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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Coronavirus

Stadtspitze informiert zu Stand der Impfungen, Virusvariante und Vorbereitungen an Schulen

Nachricht vom 16.02.2021

Die Stadtspitze hat am Dienstag, 16. Februar, zur Corona-Lage sowie zum Stand der Impfungen informiert. In Seniorenheimen sind die Impfungen abgeschlossen, im Impfzentrum wurden bisher über 3.000 Impfungen verabreicht. Die Stadt will zudem das Testkonzept für Gemeinschaftseinrichtungen ändern.

Nach der Sitzung des Verwaltungsvorstandes gab die Stadtspitze eine Einordnung der aktuellen Corona-Lage und blickte dabei auf die Entwicklungen der vergangenen Woche.

Änderungen bei Bereichen mit Maskenpflicht

Die neue Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen ist seit dem 15. Februar gültig. Korrespondierend dazu hat die Stadt Dortmund die Allgemeinverfügung und damit die lokal festgelegte Maskenpflicht [pdf, 636 kB] ebenfalls um eine Woche verlängert. Dabei gibt es folgende Neuerungen: Innerhalb des Wallrings gilt eine Maskenpflicht nur noch in den Fußgängerzonen . Zudem ist nun der Zeitraum, in dem die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gilt, vereinheitlicht. Diese gilt in allen ausgewiesenen Bereichen von 9:00 bis 20:00 Uhr. Ordnungsdezernent Dahmen erklärte, die Bereitschaft, in der City eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sei ohnehin groß - auch außerhalb der Fußgängerzonen.

Inzidenz seit Tagen unter 50

Mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 49,1 (Stand Dienstag) liegt Dortmund nach wie vor unter dem Durchschnittswert in NRW von 56,2. Seit dem 11. Februar ist der Inzidenzwert konstant unter 50 - eine positive Entwicklung.

Die Ausbruchsgeschehen in Pflegeheimen seien zudem rückläufig und auch Ausbrüche in Krankenhäusern aktuell eindämmbar, erklärte Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamtes in Dortmund. Dies sei sicherlich auch auf durchgeführte Impfungen zurückzuführen. Das Gesundheitsamt kann die Kontaktnachverfolgung bei einer vergleichsweise niedrigen Inzidenz wie aktuell gut gewährleisten.

Englische Virusvariante: Infektionsquelle oft nicht bekannt

Neuen Herausforderungen gibt es allerdings aufgrund des Auftretens der neuen Coronavirus-Variante B 1.1.7. Bei den ersten in Dortmund bekannten Fällen konnte die Infektionsquelle noch ausgemacht und rechtzeitig eine Quarantäne verhängt werden. Inzwischen ist bei einer überwiegenden Zahl der Fälle jedoch nicht bekannt, wo die Infektionsquelle war. Am 12. und 13. Februar ist diese Mutation in zwei Kindertageseinrichtungen aufgetreten. In der katholischen Kita Heilig Kreuz wurde ein Kita-Kind positiv auf die Virusvariante getestet, in der Fabido-Kita Uhlandstraße wurde diese bei einer Erzieherin nachgewiesen (diese befand sich zu dem Zeitpunkt bereits in Quarantäne). Auch bei diesen Fällen ist bisher unklar, wo sich die Personen mit dem Virus angesteckt haben.

Gesundheitsamt lässt Abstriche bei Verdacht auf Variante untersuchen

Dr. Renken erklärte, das Gesundheitsamt würde, bei einem begründeten Verdacht auf Vorkommen der Virusvariante, auf eine frühzeitige Sequenzierung setzen. Anlasslose Testungen in allen Gemeinschaftseinrichtungen durchzuführen sei jedoch sowohl aus Kapazitäts- als auch Kostengründen nicht durchführbar. Eine Sequenzierung koste 200 Euro und nicht jedes Labor könne diese durchführen. In Absprache mit den Gemeinschaftseinrichtungen arbeitet das Gesundheitsamt nun an einem veränderten Testkonzept. Bei Auftreten eines Coronfalls soll ein Testangebot für alle geschaffen werden. Nach fünf bis sieben Tagen (durchschnittliche Inkubationszeit) soll erneut getestet werden, ebenso kurz vor Ablauf der festgelegten Quarantäne. "Bei der englischen Variante erkennen wir nur PCR-Tests an. Bei den verschiedenen Antigen-Schnelltests können wir die Qualität des Ergebnisses nicht nachvollziehen, es ist nicht verlässlich genug. Zudem wird eine Verkürzung der Quarantänedauer auf zehn statt 14 Tage im Zusammenhang mit dieser Variante nicht möglich sein", so Dr. Renken. Er hoffe, dass das Land entsprechende Verodnungen ändere. Insgesamt machte Dr. Renken klar, dass das bisherige Wissen über die Übertragbarkeit des Virus gegebenenfalls nicht auf die neue Variante anwendbar sei, da selbst bei sehr geringer Kontaktzeit eine Übertragung stattfinden könne.

