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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Kultur

Akademie für Theater und Digitalität setzt weiter auf Kooperation

Nachricht vom 29.04.2021

Nach dem Erfolg 2020 wird die Zusammenarbeit der Akademie für Theater und Digitalität, des Theatertreffens der Berliner Festspiele und der Initiative Digitale Dramaturgie dieses Jahr fortgesetzt. Am 19. und 20. Mai werden vier künstlerische Arbeiten zum Thema Potenzial von Theater im Netz gezeigt.

Grafik zum digitalen Theaterprojkt "Das HOUSE - Reinventing the Real"

Grafik zum digitalen Theaterprojkt "Das HOUSE - Reinventing the Real".
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Akademie für Theater und Digitalität

Das Modellprojekt Akademie für Theater und Digitalität des Theater Dortmund hat 2020 bei der Kooperation mit dem Theatertreffen der Berliner Festspiele und der Initiative Digitale Dramaturgie in einer Reihe von Gesprächen über den Status quo digitaler Theaterkunst diskutiert, Dieses Jahr soll es vor allem um einen Blick in die Zukunft gehen: Das Festival am 19. und 20. Mai zeigt vier künstlerische Arbeiten, die jede auf ihre ganz eigene Weise das Potenzial von Theater im Netz erlebbar machen. "Stages Unboxed" ist der neue digitale Showcase des Theatertreffens der Berliner Festspiele, mit dem die Kooperation fortgesetzt wird.

Frage nach der Wirksamkeit des Theaters

Im Live-Reenactment seiner eigenen Lecture Performance stellt Arne Vogelgesang in "Es ist zu spät" die Wirksamkeit von Theater angesichts der Klimakatastrophe in Frage. Fünf Jahre Dokumentation eines gesellschaftlichen Umbruchs, fünf Jahre Aufklärung, Positionsbestimmung, Leben an der Armutsgrenze. Fortlaufend nähert sich der Monolog dem politischen Versagen und setzt das Politische ins Verhältnis zur eigenen Theaterarbeit. Das Theatertreffen zeigt die interaktive Livestream-Fassung von "Es ist zu spät" von internil (Arne Vogelgesang und Marina Dessau), entwickelt für das Impulse Theater Festival und den Theaterdiscounter Berlin.

Kreative Stücke zu Kapitalismus, Migration und Identität

Mit "Under Pressure" reagiert das Theaterkollektiv Henrike Iglesias auf den Leistungsdruck turbokapitalistischer Gesellschaften. In einer interaktiven Wettbewerbsshow, inspiriert von populärem Reality-TV, treten die Performerinnen gegeneinander an. Das Publikum entscheidet per App, wer den Leistungskategorien am besten standhält. Das Stück stellt das Diktat von Belastbarkeit, Selbstoptimierung und Stressresistenz auf den Prüfstand. Die Gruppe Teatro en Red zeigt in einer Zoom-Performance Dokumentartheater: "Las Travesías (The Crossings)" erzählt von sechs venezolanischen Performerinnen, deren Lebensläufe sich aufgrund politischer Entwicklungen verändert haben und erforscht das Phänomen der jüngsten venezolanischen Migration am Beispiel ihrer Familiengeschichten. Nach unzähligen Umzügen und konstantem Wandel bleibt die Frage, ob es überhaupt möglich ist, eine neue Identität anzunehmen.

Bereits in den ersten Monaten der Pandemie forschte das Team von minus.eins in Kooperation mit dem Schauspiel Dortmund (Intendanz: Kay Voges) und der Akademie für Theater und Digitalität am digitalen Theatererlebnis und widmete sich etwa der Frage, wie der Echtzeit-Dialog von Publikum und Künstler*innen im digitalen Raum funktioniert und welche theatralen Erzählweisen rein virtuelle Landschaften dem Theater ermöglichen. "Das House – ReInventing the Real" lädt zu einer interaktiven Führung durch digitale Städte und Theater und liefert so einen einmaligen Blick in virtuelle Zwischenwelten.

Diskurs darf nicht fehlen

"Stages Unboxed" wird begleitet von einem diskursiven Programm. Am 20. Mai spricht Thomas Oberender mit Arne Vogelgesang über "Theatralität und Körper im digitalen Raum". Im Anschluss an die digitalen Aufführungen finden Nachgespräche mit den Künstler*innen statt. Die Initiative Digitale Dramaturgie begleitet den digitalen Showcase mit einer eigenen Podcast-Reihe.

Tickets und Zugang

Die vier Produktionen werden in unterschiedlichen Formaten kostenfrei auf der Website der Berliner Festspiele gestreamt. Für die interaktive Teilnahme an der Produktion "Das House – ReInventing the Real" wird aufgrund der beschränkten Platzkapazität um eine Voranmeldung gebeten.

Dieser Beitrag befasst sich mit Angelegenheiten einer Beteiligungsgesellschaft der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.