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Umweltamt

OB Ullrich Sierau: "Neuer Landschaftsplan unterstützt massiv das Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung"

Nachricht vom 29.10.2020

Der neue Landschaftsplan Dortmund ist nun rechtskräftig. Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat am Donnerstag, 29. Oktober, die Bekanntmachung des Plans, der während seiner Amtszeit erstellt wurde, unterschrieben.

OB Ullrich Sierau: "Neuer Landschaftsplan unterstützt massiv das Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung"

V.l.: Dr. Uwe Rath (Leiter des Umweltamtes), Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Sonja Terme (Abteilungsleiterin Umwelt- und Landschaftsplanung, Untere Naturschutzbehörde), Ludger Wilde (Planungsdezernent)
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Den für den gesamten baulichen Außenbereich geltenden Plan hatte der Rat der Stadt am 18. Juni 2020 als Satzung beschlossen. Nach der ohne Beanstandungen erfolgten Prüfung durch die Höhere Naturschutzbehörde bei der Bezirksregierung in Arnsberg löst der neue Landschaftsplan damit die drei bis dato gültigen Landschaftspläne Dortmund-Nord, -Mitte und -Süd nach nunmehr 30 bzw. 20 Jahren Laufzeit ab. Er weist über 1.000 Hektar mehr an Naturschutzgebieten aus als seine Vorgänger. Sie haben jetzt einen Anteil von 10,56 Prozent am gesamten Stadtgebiet.

Seit 2013 wurde kontinuierlich an der Neuaufstellung des Landschaftsplanes gearbeitet. Die Neuaufstellung des Landschaftsplans Dortmund wurde mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen zu 80 Prozent der entstandenen Planungskosten finanziell gefördert. Der Fachplan fußt auf einer Vielzahl europäischer, bundes- und landesrechtlicher Gesetze und Vorgaben. Unter aktivem Einbezug und unter sehr reger Beteiligung von Bürger*innen, Verbänden, Behörden und Trägern öffentlicher Belange ist ein umfassendes Planwerk entstanden.

Verschiedene Maßnahmen für Förderung und Schutz

Für die Förderung der biologischen Vielfalt und zum Schutz seltener und sensibler Tier- und Pflanzenarten finden sich im Landschaftsplan verschiedene Maßnahmen: Die Anlage, Pflege und Wiederherstellung von Feuchtbiotopen, Streuobstwiesen, Brachen und Grünlandflächen sowie die Pflanzung von Baumreihen und Hecken.

"Das Hauptaugenmerk des Landschaftsplan liegt auf dem Erhalt des Ökosystems als Lebensgrundlage für Mensch und Fauna", so Oberbürgermeister Ullrich Sierau. "Die festgesetzten Maßnahmen dienen einerseits dem Erhalt und der Förderung der Tier- und Pflanzenwelt, gleichzeitig dem Klimaschutz. Der Landschaftsplan unterstützt damit zudem maßgeblich das Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung."

Jede*r soll Beitrag leisten

Grundlegend für die Wirksamkeit des Landschaftsplanes ist nicht nur sein Maßnahmenkatalog, sondern auch die Beachtung der festgesetzten Ge- und Verbote. Hierbei ist jede*r Einzelne wichtig und dazu aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten.

Die Hundeanleinpflicht ist nun für alle Dortmunder Naturschutzgebiete und geschützten Landschaftsbestandteile klar geregelt. Grundsätzlich gilt: Mit dem Hund zusammen auf den Wegen bleiben ("Wegegebot"). Außerhalb des Waldes sind Hunde in Naturschutzgebieten und geschützten Landschaftsbestandteilen immer an der Leine zu führen. Im Wald – auch wenn dieser als Naturschutzgebiet oder geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen ist – besteht die Anleinpflicht nicht, wohl aber das Wegegebot zum Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen.

In den Naturschutzgebieten und geschützten Landschaftsbestandteilen sollen an Rändern von Gewässern und Wegen krautreiche Säume entwickelt werden. Auf Grünlandflächen gibt es Einschränkungen in Bezug auf die Düngung und ein Pestizidverbot auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Das kommt vor allem der Tier- und Pflanzenwelt zugute. Durch die extensive Nutzung werden krautige Pflanzen gefördert, von denen sich verschiedene Insekten ernähren, die wiederum Nahrungsquelle der Vögel unserer Feldflur und des Waldes sind.

Eine ökologisch orientierte Waldpflege soll den Altholzanteil erhöhen, die Naturverjüngung und den Struktur- und Artenreichtum der Wälder fördern. Nicht nur Specht und Fledermaus finden hier ihre Heimat, auch viele verschiedene Moose, Flechten sowie Pilze.

Verbindung verschiedener Lebensräume

Durch die Schutzgebietsausweisungen und die Umsetzung der Maßnahmen des Landschaftsplanes wird ein Flächennetzwerk geschaffen, welches verschiedene Lebensräume miteinander verbindet und einen sogenannten Biotopverbund bildet. Die Flächen erfüllen verschiedenartige Lebensraumfunktionen als Teil- oder Ganzjahreslebensraum wie Ansitz- und Nistplatz, Nahrungsraum, Deckungsmöglichkeit vor Witterung und Feinden sowie als Überwinterungsquartier.

Ziel des Biotopverbundes ist es, Flächen und Populationen von Tier- und Pflanzenarten miteinander zu vernetzen, um einer genetischen Verarmung und Isolation von Populationen entgegenzuwirken. Dafür macht sich Dortmund als Gründungsmitglied der "Kommunen für biologische Vielfalt" stark.

Jagdliche Regelungen getroffen

Um an Gewässern die Störung für die regelmäßig brütenden und rastenden, teilweise sehr seltenen Vogelarten zu minimieren, sind im neuen Landschaftsplan zeitliche Einschränkungen der Jagd an einzelnen Gewässern in Naturschutzgebieten und geschützten Landschaftsbestandteilen vorgesehen. Die Ausbildung brauchbarer Jagdhunde ist durch gesonderte Regelungen gewährleistet.

Die jagdlichen Regelungen, im Einvernehmen mit Jagdinteressierten und Naturschützern getroffen, zeigen als gutes Beispiel, dass das Einbinden ehrenamtlich Wirkender in Planungsprozesse sehr konstruktiv und erfolgreich ist.

Mehr Informationen zum Landschaftsplan hat das Umweltamt der Stadt Dortmund online eingestellt.

Der Landschaftsplan Dortmund in Zahlen

Besonders geschützte Teile von Natur- und Landschaft:

  • 35 Naturschutzgebiete (2.706 ha)
  • 48 Landschaftsschutzgebiete (8.584,5 ha)
  • geschützte Landschaftsbestandteile (266,9 ha)
  • 76 Naturdenkmale

Der Flächenanteil der besonders geschützten Teile von Natur und Landschaft (NSG, LSG, flächige LB und ND) erhöht sich von vormals 39,6 Prozent auf nun 41,18 Prozent des Stadtgebietes.

Der Flächenanteil der Naturschutzgebiete und geschützten Landschaftsbestandteile beträgt dabei 10,59 Prozent (NSG: 9,64 Prozent, LB: 0,95 Prozent).

Im Vergleich zu den ehemaligen Landschaftsplänen ergibt sich ein Plus von 1.018,4 Hektar Naturschutzgebietsfläche.

Zum Thema

Weitere Informationen finden Sie online.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.