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Friedensplatz altes Stadthaus

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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Umbauprojekt

Rathaus vor dem Start der Sanierung – Verwaltung und Kunstwerke ziehen um

Nachricht vom 03.11.2020

Eines der zentralsten und bedeutsamsten Umbauprojekte der Stadt Dortmund in den kommenden Jahren – die Sanierung des Rathauses – steht kurz vor dem Start. Seit dem 12. Oktober bereits läuft der Auszug aus dem Rathaus in kleinen Etappen.

Rathaus vor dem Start der Sanierung – Verwaltung und Kunstwerke ziehen um

V.l.n.r.: Udo Winterberg (Leiter Projektgruppe Rathaussanierung), Oberbürgermeister Thomas Westphal, Andreas Döpper und Luis Kiefer (Mitarbeiter v. Luzidus Leuchtmanufaktur), Baudezernent Arnulf Rybicki.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Ein gut abgestimmter Ablaufplan: noch bis zum 13. November verlassen die einzelnen Abteilungen und Geschäftsbereiche ihre angestammten Räume. Bereits seit Montag, 2. November, wird der Bauplatz eingerichtet und schon am 16. November ist der Baubeginn für das Sanierungsprojekt, das dann nach gut zwei Jahren Planungsvorlauf punktgenau starten kann.

Der größte Teil der Mitarbeiter*innen und auch die Büros der im Rat vertretenen Fraktionen ziehen für die nächsten zwei Jahre zum Südwall 21-23 , eine zuletzt nicht mehr genutzte Immobilie der Volkswohl-Bund-Versicherungen. Der neue Oberbürgermeister Thomas Westphal und sein Team haben ihre neuen Räumlichkeiten am Südwall schon eingerichtet. Von dort aus hat er in seine erste Amtszeit direkt starten können.

Das Rathaus beherbergt außerdem viele Kunstwerke, Ausstellungsstücke zur Geschichte Dortmunds, Geschenke aus den Partnerstädten sowie Preise, mit denen die Stadt im Laufe der Zeit ausgezeichnet wurde. Die wertvollsten Exponate sind inzwischen ins Museum für Kunst und Kulturgeschichte gebracht worden. Viele andere werden bis zur Rückkehr ins sanierte Rathaus eingelagert. Die in das Gebäude integrierten Kunstwerke, wie die Malereien an den Treppenaufgängen, werden ebenso fachgerecht demontiert und bis zur Rückkehr ins Haus gelagert.

Rathaus vor dem Start der Sanierung – Verwaltung und Kunstwerke ziehen um

Das Foto zeigt das Herunternehmen des Wandteppichs und seiner Transportvorbereitung durch eine Spezialfirma.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Christian Schön

Auch der große Wandteppich von 1950 mit der mittelalterlichen Stadtansicht hat seinen Platz zwischen den Eingängen zum Ratssaal in der ersten Etage verlassen und wird in der nächsten Zeit von Fachleuten restauriert und aufgearbeitet. Die großen stilprägenden Kronleuchter aus der Bürgerhalle werden für die Bauarbeiten ebenfalls an einen sicheren Ort gebracht. Das große geflügelte Nashorn aus dem Foyer bekommt am Südwall im Innenhof seinen neuen Platz.

Während der Rat, der Verwaltungsvorstand und viele Ausschüsse während der Bauzeit in den Westfalenhallen tagen werden , haben sich die vielen Gruppen, die regelmäßig die Säle und Räumlichkeiten des Rathauses genutzt haben, und auch die Parteien ihre eigenen Lösungen und Übergangsquartiere gesucht.

Vorbereitungen zur Sanierung haben begonnen

Die ersten sichtbaren Vorbereitungen für den Start der Sanierung wurden in der vergangenen Woche getroffen. Unterhalb des Ratssaals vor dem ehemaligen Restaurant Lokalmanufaktur wurden die "Dortmunder Leuchten" für die nächsten zwei Jahre abgebaut. Sie machen Platz für einen Teil der Baustellen-Logistikfläche. Richtung Friedensplatz und Stadtgarten werden etwa 20 Meter breite Streifen für die Aufstellung der Baustelleneinrichtung genutzt. Das Rathaus und die benötigte Logistikfläche werden schon bald vollständig durch einen Bauzaun eingegrenzt sein.

Außengastronomie auf dem Friedensplatz wird weiter möglich sein. Sollte es der Bauablauf hergeben, kann auch für große Veranstaltungen auf dem Friedensplatz der Baustellenzaun vorübergehend zurückgeschoben werden. Denn der Bereich am Friedensplatz wird lediglich als Materiallagerfläche genutzt, die weniger mobilen Baustellencontainer werden im Bereich des Stadtgartens aufgestellt. Eine temporäre Asphaltdecke wird überall, wo im Baustellenbereich Fahrzeuge unterwegs sein werden, die hochwertige Pflasterung des Bodens schützen – sie kann später problemlos wieder entfernt werden.

