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Coronavirus

Schnelltests, Impfungen und Öffnungsschritte: Stadt informiert zur Corona-Lage

Nachricht vom 09.03.2021

Die Planungen für Schnelltests laufen, die Impfungen von Lehrkräften und Erzieher*innen beginnen am Wochenende. Am 12. März soll eine neue Terminvergabe-Plattform online gehen. Die Museen öffnen mit Anmeldung. Über aktuelle Entwicklungen hat die Verwaltungsspitze am 9. März informiert.

Oberbürgermeister Thomas Westphal

Oberbürgemeister Thomas Westphal informierte über die Planungen für Schnelltests.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Soeren Spoo

Das Infektionsgeschehen in Dortmund bewegt sich aktuell auf einem gleichbleibenden Niveau. Dr. Frank Renken, Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes, erklärte, mit Blick auf die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus sowie die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Corona-Patient*innen ließe sich ein leichter Rückgang der Sterblichkeit und der Krankenhaus-Auslastung feststellen. Zudem seien größere Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen seit mehreren Wochen nicht mehr beobachtet worden. "Das spricht für einen hohen Schutz durch die in den Einrichtungen durchgeführten Impfungen", so Dr. Renken. Auch der Ausbruch im Knappschaftskrankenhaus Brackel sei inzwischen eingedämmt. Der Anteil der Coronavirus-Varianten an den Neuinfektionen sei in Dortmund bisher geringer als in anderen Regionen Deutschlands. In Dortmund liegt er noch unter 50 Prozent. "Durch die Einführung von kostenlosen Schnelltests wird sich die Inzidenz jedoch deutlich verändern. Künftig werden dadurch mehr symptomfreie Infizierte gefunden werden."

Stadt will Schnelltests dezentral durchführen lassen

Oberbürgermeister Thomas Westphal erörterte den aktuellen Stand der Planungen für Schnelltest-Angebote in Dortmund. Derzeit werte die Stadt die neue Teststrukturverordnung des Landes aus. Das Ziel sei es, ein dezentrales Angebot zu schaffen. "Geplant ist, dass das Gesundheitsamt Institutionen mit der Durchführung von Testungen beauftragen wird", so Westphal. Die Stadt prüfe gerade Institutionen, die bereits Interesse bekundet haben, mit Blick auf die Mindeststandards. "Wichtig ist zum Beispiel, dass diejenigen, die zum Testen kommen, nicht mit denjenigen, die bereits getestet wurden, zusammentreffen. Es muss eine räumliche Trennung geben. Besonders wichtig ist auch, dass im Falle eines positiven Testergebnisses schnell ein PCR-Test folgt, am besten direkt vor Ort."

Bei Positiv-Ergebnis: Nachtestung mit PCR

Sowohl Westphal als auch Dr. Renken betonten, die Stadt wolle verhindern, dass postiv Getestete für einen PCR-Test noch quer durch die Stadt fahren müssten. Dr. Renken verwies darauf, dass die Zahl der tatsächlich durchgeführten Tests ausschlaggebend für die Zahl der notwendigen Nachtestungen sei. "Wenn wir annehmen, dass 30 Prozent der Dortmunder Bevölkerung innerhalb einer Woche von Schnelltests Gebrauch machen könnten und wollten und ein bis zwei Prozent der Tests positiv ausfallen, hätten wir jeden Tag 200 bis 300 positive Ergebnisse, die mit PCR nachgetestet werden müssten." Für die Beschaffung der Tests sind die Teststellen selbst zuständig. Diese werden über die KVWL und schließlich über den Bund refinanziert. "In dieser Woche wollen wir die wesentlichen Dinge klären und dann geht es an die Beauftragung", bilanzierte Westphal.

Renken: Selbsttest weniger sicher

Selbsttests für die Nutzung zu Hause sind inzwischen u.a. in Supermärkten erhältlich. "Auch hier gilt: Ein positives Ergebnis unbedingt mit einem PCR-Test gegenchecken lassen, beim Hausarzt oder in der städtischen Teststelle. In der Bornstraße wurden die Kapazitäten im Drive-In ausgeweitet", betonte Dr. Renken. Selbsttest hätten zudem eine wesentlich schlechtere Aussagekraft, das Risiko eines falschen Ergebnisses sei höher als bei einem guten Schnelltest, der von eingeübtem Personal durchgeführt werde.

