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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Kultur

Kulturbüro prämiert acht Künstler*innen für ihre Konzepte

Nachricht vom 14.12.2020

Was tun Künstler*innen und Kreative, die derzeit nicht auftreten, musizieren, ausstellen oder Kunst vermitteln können? Sie werden kreativ und orientieren sich neu. Knapp 50 Kulturschaffende aus Dortmund haben in den vergangenen Wochen Gelegenheit gehabt, ihre persönlichen Konzepte für die Zeit der Corona-Krise zu erarbeiten. Dank des Programms "Dortmunder Förderkorb", das das Kulturbüro Dortmund in der Corona-Pandemie neu aufgelegt hat, standen ihnen dafür jeweils 2.300 Euro zur Verfügung.

corona-konformen Stadtführungen von Ute Iserloh

Corona-konforme Stadtführungen von Ute Iserloh
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Iserloh

Insgesamt hatten sich 56 Dortmunder*innen für diese Förderung beworben. Acht der fertigen Konzepte wurden nun von einer Jury prämiert.

Die ausgezeichneten Künstler*innen

Ein Preisgeld von jeweils 10.000 Euro erhalten Gina Wenzel, Ute Iserloh, Oliver Pilsner, Janna Banning, Rada Radojcic, Sören Kruber, Birgit Götz und Clara Sorzano Hernandez. Ein Überblick über alle eingereichten Konzepte ist auf der Webseite foerderkorb-dortmund.de zu sehen. Sie beweisen eindrucksvoll die Kreativität, den Reichtum und die Lebendigkeit der Freien Kulturszene in Dortmund.

Clara Sorzano Hernandez will ihre Stimme gegen Rassismus in der Ballettwelt erheben. Ihr "Blackout Project" besteht aus drei etwa zehnminütigen Tanzfilmen, die sich darauf konzentrieren, sowohl Formen des Rassismus aufzudecken und zu hinterfragen, die sie als professionelle Balletttänzerin in ihrer Karriere erlebt hat. "The Blackout Projekt" wird Tanz/Choreographie, Visuelle Kunst, Musik und Interviews mischen.

Die Filmerin und Medienkünstlerin Gina Wenzel schafft mit dem Projekt "Edition YUNG" einen kreativen Raum für junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren. Ihr Ziel ist es, sie weg von den Bildschirmen hin zu Aktionen zu verleiten. Am Ende steht eine Reihe von Poetry-Werken und Essays, die von jungen Menschen bebildert wird. Die Werke sollen ihnen eine Stimme geben und die Zeit reflektieren, um danach zu erinnern und zur Nachdenklichkeit anzuregen. Hierfür bieten professionelle Künstler*innen Workshops aus den Bereichen Literatur, Film, Foto und Animation an.

Ute Iserloh hat nach corona-konformen Möglichkeiten gesucht, sich weiterhin an touristischen Veranstaltungen erfreuen zu können. Sie will Stadtführungen mit Unterstützung digitaler Lösungen ermöglichen. Titel des Projekts: "Bergmann Heinrich zeigt euch sein Revier".

Oliver Pilsner

Der prämierte Zauberkünstler "The Great Pilloso"
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Oliver Pilsner

Oliver Pilsner, der als Zauberer "The Great Pilloso" bekannt ist, hat für den Dortmunder Förderkorb eine Online-Show erarbeitet. Parallel dazu findet ein Online-Workshop statt, der Schüler*innen am Ende ermöglicht, eingebunden zu werden. Das Format soll nach der Pandemie ausgebaut und weiterentwickelt werden.

Die Bildende Künstlerin Janna Banning hat ein Buch geschrieben: "Sind wir ausgeschlossen oder eingeschlossen?" Eine Erörterung über Möglichkeiten zum Erleben von Kunst und Kultur in Zeiten der Pandemie.

Mit seinem "Teatro Transportable" verfolgt Theatermacherin Rada Radojcic die Idee einer mobilen, multifunktionalen Bühne, die outdoor einsetzbar ist – zum Beispiel in Kindergärtenhöfen, Schulhöfen, vor Krankenhäusern, Altersheimen, auf Spielplätzen, auf Straßen, auf Hinterhöfen oder im Rahmen von Festivals und Outdoor-Veranstaltungen.

Event-Manager und DJ Sören Kruber arbeitet Online-Eventmöglichkeiten aus und bietet einen strukturierten Überblick über deren Ausführungen. Am Ende steht ein Fahrplan, der es Eventmanager*innen erlaubt, selbst kreative Online-Eventformate zu entwickeln.

Choreografin und Performerin Birgit Götz plant mit ihrem Projekt "un_sichtbar" eine Recherche über die Wechselwirkungen zwischen Künstler*innen und Zuschauer*innen und deren Neuausrichtung in pandemischen Zeiten. Dabei geht es vor allem um darstellende Kunst im öffentlichen Raum. Alltagsorte in Dortmund werden hinsichtlich ihrer Eignung für theatrale Neuausrichtungen betrachtet.

Die Jury

Die Jury bestand aus Hendrikje Spengler (Leiterin des Kulturbüros Dortmund), Volker Gerland (Direktor der Musikschule), Levent Arslan (Direktor des Keuninghauses), Dr. Stefan Mühlhofer (Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe), Markus Andreas Lohmann (Leiter der Zentralbibliothek) und Anette Göke (VHS Dortmund).

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.