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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

RS1

Stadt Dortmund beginnt im Kreuzviertel mit Bauarbeiten am Radschnellweg Ruhr

Nachricht vom 19.04.2021

Der Bau des Radschnellweg Ruhr (RS1) in Dortmund startet im Kreuzviertel. Der erste Abschnitt verläuft vom Einmündungsbereich der Arneckestraße über die Sonnenstraße in die Große Heimstraße, bis hin zur Wittekindstraße. Die Arbeiten führen zu Einschränkungen im Verkehr.

Interessierte können schon jetzt virtuell aufs Fahrrad steigen und den Dortmunder Teil des RS1 zwischen Schnettkerbrücke und Stadthaus "erfahren". Dabei ist zu beachten, dass die Abschnitte vor und hinter dem 1. Bauabschnitt zunächst nur einen Ausblick geben, wie die weitere Planung aussehen könnte. Quelle: YouTube

Das Tiefbauamt der Stadt Dortmund startet am Montag, 19. April, mit den Bauarbeiten am Radschnellwegs Ruhr auf dem Dortmunder Stadtgebiet.

RS1 startet als Fahrradstraße

Eine Führung des Radschnellwegs als Fahrradstraße im dicht bebauten, urbanen Raum entsteht im Kreuzviertel zur Anbindung des Dortmunder Zentrums. Auf Fahrradstraßen haben Radfahrende Vorrang und dürfen nebeneinander fahren. Im Kreuzviertel wird die neue Fahrradstraße, über die der RS1 geführt wird, für den Kraftverkehr freigegeben, der sich hier als "Gast" besonders rücksichtsvoll verhalten muss. Die Rechts-vor-Links-Regelung wird aufgehoben, der RS1 erhält Vorrang.

Arbeiten beginnen an Kreuzung Arneckestraße/Sonnenstraße

Der erste Bauabschnitt des Radschnellwegs Ruhr beginnt am Einmündungsbereich der Arneckestraße, geht über die Sonnenstraße zum Sonnenplatz und von dort bis zum Ende der Große Heimstraße an der Wittekindstraße. Die Fahrbahndecke wird im gesamten Verlauf vollständig erneuert.

Mehr Platz für Rad- und Fußverkehr

Im Abschnitt der Sonnenstraße von Möllerbrücke bis Arneckestraße wird die Fahrbahn von derzeit 4,20 Meter auf 5,00 Meter durch Versetzen des südlichen Bordsteines verbreitert, um die notwendige Fahrspurbreite für den Begegnungsfall Kfz / zwei nebeneinanderfahrende Radfahrende zu erhalten. Die Parkstände vor den Häusern entfallen in diesem Abschnitt. Der verbleibende Gehweg wird dadurch wieder breiter und in diesem Zuge den Bedürfnissen der Barrierefreiheit baulich angepasst. "Dadurch wird neben der Fahrradfreundlichkeit auch dem Fußverkehr als gleichberechtigte Verkehrsart mehr Platz eingeräumt", bemerkt die Leiterin des Tiefbauamtes Sylvia Uehlendahl.

Im Einmündungsbereich Sonnenplatz wird die vorhandene Oberflächenbefestigung (wie u. a. Betonpflaster/Asphalt) einschließlich ihrer Einfassungen (Bord u. Rinnen) aufgenommen und durch eine neue Fahrbahndecke aus Asphalt und neuen Einfriedungselementen (Rundborden/Rinnen) ersetzt, um die neue Linienführung der Großen Heimstraße als vorfahrtsberechtigte Straße optisch zu verdeutlichen.

Parkverbotszone in Großer Heimstraße, neue Parkplätze in Höhe Stübbenstraße

Auf der Großen Heimstraße wird eine Parkverbotszone angeordnet, um das Parken am Fahrbahnrand und an den Baumscheiben zu unterbinden. Dieses Parkverhalten, das schon heute widerrechtlich geschieht, erzeugt gefährliche Engstellen für den Radverkehr und blockiert im Notfall Rettungswege. Die baulich angelegten Parkstände bleiben erhalten. Darüber hinaus wird die Grünfläche in Höhe der Stübbenstraße umgestaltet. Die zusätzlichen Parkplatzflächen können zur Entlastung der angespannten Parksituation beitragen. Da die Verkehrsteilnehmenden auf dem RS1 Vorfahrt haben, wird die vorhandene Signalanlage Große Heimstraße/Neuer Graben entfernt.

Die Animation zeigt die Große Heimstraße als Fahrradstraße.

Die Animation zeigt die Große Heimstraße als Teil des RS1.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Ab dem Einmündungsbereich Kreuzstraße werden auch die noch fehlenden Teilabschnitte der schon vorhandenen Oberflächenentwässerung in Form von Rinnenbahnen bis zum Einmündungsbereich Neuer Graben ergänzt. Die schon vorhandene Oberflächenentwässerung wird mit zusätzlichen Sinkkästen weiter verbessert.

