in der Kieferstraße geöffnet werden

Am Donnerstag, den 1. Oktober 2020 konnte außerdem der ominöse Schachtdeckel in der Kieferstraße geöffnet werden
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Die Fachfirma für Tanktechnik hat unter Atemschutz und bei gleichzeitiger Luftabsaugung den mit zahlreichen großen Gewindeschrauben gesicherten Stahldeckel (Durchmesser 1 m) öffnen können. Der Deckel gehört zu einem Gaskondensat-Abscheider, an den eines der beiden alten Gussrohre angeschlossen ist. Die Existenz eines ursprünglich vermuteten Heizöltanks kann damit ausgeschlossen werden.

Schachtdeckel geschlossen

Wie bereits bei den ersten Leitungsfunden ließen sich auch hier an den Schachtwandungen kristalline Naphthalin-Ablagerungen feststellen. Auch flüssiger Inhalt kam zum Vorschein, bei dem es sich vermutlich um Schichtwasser aus dem umgebenden Erdreich handelt. Das Schichtwasser muss mit der Zeit über eine kleine Peilöffnung im Deckel eingetreten sein. Eine Beprobung der flüssigen Phase wurde durchgeführt. Anschließend erfolgte das wasser- und geruchsdichte Verschließen des Schachtes durch eine Silikon- und Folienabdichtung sowie eine 30 Zentimeter dicke Betonauflage.

Die Anwohner*innen waren über die Arbeiten und über empfohlene Vorsichtsmaßnahmen (geschlossene Fenster) im Vorfeld informiert worden.

Wenn alle Informationen aus der beauftragten Recherche und der aktuellen Probenahme vorliegen, entscheidet es sich, ob die Relikte aus der Vergangenheit aktuell ein Umweltrisiko darstellen und entfernt werden müssen. Wenn dies nicht erforderlich ist, werden die Erkenntnisse über die Existenz und die genaue Lage der alten Infrastruktureinrichtungen feste Bestandteile der Kartenwerke ergänzt, die im Vorfeld von Tiefbauarbeiten immer abzufragen und zu berücksichtigen sind.

Kein Handlungsbedarf

Sollte sich herausstellen, dass die Leitungen im Boden ein Umweltrisiko bedeuten, müssten sie aus dem Straßenraum herausgenommen werden – eine Maßnahme, die spezieller Vorbereitung bedarf. Da jedoch der Boden um die Rohre herum sehr lehmhaltig ist und der Grundwasserspiegel in größerer Tiefe liegt, besteht hier kein sofortiger Handlungsbedarf.

Die Baumaßnahmen der Donetz werden noch in dieser Woche wieder aufgenommen. Nach kleinere Restarbeiten am Leitungsnetz, die durch die Leitungen nicht gestört werden, können die geöffneten Gräben verschlossen und die Fahrbahnen und Gehwege wieder hergestellt werden.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.