Über 3.000 Impfungen im Impfzentrum

Birgit Zoerner, Krisenstabsleiterin und Gesundheitsdezernentin, gab einen Überblick zum Stand der Impfungen in Dortmund. Bis einschließlich Montag, 15. Februar, wurden im Impfzentrum 3.035 Impfungen mit dem BioNTech-Impfstoff durchgeführt. Zusätzlich wurden am vergangenen Donnerstag, 11. Februar, 302 AstraZeneca-Impfdosen verabreicht. Der Stadt liegen bisher noch keine verlässlichen Informationen darüber vor, wie viele Impfdosen in der nächsten Zeit zur Verfügung stehen werden. Zuletzt wurde die dem Land NRW zugesagte Menge nach unten korrigiert.

Zoener erklärte, sobald mit mehr Impfdosen gerechnet werden könne, werde auch das Impfzentrum Dortmund die Kapazitäten hochfahren und mehr Impfstraßen in Betrieb nehmen. Teilweise käme es vor, dass Impftermine, aufgrund eines technischen Fehlers bei der Buchungsplattform der KVWL, mehrfach belegt würden. Bisher konnten die Mitarbeitenden des Impfzentrums in Dortmund dies jedoch händeln, da stets einige Dosen mehr als Termine gebucht sind zur Seite gelegt würden. So habe man auch schon anderen Impfzentren in der Region aushelfen können. Erfreut war Zoerner über die "Impftermintreue" der Dortmunder*innen. "Die sogenannte No-Show-Quote liegt bei nur sechs Prozent. Gerechnet hatten wir zu Anfang mit bis zu 20 Prozent."

Impfungen in Pflegeeinrichtungen abgeschlossen

Zoerner erklärte, die mobilen Teams der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hätten die Impfungen in Pflegeeinrichtungen nun abgeschlossen. Die Stadt werde aber noch einmal auf das Personal der Pflegeeinrichtungen zugehen, da sich viele "bei der ersten Runde" aus verschiedenen Gründen nicht haben impfen lassen. Diese Beschäftigten hätten die Möglichkeit, sich donnerstags im Impfzentrum mit dem AstraZeneca-Impfstoff impfen zu lassen. Der Impfstoff des Herstellers BioNTech käme ausschließlich bei Menschen über 65 Jahren zum Einsatz. Der Donnerstag ist im Impfzentrum für Mitarbeitende von Rettungsdiensten und mobiler ambulanter Pflegedienste reserviert. Diese Termine koordiniert die Stadt - im Gegensatz zu jenen für die Über-80-Jährigen, die an den anderen sechs Tagen in der Woche geimpft werden.

Stadt bereitet Terminvergabe-Plattform vor

In Zukunft sollen die Kommunen alle Termine außerhalb der Gruppe der Über-80-Jährigen organisieren. Dies hat das Land NRW per Erlass festgelegt. Die Stadt Dortmund hat dafür einen Vetrag mit der Firma Eventim unterzeichnet. "Die Terminorganisation und Abarbeitung innerhalb der Stadtverwaltung ist praktisch unmöglich. Das Vergabe- und Beschaffungsamt hat die letzte Woche genutzt, um dies kurzfristig vergabekonform auf die Beine zu stellen. Eventim geht davon aus, dass es circa 14 Tage dauern wird, die Plattform soweit an den Start zu bringen", so Zoerner. Da jedoch noch mehr Aufgaben auf die Kommunen zukommen werden, ist die Stadt aktuell im Gespräch mit der KVWL. Aufgrund des Impfstoffmangels habe die Stadt noch Vorbereitungszeit, werde aber mehr Personal brauchen.

Grundschulen bereiten sich auf Wechselunterricht vor

Zum Thema Schulen erläuterte Bildungsdezernentin Daniela Schneckenburger, dass es ab Montag, 22. Februar, in Grundschulen Wechselunterricht geben werde, während die Abschlussklassen der Sekundarstufe eins und zwei in den Präsenzunterricht zurückkehren werden. Dies gelte genauso für Berufskollegs, in den Prüfungsvorbereitungen notwendig seien. Was die Form des Wechselunterrichts betreffe, gebe es in Dortmund sehr individuelle Lösungen für Schulen. Das Land finanziert die Beschaffung von medizinischen Masken für Lehrende. Diese hat die Stadt bestellt, ausgeliefert werden sie von den Lieferanten direkt an die Schulen. Lehrende haben zudem die Möglichkeit, sich zweimal in der Woche auf das Coronavirus testen zu lassen. Für Schüler*innen hingegen hat das Land keine Regelung zum Tragen medizinischer Masken erlassen. Der Rat der Stadt Dortmund hatte beschlossen, 197 Luftfilter-Geräte für Klassenräume, die als nicht ausreichend belüftbar bewertet wurden, anzuschaffen. Diese Bestellung hat die Stadt ebenfalls aufgegeben, der Lieferzeitpunkt hängt jedoch von der Marktsituation ab.

Text: Elena Hesterkamp

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Ausführliche Informationen zum Coronavirus, zur Lage in Dortmund sowie zu den Impfungen und dem Impfzentrum sind unter dortmund.de/corona zu finden.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.