Die Fahrbahnrandmarkierungen des Radschnellweges werden wie auf der gesamten Strecke von Hamm bis Duisburg in Grün vorgenommen. Spezielle Radschnellweg-Piktogramme auf der Asphaltdecke werden allen Verkehrsteilnehmenden verdeutlichen, dass sie auf dem RS1 unterwegs sind.

Erreichbarkeit für Anlieger*innen

Im ersten Teilabschnitt wird die Arneckestraße in Fahrrichtung Norden zur Sackgasse. Während der Bauarbeiten werden Stellplätze in den einzelnen Teilabschnitten temporär wegfallen. Die fußläufige Erreichbarkeit der Hauseingänge bleibt stets gewährleistet. Der Zugang für Feuerwehr und Einsatzkräfte ist sichergestellt. Der Radfahrende sowie der motorisierte Verkehr werden mit Umleitungen an der Baustelle vorbeigeführt.

Die Stadt Dortmund hat die Anwohner*innen im ersten Teilabschnitt per Hauswurfsendung vorab informiert. Wenn die Bauarbeiten Richtung Süden vorrücken werden die anliegenden Bürger*innen ebenfalls frühzeitig kontaktiert.

Radschnellwege: ohne Umwege von A nach B

Radschnellwege sind qualitativ hochwertige, direkt geführte und leistungsstarke Verbindungen zwischen Landkreisen, Kommunen oder Stadtteilen. Sie führen ohne viele Umwege und Kurven von Punkt A zu Punkt B. Ohne große Unterbrechungen durch Kreuzungen, so schnell, bequem und sicher es eben geht und natürlich auf einem Untergrund, der es erlaubt, flott voranzukommen. So bieten sie sich an zum Arbeitspendeln, zur feierabendlichen Fahrt zu Bekannten in der nächsten Stadt, zur Einkaufsfahrt ins Nachbarviertel – und natürlich für den Tourismus.

RS1: zentraler Baustein für zukunftsorientierte Mobilität

Der Radschnellweg Ruhr (RS1) ist das Rückgrat für das regionale Radverkehrsnetz im Ruhrgebiet und damit zentraler Baustein für eine zukunftsorientierte und klimafreundliche Mobilitätsstrategie. Gerade mit der geplanten Alltagsnutzung in der Metropolregion Ruhr mit einer Gesamtlänge von ca. 100 km von West nach Ost entsteht eine attraktive Alternative zum motorisierten Verkehr und damit eine Entlastung der vielbefahrenden Verkehrsachsen A40/B1 sowie der Schienenstrecke Duisburg-Hamm.

"24 Kilometer dieses zukunftsweisenden Infrastrukturprojektes werden durch Dortmunder Stadtgebiet führen. Besonders im verdichteten und urbanen Umfeld der Metropole Ruhr erfordert die Führung der Trasse die Kreativität der Planenden", erklärt Uehlendahl. Die Transformation alter Bahntrassen in komfortable kreuzungsfreie Radverkehrsverbindungen und die Entwicklung von Brückenbauwerken zur steigungsarmen Überwindung von Tälern und Flüssen gehören genauso in den Baukasten der Planung wie die Realisierung von Fahrradstraßen.

Die Karte zeigt den ersten Bauabschnitt des RS1 in Dortmund.

Die Karte zeigt den ersten Bauabschnitt des RS1 in Dortmund.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß zum RS1-Baustart: "Die Statistik zeigt, dass immer mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, die E-Mobilität ist nicht nur eine Angelegenheit für Autos. Mit dem Fahrrad auf schnellen Wegen durch das Ruhrgebiet. So wird aus den einzelnen Städten hoffentlich eine gut organisierte Ruhrstadt. Der RS1 repräsentiert dies als wichtiges Symbol."

Die Realisierung des ersten Bauabschnitts wird im Rahmen der Sonderförderung des Radschnellwegs Ruhr über die Bezirksregierung Arnsberg mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Die Zuschusshöhe beträgt 85 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Die Kosten belaufen sich auf 755.300 Euro.

Hürden bei Bau und Planung

Die Umsetzung des Radschnellwegs Ruhr in Dortmund ist das bisher größte Radverkehrsprojekt der Stadt und der Metropole Ruhr. Knapp ein Viertel der Gesamtstrecke des RS1 entfällt auf Dortmunder Stadtgebiet. Nicht nur dies ist eine besondere Herausforderung, sondern auch die Ausgangslage, dass keine alten Bahntrassen für die Wegeführung zur Verfügung stehen. "Die spannende Aufgabe besteht darin, die Trasse in den verdichteten urbanen Raum einzubinden", erklärt Stefan Thabe als Leiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes.

