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Umwelt

"Müll-Detektive" feiern Erfolge im Kampf gegen verdreckte Container-Standorte in Dortmund

Nachricht vom 17.05.2021

Die Stadt Dortmund und die EDG sorgen für Sauberkeit im Stadtgebiet. Täglich fahren sie die Container-Standorte für Altpapier, Pappe und Kartons an, denn besonders während der Pandemie hat die Vermüllung hier zugenommen. Einige "Müll-Sünder" konnten bereits bestraft werden.

Stadtdirektor Stüdemann zur Müll-Problematik an Altpapier-Containern im Dortmunder Stadtgebiet Quelle: YouTube

In den vergangenen Jahren haben die Stadt Dortmund und die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) eine Menge Initiativen gestartet, um die Sauberkeit im ganzen Stadtgebiet zu verbessern . Dabei gerieten auch immer wieder die Depot-Container für Papier, Pappe und Kartons in den Blick der Kontrolleur*innen, wie Stadtdirektor Jörg Stüdemann schildert: "Der eine ist nicht in der Lage, seine Kartons zu zertrampeln und ordnungsgemäß in den Container zu werfen, der andere stellt seine Kartons einfach neben den Container."

"Müll-Detektive" seit vergangenem Herbst im Einsatz

Gerade in der Coronavirus-Pandemie hat die Vermüllung an den Container-Standorten laut Stüdemann zugenommen. Seit dem 1. Januar werden die 544 Depot-Container-Standorte im Stadtgebiet täglich angefahren und gereinigt - das sind fast 3.000 Reinigungen pro Woche. Dann werde alles weggebracht, "was unsinnigerweise daneben gestellt worden ist".

Aber dabei blieb es in den vergangenen Monaten nicht: Im dritten Quartal 2020 starteten vier städtische und vier Ermittler der EDG ihr Gemeinschaftsprojekt "Ermittlungsdienst Abfall" (EDA) . Die "Container-Detektive" deckten seit dem vergangenen Jahr 650 Vergehen auf. Fast 50.000 Euro Bußgelder wurden eingetrieben. Dazu bilanziert Stüdemann: "Das sind im Gros kleine Beträge zwischen 75 und 200 Euro." Bei wilden Müllablagerungen habe die Strafe aber zwischen 1.000 und mehreren Tausend Euro gelegen.

Müllersünder*innen erwartet hohe Strafe

Eine Videoüberwachung von besonders betroffenen Containern ist rechtlich nicht erlaubt, dennoch zeigt sich Stüdemann überzeugt, dass die "Müll-Detektive" eine gute Abschreckung seien, um die Vermüllung der Standorte in den Griff zu bekommen.Die "Top 3" der Standorte, an denen bislang die besten Ermittlungserfolge erzielt wurden, liegen in der Dortmunder Nordstadt. Aber auch in allen anderen Stadtbezirken waren die gemischten Teams des EDA erfolgreich.

Konkret bearbeitet die Untere Abfallbehörde beim Umweltamt bislang 384 Verfahren abschließend, 245 Vorgänge wurden an das Rechtsamt (Bußgeldstelle) weitergeleitet. Dort werden die endgültigen Bußgeldhöhen festlegt und letztlich die Bußgeldbescheide erlassen. Das Rechtsamt hat für "Ermittlungsdienst Abfall" bisher 199 Bußgeldbescheide gefertigt und insgesamt Bußgelder in Höhe von 48.020 Euro verhängt. Spitzenreiter ist bislang ein überführter Mehrfachtäter, der aufgrund der erheblichen Menge unerlaubt abgelegten Abfalls 8.000 Euro zahlen muss.

Neben dem Bußgeld kommen auf die überführten Täter*innen auch noch die Entsorgungskosten für den abgelegten Abfall zu, wenn die Beschuldigten diesen nicht selbst wieder beseitigen. Der Entsorgungsaufwand wird von der EDG gesondert ermittelt und summiert sich über alle Fälle bislang auf 49.342 Euro.

Entsorgung von Altkleidern ebenfalls ein Problem

Liegenschaftsdezernent Stüdemann berichtete am Dienstag, 18. Mai, ebenfalls, dass die Zahl der Altkleider-Container im Stadtgebiet um mehr als ein Fünftel verkleinert wurde. Grund dafür seien unter anderem die sinkenden Verwertungsmöglichkeiten für Alttextilien, die mittlerweile oftmals verbrannt würden. Künftig sei zu überprüfen, ob weniger Container für Altkleider zu mehr Vermüllung führen. Mit Blick auf die Container für Papier, Pappe und Kartons betonte Stüdemann in Richtung Bürger*innen: Wenn die EDG tagsüber die Container anfahre, dann heiße dass nicht, "dass dort abends nicht schon wieder etwas herumliegen kann".

Kampagne gegen Vermüllung

In den kommenden Monaten plant die EDG eine Werbekampagne zum Thema "Littering", also der achtlosen Verunreinigung von Straßen, Gehwegen, Parkanlagen und anderen Plätzen im öffentlichen Raum. Kleine bis mittelgroße Mengen Müll werden dabei in der Öffentlichkeit zurückgelassen - es ist leider eine zunehmende Unsitte geworden, Abfälle im öffentlichen Raum achtlos wegzuwerfen oder liegen zu lassen, ohne die dafür vorgesehenen Abfallbehälter oder Papierkörbe zu benutzen.

Nach Angaben von Dezernent Stüdemann ist das Ziel der Kampagne, das Bewusstsein bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu schärfen, "nicht überall ihren Müll achtlos wegzuwerfen". In anderen Städten funktioniere sie schon gut. Der Kampagnenstart ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen, Stüdemann spricht vom Sommer: "Wenn wir alle hoffentlich ein bisschen mehr draußen sein werden."

Zum Thema

2020 wurde an fast 70 Container-Standorten jeweils ein weiterer Container für Pappe und Co. aufgestellt. Ende 2020 standen an 544 Standorten 1.874 dieser Depot-Container. Das waren 69 mehr als Ende 2019. Die Zahl der Container für Alttextilien reduzierte sich von 2019 auf 2020 um 98.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.