Dortmund überrascht. Dich.
Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Auszeichnung

Oberbürgermeister Thomas Westphal zeichnete junge Künstlerinnen mit Förderpreis der Stadt Dortmund aus

Nachricht vom 07.12.2020

Der Förderpreis der Stadt Dortmund für junge Künstler*innen ist verliehen: Am Freitag, 4. Dezember, zeichnete Oberbürgermeister Thomas Westphal im Foyer des Opernhauses die Dramaturgin und Kuratorin Fanti Baum sowie die Regisseurin und Schauspielerin Elisabeth Pleß aus. Coronabedingt war die Preisverleihung nicht öffentlich, eine Aufzeichnung ist online verfügbar.

Preisverleihung mit Oberbürgermeister Thomas Westphal, Fanti Baum (links) und Elisabeth Pleß.

Preisverleihung mit Oberbürgermeister Thomas Westphal, Fanti Baum (links) und Elisabeth Pleß.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer

"Der Preis soll Ihnen Türen öffnen und Ihre Karrieren mit einem Schub versehen – in einer Zeit, in der gerade die Szene der Kunst- und Kulturschaffenden stark betroffen ist", sagte Oberbürgermeister Thomas Westphal. Der Förderpreis der Stadt Dortmund wird seit 1978 alle zwei Jahre in wechselnden Kunstsparten verliehen und ist insgesamt mit 7.500 Euro dotiert. Die Preisträgerinnen 2020 teilen sich das Preisgeld.

Die Jury sieht in Elisabeth Pleß und Fanti Baum starke künstlerische Persönlichkeiten, die das Theater und sich selbst in vielfältigen Kontexten neu denken und entdecken.

Elisabeth Pleß

Mit Elisabeth Pleß (Jahrgang 1981) würdigt die Stadt Dortmund eine im besten Sinne "frei" schaffende darstellende Künstlerin, deren Arbeit ein eindrucksvoller Beleg für die hohe künstlerische Qualität der freien darstellenden Szene in NRW sei, heißt es in der Laudatio des Schauspielers und Regisseurs Harald Redmer:

"Elisabeth Pleß zeichnet sprachliche Ausdruckskraft, stimmliche Wandlungsfähigkeit, Improvisationsvermögen und tänzerische Stärke gleichermaßen aus, und sie verfügt über die seltene Fähigkeit, klassisches Schauspiel und Performancekunst zu vereinen. (…) Elisabeth Pleß nutzt die Möglichkeiten der freien Szene, entwickelt stetig neue Formate jenseits der bekannten Bühnenaufstellungen. Sie bricht konsequent mit den Grenzen der Aufmerksamkeit für das Theater und öffnet es so für den Dialog zwischen Zuschauer*innen und Akteur*innen aus verschiedenen kulturellen und sozialen Räumen.
Mit ihrer politisch motivierten künstlerischen Haltung bezieht sie wirksam Stellung zu aktuellen gesellschaftlich drängenden Fragen, etwa in den 'NSU-Monologen', einer engagierten Auseinandersetzung mit dem Neonazismus. Ihre Bühnenproduktionen mit Strafgefangenen sowie ihre Arbeiten mit Jugendlichen zeugen von beeindruckender Einfühlsamkeit für die Lebenswelten der jeweiligen Akteur*innen."

Elisabeth Pleß wurde in Leipzig geboren und absolvierte eine Schauspielausbildung an der Theaterakademie Köln. Seit ihrem Bühnenreifediplom arbeitet sie freiberuflich als Schauspielerin, Performerin und Regisseurin. Sie lebt seit April 2020 in Dortmund. Mit der Stadt verbindet die Künstlerin eine lange künstlerische Tradition, vor allem durch ihre Mitarbeit an Produktionen unter dem Label "Artscenico". Aktuell ist sie in dem vom Kulturbüro der Stadt Dortmund geförderten Projekt "Access Artists Aid" zu sehen, ein kostenloses Live-Online-Kulturprogramm mit Benefizcharakter, das an ungewöhnlichen und ansonsten unzugänglichen Orten in Dortmund stattfindet.

Fanti Baum

Die Jury beschreibt Fanti Baum (Jahrgang 1982) als eine außergewöhnliche Künstlerin, Kuratorin und Festivalmacherin mit einem unverwechselbaren Profil: "In ihrer Arbeit als Festivalmacherin zeichnet sie sich durch große Offenheit und Sorgfalt und ein Gespür für zeitgenössische und eigenständige Positionen aus. So hat das von ihr und Olivia Ebert geleitete Favoriten-Festival in Dortmund auch überregionale Wirkung", heißt es in der Begründung.

Laudator Prof. Jörn Etzold betonte, das Favoriten-Festival habe die freie Szene in Nordrhein-Westfalen in all ihrer Vielfalt gezeigt – nicht nur etablierten Positionen, "sondern auch Arbeiten, die man tatsächlich erst einmal entdecken musste, mit Umsicht und Sorgfalt", so der Laudator. Fanti Baum gelinge es dabei immer wieder, Räume zu eröffnen – "mit der ganz seltenen Gabe, eine Atmosphäre der Neugierde, des Respekts, der Achtsamkeit zu schaffen".

Fanti Baum werde jedoch nicht nur als Festivalmacherin ausgezeichnet: "Geehrt und gefeiert wirst du auch als Künstlerin, als Essayistin, als Lehrende, als Denkerin. Deine Tätigkeiten sind und waren vielfältig", so Etzold. "Geehrt und gefeiert wirst du eben auch deswegen, weil deine Arbeiten – oder Tätigkeiten? Raumanordnungen? Entwürfe? – sich nicht so einfach in eine Kategorie einsortieren lassen. Die Jury würdigt mit dir eine Persönlichkeit, die die Produktionsverhältnisse der freien Szene, ihre eigene Rolle in ihnen, die politischen und sozialen Möglichkeiten des Theaters immer wieder aufs Neue kritisch und produktiv befragt und mit visionärer Kraft neue Wege findet."

Fanti Baum wurde in Berlin geboren. Sie studierte Kulturwissenschaft und Dramaturgie in Magdeburg und Frankfurt und arbeitet als freie Künstlerin und Dramaturgin in Theater, Performance & Theorie. Bundesweit kuratierte sie bereits bemerkenswerte Festivals an ungewöhnlichen Orten im Stadtraum. Zudem ist sie als Essayistin und Dozentin an Universitäten tätig. Seit 2017 leitet sie gemeinsam mit Olivia Ebert das Favoriten Festival der freien darstellenden Künste NRW.

Die Jury

Der Jury gehörten neben Mitgliedern des Rates der Stadt Dortmund folgende Fachpreisrichter*innen an: Prof. Dr. Jörn Etzold (Professor für Theaterwissenschaft und Mitglied des Dortmunder Theaterbeirates), Monica Fotescu-Uta (Tänzerin, Choreografin), Laura N. Junghanns (Regisseurin und Leiterin Schauspielstudio am Theater Dortmund) und Harald Redmer (Schauspieler, Regisseur und Produzent).

Zum Thema

Die Aufzeichnung der Preisverleihung ist online verfügbar unter

Dieser Beitrag befasst sich mit der Auslobung eines Preises oder sonstiger materieller Förderung seitens der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.