Fakten zum Rathaus

Zwischen 1987 und 1989 erbaut und längst zum Wahrzeichen geworden, steht für das Rathaus nach 30 Jahren intensiver Nutzung eine umfassende Modernisierung des Gebäudes an. Mit Beschluss des Rates vom 23. Mai 2019 wurden die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen beschlossen und das Budget dafür freigegeben (den Auftrag zur Sanierung erteilte der Rat zuvor schon am 15. Februar 2018. Die Ausschreibungsergebnisse haben zu einer Erhöhung der Investitionssumme um 2,3 Millionen Euro auf fast 36,4 Millionen geführt. Insgesamt hatte der Rat 36,35 Millionen Euro bewilligt. Die letzte Ausschreibung (Maler- u. Lackierarbeiten) ist am 8. Oktober 2020 gestartet worden.

Das 5-geschossige Gebäude mit einer Größe von rund 15.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche wird bekanntlich als Verwaltungsgebäude mit Büro- und Besprechungsräumen in den Obergeschossen, mit Sitzungssälen im 1. Obergeschoss, der Bürgerhalle und Trauzimmern sowie Ausstellungsbereichen und einem Restaurant im Erdgeschoss genutzt.

Demontage eines der großen Kronleuchter in der Bürgerhalle

Demontage eines der großen Kronleuchter in der Bürgerhalle
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Regionale Firmen waren bei der Vergabe erfolgreich

Die Bauablaufplanung orientiert sich an den Gewerken. Dies wurde bereits im Vergabeverfahren und bei der Vergabestruktur berücksichtigt. Die ausführenden Gewerke wurden in drei Fachlosen (Los 1 – Gebäudehülle / Los 2 – Aus- und Hochbau / Los 3 – Technische Gebäudeausrüstung) und vier Einzelvergaben (Baustellenlogistik, Abbruch, Maler- und Lackierarbeiten, Natur- und Betonwerksteinarbeiten) aufgeteilt. Von den drei großen Losen konnten zwei Aufträge an Dortmunder Unternehmen vergeben werden. Das Interesse von Firmen aus Dortmunds näherer und weiterer Umgebung war bereits im Vorfeld sehr groß.

Die Bauzeitplanung ist seit Anfang des Projektes unverändert und stabil. Die Hauptarbeiten sollen bis Ende August 2022 abgeschlossen sein. Dann folgt eine dreimonatige Phase der Wiederinbetriebnahme, bei der auch schon die ersten Sitzungen des Rates abgehalten werden können. Der Einzug ist weiterhin für den 29. November 2022 geplant.

Schutz vor Corona auf der Baustelle

Auch die Corona-Pandemie konnte diesem Zeitplan bisher nichts anhaben. Seit Mitte März wurden fast alle Besprechungen per Videokonferenz geführt. Auch gibt es regelmäßige Abstimmungen mit den Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren sowie den Ansprechpartner*innen der Bezirksregierung Arnsberg im Bereich des betrieblichen Arbeitsschutzes. Das Ziel ist es, gute und nachhaltige Maßnahmen zur Hygiene auf der zukünftigen Baustelle sicher zu stellen. Durch die Projektgruppe ist ein System zur Nachverfolgung der auf der Baustelle tätigen Personen entwickelt worden, damit Kontakte im Bedarfsfall lückenlos nachverfolgt werden können.

Aktuelle Informationen und viel Hintergrund zur Rathaussanierung können jederzeit im Netz abgerufen werden – unter der Adresse www.sanierungrathausdortmund.de.

Sanierungsprogramm in Stichworten:

  • Erneuerung der Lüftungsanlagen
  • Erneuerung der Heizungsverteilung sowie der Heizflächen
  • Erneuerung der sanitären Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Einrichtungsgegenstände
  • Erneuerung der öffentlich zugänglichen Aufzüge, hierbei auch ein Umbau von zwei Aufzügen zu einem Aufzug für Liegendtransporte
  • Erneuerung der kompletten Elektroinstallation
  • Erneuerung der Gebäudeautomation
  • Erneuerung der Brandmeldeanlage und Sicherheitsbeleuchtung
  • Erneuerung der Feuerlöschanlage
  • Sanierung der Fensterfassaden (Austausch der Verglasungen) mit 3-fach Verglasung
  • Instandsetzung bzw. Sanierung der Glaskuppel mit 3-fach Verglasung
  • Instandsetzung und Reinigung der Natursteinfassade
  • Schaffung von Barrierefreiheit im Ratssaal
  • Umbau der Beleuchtung
  • Anbindung der Empore des Ratssaals an die Fluchttreppen
  • Erneuerung und Anpassung des Trockenbaus in Wänden und Decken
  • Erneuerung der Wand- und Bodenfliesen
  • Bodenbelagsarbeiten
  • Überarbeitung der vorhandenen Parkettböden
  • Malerarbeiten
  • Schaffung von Gründächern

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.