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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Kultur

Vorreiterin feministischer Kunst ausgezeichnet: Valie Export erhielt MO-Kunstpreis

Nachricht vom 15.04.2021

Die Medien- und Performancekünstlerin Valie Export ist am 15. April mit dem MO-Kunstpreis "Follow me Dada and Fluxus" ausgezeichnet worden. Valie Export nahm den Preis virtuell in einer Videokonferenz in Wien entgegen. Eine Ausstellung ihrer Arbeiten läuft noch bis zum 2. Mai im MO-Schaufenster im Dortmunder U.

Foto von der virtuellen Verleihung des MO-Kunstpreises an VALIE EXPORT mit (v. links oben nach rechts unten): Kulturdezernent Jörg Stüdemann, Regina Selter (stellv. Direktorin des Museums Ostwall), Natalie Çalkozan (Kuratorin) und VALIE EXPORT. Fotos: Roland Gorecki, Dortmund Agentur

Virtuelle Verleihung des MO-Kunstpreises mit (von links oben nach rechts unten): Kulturdezernent Jörg Stüdemann, Regina Selter (stellv. Direktorin des Museums Ostwall), Natalie Çalkozan (Kuratorin) und Valie Export.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Die österreichische Künstlerin Valie Export, geboren 1940, gilt als die Grande Dame der feministischen Kunst. Der mit 20.000 Euro dotierte MO-Kunstpreis wurde zum siebten Mal vom Verein der "Freunde des Museums Ostwall" verliehen. Eine Ausstellung ihrer Arbeiten unter dem Titel "Valie Export. Irritation des Blicks" ist aktuell zu sehen.

"Sie gehören zu den mutigsten Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts", sagte Jörg Stüdemann, Kulturdezernent und Schirmherr des MO-Kunstpreises. Valie Export habe viele Menschen inspiriert – bis heute. "Die feministische Positionierung ist damals wie heute eine richtige und wichtige Zumutung für junge wie alte Männer", so Stüdemann. "Ein großes Dankeschön für das, was Sie in die zeitgenössische Performance-, Aktions- und Medienkunst hineintragen und großen Respekt für den Ansatz, den Sie gewählt haben. Die Stadt Dortmund fühlt sich sehr geehrt, Sie unter den Preisträgerinnen zu wissen." Valie Export sprach der Stadt Dortmund ihren herzlichen Dank aus. Sie fühle sich mit ihrer persönlichen und künstlerischen Geschichte der Fluxus-Bewegung sehr nahe.

MO-Kunstpreis

Mit dem MO-Kunstpreis stärken die Freunde des Museum Ostwall den Sammlungsschwerpunkt "Fluxus" kontinuierlich und bauen ihn aus. Durch den mit 10.000 Euro dotierten Ankaufspreis kamen seit 2014 Werke namhafter Künstler*innen, die in der Tradition von Fluxus arbeiten, ins Museum Ostwall im Dortmunder U. Da sich der MO-Kunstpreis inzwischen als feste Größe etabliert hat und die Qualität der in diesem Kontext erworbenen Arbeiten überzeugt, hat die Leitung des Dortmunder U anlässlich des 10. Jubiläums des Hauses beschlossen, den mit dem MO-Kunstpreis verbundenen Kunstankauf zukünftig jährlich mit weiteren 10.000 Euro zu unterstützen.

In diesem Jahr wird die Sammlung herausragend bereichert durch die fotografische Dokumentation von Valie Exports Straßenaktion "Homo Meter II" (1976): Damals forderte sie Passant*innen in Wien auf, sich von einem Brotlaib, den sie sich um den Bauch geschnallt hatte, ein Stück herunterzuschneiden. Brot, symbolisch für Erde, Ernährung, aber auch für den menschlichen Leib und Mutterschaft, wird hier zum Thema einer Performance und eines fotografischen Zyklus.

Zur Künstlerin

In ihrem Werk thematisiert und hinterfragt die Valie Export den gesellschaftlichen Blick auf unser Körperbild und insbesondere auf das der Frau. Welchen Einfluss haben unsere Sprache, unsere Umgebung und Herkunft auf den eigenen Körper? Welches Bild konstruieren die Medien, die bis heute an der Wahrnehmung von Stereotypen mitwirken? Ihre spektakulären Performances und Aktionen vor allem in den 1960er- und 70er-Jahren waren provokant und direkt. Sie sorgten für Aufruhr in der bürgerlichen Öffentlichkeit. Der Grund dafür: Es ist der eigene Körper, an dem sie exemplarisch ihre Ansichten und Dekonstruktionen darstellt. Er steht im Zentrum und entlarvt bis dahin Unsichtbares.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.