Impfung von Lehrer*innen und Erzieher*innen startet am Freitag

Seit dieser Woche gehören Beschäftigte an Grund- und Förderschulen sowie an Kitas und in der Kindertagespflege zur Gruppe mit hoher Impfpriorität. Diese Berufsgruppen werden nicht im Impfzentrum Phoenix West, sondern in mobilen Impfzentren in zwei Gesamtschulen geimpft. Ab Freitag, 12. März, werden dort drei Wochen lang jeweils freitags und samstags Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff durchgeführt. "Rund 9.000 Impfdosen wurden uns für diese Berufsgruppen zur Verfügung gestellt. Zunächst werden Lehrkräfte und Erzieher*innen geimpft, in einem nächsten Schritt folgen dann weitere Beschäftigte in den Einrichtungen", führte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger aus. Die Abfrage läuft momentan. Diese wird über den Fachbereich Schule beziehungsweise die Träger organisiert. Die Rückmeldungen liegen noch nicht abschließend vor.

Präzisierungen der Impfverordnung stehen noch aus

Die Impfungen in Werkstätten und Wohnheimen für Menschen mit Behinderung sollen vor Ort vorgenommen werden. Da jedoch zuerst Einverständniserklärungen eingeholt werden müssen, würden diese vermutlich erst Mitte März starten, so Schneckenburger. Mit den weiteren unter hoher Priorität genannten Personengruppen verhält es sich komplizierter. "Laut Impfverordnung sollen Personen mit Vorerkrankungen wie Diabetes ab Ende März geimpft werden, dies soll noch präzisiert werden. Für diese wird die Terminvergabe vermutlich über die KVWL laufen, für die anderen eventuell über die Eventim-Plattform. Das ist noch nicht sicher. Wann pflegende Angehörige sowie Angehörige von Schwangeren geimpft werden, soll ebenfalls noch durch einen Erlass präzisiert werden. Spätestens jedoch ab Mai."

Eventim-Plattform soll am 12. März an den Start gehen

Die Stadt geht davon aus, dass Buchungen über die Terminvergabe-Plattform von Eventim ab dem 12. März möglich sein werden. "Diese können dann Personengruppen nutzen, die wir über eigene Strukturen nicht erreichen können, wie zum Beispiel Personen, die im Rahmen von Dienstleistungen regelmäßig in Pflegeeinrichtungen tätig sind," erläuterte Matthias Gahlen vom städtischen Krisenstab.

Gesundheitsamt prüft Anträge von schwer Erkrankten

Dr. Renken erläuterte: "Das Gesundheitsamt bearbeitet Anträge von Personen, die nach Paragraph 3 der Impfverodnung mit hoher Priorität geimpft werden dürfen. Im Impfzentrum laufen die Planungen, wann diese Personen einen Termin bekommen können. Davon abzugrenzen sind diejenigen, die so schwer erkrankt sind, dass sie bei der Impfung vorgezogen werden. Dies sind Einzelfallentscheidungen, die medizinisch begründet werden müssen. Diese Einzelfallanträge bearbeitet ebenfalls das Gesundheitsamt."

Öffnung in Schulen, Freizeit- und Kultureinrichtungen

Die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes NRW sieht einige Öffnungsschritte vor. So werden ab dem 15. März auch Schüler*innen der Sekunderstufe 1 in den Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht übergehen. DSW21 ist auf ein stärkeres Personenaufkommen im ÖPNV vorbereitet. Städtische Freizeit- und Kultureinrichtungen bereiten sich ebenfalls auf die Wiedereröffnung unter Corona-Bedingungen vor. Der Zoo Dortmund öffnet ab Mittwoch, 10. März. Ein Zugang zur Kasse ist nur mit zuvor gebuchtem Voucher möglich. Das Dortmunder U öffnet ab Samstag, 13. März, wieder für Besucher*innen. Auch dort ist eine vorherige Terminreservierung online notwendig. Möglich ist diese ab dem 10. März. Weitere städtische Museen öffnen im Laufe der kommenden Wochen. Aktuell werden Vorbereitungen für einen coronakonformen Zugang und Aufenthalt getroffen. Die Stadt wird die Öffentlichkeit fortlaufend informieren. Fest steht jedoch, dass der Adlerturm geschlossen bleibt.

Text: Elena Hesterkamp

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Weitere Informationen zur Corona-Situation sowie zu Impfungen in Dortmund sind unter dortmund.de/corona zu finden. Dort sind auch weiterführende Links aufgelistet.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.