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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Stadtbild

Klinikum Dortmund setzt Neubauvorhaben an der Alexanderstraße um

Nachricht vom 12.11.2020

In der Alexanderstraße starten die Arbeiten für einen nachhaltigen und sozialen Mehrwert für das Klinikviertel. Dort, wo derzeit ungenutze Jugendstil-Häuser stehen, entstehen künftig Gebäude des Klinkums Dortmund, die eine "Schule für Gesundheitsberufe", eine Kita und ein Elternhaus sowie eine Praxis für Pränatalmedizin beherbergen sollen.

Jugendstil-Gebäude an der Alexanderstraße.

Jugendstil-Gebäude an der Alexanderstraße.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Denkmalbehörde Stadt Dortmund

In den Jahren 1903 und 1904 entstanden drei Häuser am Ende der Alexanderstraße, deren aufwändige Fassadengestaltung in üppigem Jugendstildekor auch heute noch den Vorübergehenden ins Auge fällt. Architekt und Bauherr war Heinrich Schewe, der die Gebäude als bürgerliche Einfamilienhäuser konzipierte. Auch wenn die Fassaden auf den ersten Blick wie eine Einheit wirken, zeigen sich in den Details der aufwändigen Komposition der Jugendstil-Elemente viele kleine Unterschiede, die jedem Haus einen individuellen und spannungsreichen Charakter verleihen.

Nutzung änderte sich über die Jahre

Die über 100 Jahre, die die Gebäude nun stehen, sind jedoch nicht spurlos an ihnen vorübergegangen. Bei zwei Häusern fehlen die markanten Dachhäuschen mit den Giebeln zur Straßenseite, die Rückfassaden aller drei Gebäude sind weitreichend überformt. Zahlreiche Umbauten im Inneren folgten, als die Gebäude nach 1950 in den Besitz des angrenzenden Städtischen Klinikums übergingen und die ursprüngliche Nutzung als Einfamilienhäuser aufgeben wurde. Die Gebäude wurden zu einer Nutzungseinheit zusammengelegt und dienten fortan verschiedenen Aufgaben. Deutlich auch im öffentlichen Straßenbild wahrnehmbar sind diese Eingriffe am mittleren Gebäude, hier wurde der ursprüngliche Eingang vermauert und ist heute nicht mehr zu erkennen.

Keine Eintragung in Denkmalliste möglich

Die drei Gebäude wurden durch die städtische Denkmalbehörde und dem Fachamt für Denkmalpflege, der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen innen und außen auf ihren Denkmalwert hin überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass die Gebäude nicht mehr den Überlieferungszustand besitzen, der für eine Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Dortmund erforderlich gewesen wäre.

Neubauvorhaben des Klinikum Dortmunds an der Alexanderstraße, Straßenansicht.

Neubauvorhaben des Klinikum Dortmunds an der Alexanderstraße, Straßenansicht.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): weicken architekten

Der Neubau – ein Bericht des Klinikum Dortmunds

Bis 2008 befand sich die alte Blutbank des Klinikums in den zusammengelegten Häusern. Seither stehen sie leer und sind ohne eine umfangreiche Sanierung nicht weiter nutzbar, da viele Teile schadstoffbelastet sind.

Der Versuch, die auffälligen Jugendstilfassaden in den Neubau zu integrieren, schlug fehl, weil für die vorgesehenen zukünftigen Nutzungen ein behindertengerechter Zugang benötigt wird, der über die Altbauten und ihre Eingänge im Hochparterre nicht zu realisieren ist. Auch die Deckenhöhen und die Dachgestaltung stellten sich diesbezüglich als sehr schwierig dar. Von daher ist vorgesehen, die Gebäude mitsamt der einfachen Wohnheimbauten links und rechts, die in den 1950er Jahren entstanden sind und weitgehend leer stehen, abzubrechen und durch einen größeren Neubau zu ersetzen. Die Fassadenelemente der Jugendstilgebäude, die sich konservieren lassen, sollen entfernt und eingelagert werden, um sie an passender Stelle wiederverwenden zu können. Dies gilt auch für Ziergitter und Tür- und Fensterelementen, die sich für eine Verwendung an anderer Stelle eignen.

Schule, Kita, Praxis und Elternhaus

Das neue Gebäude, das zusammen mit dem Laborgebäude am Beginn und der Pathologie am Ende der Straße, zukünftig das Straßenbild prägen soll, wird die lang ersehnte "Schule für Gesundheitsberufe", eine Kita und ein Elternhaus, das aus Stiftungsmitteln finanziert wird, sowie die Praxis für Pränatalmedizin aufnehmen. Durch den Neubau der Schule für Gesundheitsberufe können fünf ausgelagerte Standorte aufgegeben werden, u.a. in der Petri-Schule an der Beurhausstraße und an der Sckellstraße, die zudem in ihren jetzigen Standorten nur temporär geduldet sind. Mit dem neuen Standort wird die Klinik die Zahl der Ausbildungsplätze um 75 erhöhen können und einen neuen Ausbildungsgang für Anästhesietechnische Assistent*innen (ATA) gründen. Für die Erhöhung der Ausbildungsplätze gibt es (zeitlich befristet) Fördergeld von 1,5 Mio Euro vom Land Nordrhein-Westfalen.

Durch die Einrichtung einer Kita wird eine merkliche Erhöhung um 60 Kita-Plätze im Kreuz-/Klinikviertel geschaffen; das Elternhaus für Eltern chronisch kranker Kinder entsteht mit 18 Appartements in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik. Dazu passt auch das Neubauvorhaben der Kinderklinik als Aufstockung auf dem Dach des ZOPF (Haus C), d.h. in unmittelbarer Nähe des künftigen Elternhauses. Für die Neonatologie, einem Zweig der angewandten Kinderheilkunde, gilt das bereits jetzt.

Auch wenn es bedauerlich ist, dass die Altbauten nicht in den Neubau integriert werden können, so schafft das Neubauvorhaben einen nachhaltigen und sozialen Mehrwert für den Zusammenhalt im Viertel, in der Stadt und für die Region.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.