Diese Herausforderung ist mit komplexen Abstimmungsprozessen verbunden. Radschnellwege werden in NRW als "Landesstraßen" kategorisiert, was den Vorteil hat, dass die Finanzierung überwiegend beim Land liegt. Die Systematik ist damit bei Radschnellwegen die gleiche wie bei Landesstraßen: Es gibt freie Strecken und Ortsdurchfahrten. Aufgrund der Streckencharakteristik ergeben sich in Dortmund daraus zehn Baulastträgerwechsel: Fünf Abschnitte liegen in der Zuständigkeit des Landes, fünf bei der Stadt Dortmund (in Kilometern: 18 km liegen beim Land, 6 km bei der Stadt Dortmund). Planung und Abstimmung sind dadurch sehr aufwändig. In vielen Teilabschnitten sind Bahnflächen berührt.

Der notwendige und zeitintensive Personaleinsatz ist ein weiterer nicht unerheblicher Grund der die Prozesse verlängert. Für den RS1 konnte ab August 2020 im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt eine neue Stelle zur Projektkoordination besetzt werden. Im Tiefbauamt gibt es bislang keine zusätzlichen Stellen für den RS1. Die Arbeiten müssen z.Zt. mit dem vorhandenen Personal erledigt werden. Die Entwurfsplanung der freien Strecken sollen zwar durch externe Ingenieurbüros bearbeitet werden, aber Ausschreibung, Betreuung und verwaltungsinterne Abstimmung sowie Umsetzung binden erhebliche Ressourcen. Daher sind sowohl für das Planungs- als auch das Tiefbauamt neue Stellen vorgesehen, die sich ausschließlich mit dem RS1 befassen sollen.

Weitere Planung des RS1 in Dortmund

"Um möglichst viele Abschnitte parallel planerisch und baulich zusammenhängend umzusetzen, haben die Stadt Dortmund der Landesbetrieb Straßenbau NRW eine Planungsvereinbarung geschlossen. Damit wird die Stadt alle Teilstücke des RS1 auf Dortmunder Stadtgebiet zusammenhängend planen", erläutert Thabe die weitere Vorgehensweise.

Die Planungen für alle Bauabschnitte in der Baulast der Stadt sollen noch 2021 begonnen werden. Erste Vorabstimmungen der direkt an diesen Bauabschnitt angrenzenden Bereiche finden derzeit statt. Die Bauabschnitte in der Baulast des Landes, welche die streckenmäßig längsten Teilstücke darstellen, sollen von externen Ingenieurbüros bearbeitet werden. Die Vorbereitungen zur Vergabe sind ebenfalls in Arbeit, sodass auch hier 2021 erste Aufträge vergeben werden sollen. Aufgrund der Streckenlängen von mehreren Kilometern, der Betroffenheit der Grundstücksverhältnisse, der notwendigen Variantenuntersuchungen und der Komplexität der Aufgaben mit einer Vielzahl von geplanten Ingenieurbauwerken (z.B. Unterführungen und Brücken), ist heute noch nicht abzusehen, wann die Ergebnisse aller Ingenieuraufträge vorliegen und mit den Fördergebern abgestimmt sind.

Auch die zum gesamten Planungs- und Genehmigungsprozess zugehörigen Untersuchungen zu den Belangen des Umwelt- und Naturschutzes werden noch 2021 an externe Gutachterbüros vergeben. Durch die parallele Arbeit an den Teilstücken in der Baulast der Stadt und in der Baulast des Landes soll jedoch eine zeitnahe Realisierung weiterer Bauabschnitte ermöglicht werden.

Ziel ist es, eine Befahrbarkeit des RS1 durch das Dortmunder Stadtgebiet bis 2030 umzusetzen. Da insbesondere bei den Unterführungen und Brücken mit einem enormen Zeitaufwand für Planung und Bau zu rechnen ist, muss stellenweise auch mit provisorischen Lösungen geplant werden. Die Realisierung einer ca. 24 km langen Strecke in der Qualität einer Landesstraße durch dicht bebauten, urbanen Raum ist aufgrund aller Notwendigkeiten und Bedingungen ein Dekadenprojekt. Diese Herausforderung wird jedoch entsprechend den Zielvorgaben angenommen.

Zum Thema

Weitere Informationen zum Bauablauf werden auf der Projektwebsite www.dortmund.de/rs1 veröffentlicht.

Ähnlich wie bei dem Fahrradprojekt "Radwall" können Interessierte jetzt schon virtuell auf das Fahrrad steigen und den RS1 zwischen Schnettkerbrücke und Stadthaus erfahren. Die Abschnitte vor und hinter dem ersten Bauabschnitt sollen dabei einen Ausblick geben, wie die weitere Planung aussehen könnte und werden online bereits heiß diskutiert.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.