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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Stadterneuerung

Stadt entwickelt Strategien für das Umfeld der ehemaligen HSP-Fläche

Nachricht vom 11.05.2021

Von der HSP-Fläche zu "Smart Rhino": Die Entwicklung der Industriebrache zum urbanen Quartier ist eines der größten Projekte in Dortmund. Davon sollen auch angrenzende Siedlungen entlang der Rheinischen Straße und Unterdorstfeld profitieren. Die Stadt erarbeitet deshalb nun Strategien.

Blick auf das HSP-Areal

Auf dem rund 52 Hektar großen ehemaligen HSP-Areal zwischen Innenstadt-West, Dorstfeld, Huckarde und der Nordstadt soll das Quartier "Smart Rhino" entstehen.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): ge-filmt.de

Nach der Schließung des ehemaligen Werks der Hoesch Spundwand und Profile GmbH (HSP) 2015 in Dorstfeld ist die Wiederbelebung der Industriebrache ein großes städtebauliches Entwicklungsprojekt in Dortmund. Dabei bietet die Entwicklung der Fläche zum neuen urbanen Quartier "Smart Rhino" auch eine Chance auf Verbesserungen für die angrenzenden Siedlungen entlang der Rheinischen Straße und Unterdorstfeld. Unter der Federführung des Amtes für Stadterneuerung will die Stadt jetzt Strategien zur Entwicklung der Quartiere im Umfeld der HSP-Fläche erarbeiten.

Erfolgsbeispiel direkt nebenan: Stadtumbau an der Rheinischen Straße

Handlungsbedarf in den Quartieren zwischen der ehemaligen Unionbrauerei (heute: Dortmunder U) und der Emscher wurde bereits vor vielen Jahren erkannt: Als Konsequenz vom hohen Sanierungsbedarf der Gebäudebestände, der überdurchschnittlichen Leerstandsquote sowie funktionalen und städtebaulichen Defiziten hatte der Rat der Stadt 2008 das Quartier an der Rheinischen Straße als Stadtumbaugebiet festgelegt. In den darauffolgenden elf Jahren hat sich das Gebiet an der Rheinischen Straße in das beliebte, lebendige Quartier gewandelt, das heute als "Unionviertel" bekannt ist. Die positiven Veränderungen des Quartiers sind im Bereich rund um den U-Turm bis zur Unionstraße am deutlichsten sichtbar und nehmen im weiteren Verlauf der Rheinischen Straße nach Westen ab. Das 2008 beschlossene Stadtumbaugebiet Rheinische Straße soll daher aufgehoben werden.

Aufschwung durch IGA 2027 und "Smart Rhino" aufgreifen

"Westlich der Dorstfelder Brücke konnten hingegen nur punktuelle Verbesserungen erzielt werden", erklärt Planungsdezernent Ludger Wilde. Der Bereich konnte bisher aufgrund seiner Lage zwischen Bahngleisen und Werksgelände von den positiven Entwicklungen aus dem Stadtumbau nicht profitieren. Das soll sich ändern.

Für die Internationale Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027 werden im Zuge von "Emscher nordwärts" Nachbarschaften und Grünzüge entlang der Emscher besser miteinander verbunden und attraktiver gestaltet. Das neue Stadtquartier "Smart Rhino" soll auf dem ehemaligen HSP-Gelände Wohnen, Arbeiten und Leben auf moderne Art verbinden. Geplant ist, dass die Fachhochschule Dortmund dorthin umzieht. "Die Grundsatzentscheidung darüber fällt vermutlich im Sommer", so Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Pressekonferenz am 11. Mai 2021: Planungsdezernent Ludger Wilde zu Strategien für das Umfeld des ehemaligen HSP-Areals Quelle: YouTube

Um die positive Ausstrahlung dieser Vorhaben auch für die Entwicklung der direkten Nachbarschaft zu nutzen, soll durch das Amt für Stadterneuerung für die bestehenden Quartiere rund um die ehemalige HSP-Fläche ein sogenanntes Integriertes Stadterneuerungskonzept erarbeitet werden. Mithilfe dessen können Städte die zukünftige Entwicklung einzelner Stadtteile besser steuern und öffentliche Fördergelder beantragen. Dafür werden die Stärken, Schwächen und Chancen innerhalb festgelegter Gebiete untersucht und eine Strategie für ihre Weiterentwicklung formuliert. Das integrierte Stadterneuerungskonzept für das Umfeld der HSP-Fläche bildet wiederum die Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen und Projekten zur Stabilisierung und Aufwertung der Quartiere.

Dialog mit Bewohner*innen und Eigentümer*innen

Wohin sich die Quartiere entwickeln sollen und welche Projekte sowie Maßnahmen es dafür braucht, wird in einem intensiven Dialog mit den Bewohner*innen, Eigentümer*innen und allen weiteren engagierten Menschen vor Ort gemeinsam erarbeitet.

Sanierungsgebiet würde Stadt mehr Möglichkeiten bieten

Ergänzend soll mit der Einleitung sogenannter vorbereitender Untersuchungen für einen kleineren Teilbereich die Anwendung des Sanierungsrechts geprüft werden. "Diese Untersuchungen sollen bis 2023 durchgeführt werden", so Wilde. Durch die Festsetzung eines Sanierungsgebietes hätte die Stadt für einen bestimmten Zeitraum weitreichendere Eingriffsmöglichkeiten, um die städtebauliche Entwicklung in dem Gebiet steuern zu können. Hierfür muss jedoch zunächst nachgewiesen werden, dass städtebauliche Missstände vorliegen.

Durch den Beschluss einer Vorkaufsrechtssatzung für das Sanierungsverdachtsgebiet kann zusätzlich sichergestellt werden, dass für den Zeitraum der vorbereitenden Untersuchungen keinerlei Aktivitäten stattfinden, die den Sanierungszielen entgegenstehen. "Vorkaufsrecht für die Stadt Dortmund bedeutet nicht, dass wir nun massenweise Immobilien abkaufen. Wenn ein Grundstück verkauft wird, haben wir aber als Stadt die Möglichkeit, zu prüfen, ob dieses Grundstück für unsere Sanierungsziele interessant ist oder zu schauen, ob die von den Eigentümer*innen vorgesehene Nutzung diese Ziele gefährden würde. Dann kann die Stadt das Grundstück kaufen", erläutert Wilde.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.