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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

"nordwärts"

Neue Temperatursensoren im Dortmunder Hafenquartier helfen bei Hitze

Nachricht vom 15.02.2021

Hitzebelastung als Folge des nahenden Klimawandels trifft die Menschen in dicht bebauten Innenstadtvierteln besonders. Mit diesen negativen Folgen umzugehen und gegen sie widerstandsfähiger zu werden, ist ein wichtiges Ziel. Erkenntnisse und Lösungswege dazu sammelt das Projekt "iResilience". Das Dortmunder Hafenquartier wird jetzt Forschungs- und Testgebiet für ein Hilfsinstrument.

Das Förderprojekt iResilience des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist organisatorisch beim Koordinierungsprojekt "nordwärts" der Stadt Dortmund angesiedelt und arbeitet vor Ort unter anderem mit der Technischen Universität Dortmund zusammen.

Zunächst wurden rund um die Schützenstraße im Hafenquartier wissenschaftliche Temperatursimulationen durchgeführt und die Erfahrungen der Bürger*innen vor Ort gesammelt. Der nächste Schritt besteht nun aus lösungsorientierten Innovationen und dem Einsatz sowie der Erprobung digitaler Technologien. Zu diesem Zweck sind auf Initiative des iResilience-Projektes im Hafenquartier 30 Sensoren an Straßenlaternen angebracht worden. Sie messen Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Diese Messdaten werden an die städtische Plattform des Datenservice DOData übermittelt. Die genutzte kabellose Übertragungstechnik ermöglicht dabei einen energieeffizienten Datenversand über längere Strecken mit geringem Wartungsaufwand. Sie wird zukünftig Teil der Strategie des digitalen Entwicklungstreibers "Allianz Smart City Dortmund" sein.

Ein Ziel ist es, die Temperaturen im Quartier kontinuierlich zu messen und auszuwerten. So entsteht eine Art tagaktuelle "Klimakarte". An besonders heißen Tagen werden dann Empfehlungen an Bürger*innen gegeben, welche Wege durchs Quartier erträgliche Temperaturen versprechen.

Weiteres Vorgehen

Das Projekt iResilience wird die Daten nutzen, um eine neue App für Smartphones zu entwickeln, die an Hitzetagen den Nutzer*innen Routen durch das Quartier vorschlägt, welche vergleichsweise geringere Temperaturbelastungen aufweisen. Für die Sensibilisierung der Stadtgesellschaft hinsichtlich ihrer subjektiven Betroffenheit bei Folgen des Klimawandels werden für die App-Nutzer*innen auch Mitwirkungsmöglichkeiten vorgesehen.

So sollen sie sich zukünftig über die App auch miteinander über ihre Wahrnehmungen vor Ort austauschen können. Anschließend werden die Nutzer*innen die Möglichkeit haben, ihre gewonnenen Erkenntnisse in den Datenbestand einzuspeisen, um ggf. den Unterschied zwischen tatsächlich gemessener und subjektiv empfundener Temperatur zu ermitteln. Diese Anwendung von Erkenntnissen kann man vielleicht mit privaten Staumeldern auf Autobahnen vergleichen, die in den Verkehrsstudios der Rundfunksender anrufen und ihre Erkenntnisse schildern. Die Anforderungen an Funktionen, Gestaltung und Nutzung der Anwendung sollen im Frühjahr 2021 im Rahmen des Forschungsprojekts gemeinsam mit interessierten Bürger*innen und potenziellen Nutzer*innen entwickelt werden. Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise finden Sie online.

Zum Thema

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte gerne an Ann-Cathrin Welling

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.