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Verkehr

Trafficpilot-App bringt bald "grüne Wellen" auf Dortmunds Straßen

Nachricht vom 12.04.2021

Stau und stockender Verkehr kommen leider auch in Dortmund regelmäßig vor. Die Stadt plant den Einsatz des Grüne-Welle-Assistenten Trafficpilot, um einerseits den Verkehr zu entlasten - und andererseits etwas für die Umwelt zu tun.

Fahrradampel bei Nacht

Über grüne Ampeln freuen sich nicht nur Radfahrende.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Creative Commons Namensnennung 3.0 flickr / kirberich

Die App Trafficpilot ist bereits in anderen Städten im Einsatz, dort hat sie laut Baudezernent Arnulf Rybicki gezeigt, dass fünf bis sieben Prozent Sprit eingespart werden können. Sie soll auch in Dortmund in diesem Jahr eingerichtet und freigeschaltet werden, damit so "ein Beitrag zum Verkehrsmanagement" geleistet werden kann.

Rybicki erläuterte am Dienstag, 13. April, bei der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstands, dass die App automatisch erkenne, wo sich der*die Nutzer*in befinde - ein händisches Nachschauen brauche es nicht, die App sei damit "gesetzeskonform". Die Nutzung sei ähnlich wie bei Navigationssystemen.

Die Grünschaltung an den Ampeln wird automatisch laufen und perspektivisch sollen sämtliche im Dortmunder Stadtgebiet über den Verkehrsrechner angebundene Ampeln in das Prognosegebiet des Trafficpilot einbezogen werden. Derzeit sind bereits 433 Ampeln am Verkehrsrechner angebunden, wovon bis zu 394 ohne zusätzliche Investitionen nutzbar wären.

Die App richtet sich zuerst an Rad- und Autofahrende, die an der "Grünen Welle" teilnehmen und ihr eigenes Fahrverhalten anpassen wollen. Wer schneller fahre, als die "Grüne Welle" geschaltet ist, so Rybicki, "der wird dann öfters mal bei Rot stehen".

Stau und stockender Verkehr nicht selten in der City

Mit seinen über 600.000 Einwohnern gehört Dortmund zu den bevölkerungsreichsten Städten in Deutschland. Regelmäßig kommt es durch das hohe Verkehrsaufkommen in der Innenstadt zu stockendem Verkehr und Stau. Das wirkt sich nicht nur negativ auf alle am Verkehr teilnehmenden Personen aus, sondern auch die Konzentration von Luftschadstoffen wird höher.

Entsprechend des Masterplans Mobilität 2030 sollen nachhaltige Mobilität und Maßnahmen in Dortmund gefördert werden, die die Emissionen reduzieren. Erstes Ziel ist, den volkswirtschaftlichen Schaden und die Umweltbelastungen durch Stau zu reduzieren, den Verkehrsfluss zu verbessern und die Schadstoffbelastung durch den Autoverkehr zu senken.

Zwei wichtige Bausteine sind die bereits geförderten Maßnahmen "Erneuerung des Parkleitsystems Innenstadt" und "Radverkehrsbeschleunigung an Lichtsignalanlagen".

Trafficpilot-App soll Auto- und Radfahrenden helfen

Mit dem Grüne-Welle-Assistenten Trafficpilot sollen Auto- und Radfahrende ihre Geschwindigkeit und ihr Fahrverhalten frühzeitig anpassen und auf die geänderte Ampelschaltung reagieren. So können Fahrende nicht nur Kraftstoff beziehungsweise Muskelkraft sparen, sondern auch die Schadstoffemissionen des Autoverkehrs werden reduziert.

Wesentliches Ziel des Trafficpilot ist das Senken der Schadstoffbelastung durch den sogenannten motorisierten Verkehr. Außerdem soll der Radverkehr durch weniger Wartezeit an Ampeln attraktiver werden.

Baudezernent Rybicki zur App Trafficpilot Quelle: YouTube

Tempo anpassen an Rot- und Grünphasen

Mit der App können Radfahrende ihre Geschwindigkeit durch Kenntnis der Rot- beziehungsweise Grünzeitprognose anpassen. Bevor sie einen Knotenpunkt erreichen, können sie bereits ihr Tempo anpassen und dann beim Ankommen direkt weiterfahren. Radfahrer*innen dürften so erheblich weniger lange an den Ampeln warten müssen.

Weniger bremsen und beschleunigen, weniger Abgase

Auch Autos und Lkw können ähnlich vom Trafficpiloten profitieren: Insbesondere in den letzten Sekunden der Rotphase, in der eigentlich ein Anhalten und erneutes Anfahren stattgefunden hätte, sollen sie nur noch ihr Tempo reduzieren und langsam an die Ampel "heranrollen" - die Verbrennungsgase CO2 und NO2 werden dadurch direkt reduziert, denn sie treten insbesondere beim Bremsen und Beschleunigen auf. Der Verkehrsfluss verbessert sich durch weniger Stop-and-Go-Verkehr, der Fahrkomfort gewinnt und auch Verkehrseffizienz und Verkehrsablauf verbessern sich.

Die geschätzten Gesamtausgaben des Vorhabens belaufen sich auf etwa 330.000 Euro für 450 Ampeln. Die Umsetzung soll Ende des zweiten Quartals 2021 starten. Nach Aufbau eines initialen Testgebiets zur Optimierung der Prognosezeiten und folgender vollständiger Fertigstellung, wäre das Projekt Ende 2022 abgeschlossen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.