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Bauen

Baubeschluss für neue Fuß- und Radwegbrücke an der Lindemannstraße steht bevor

Nachricht vom 18.05.2021

Das Bauvorhaben rund um die neue Fuß- und Radwegbrücke an der Lindemannstraße wird konkreter: Nach den Sommerferien kann ein Baubeschluss für das repräsentative Bauwerk gefasst werden. Durch neue Elemente, etwa bei der Beleuchtung, steigen die ursprünglich geplanten Kosten.

Eine Grafik des weiterentwickelten Entwurfs für die geplante Fuß- und Radwegbrücke an der Lindemannstraße.

Eine Grafik des weiterentwickelten Entwurfs für die geplante Fuß- und Radwegbrücke an der Lindemannstraße.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): schlaich bergermann partner sbp / Terrabiota Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH

Baudezernent Arnulf Rybicki hat am Dienstag, 18. Mai, den aktuellen Stand zum geplanten Brückenbau an der Lindemannstraße vorgestellt. Das neue repräsentative Bauwerk an exponierter Stelle soll eine direkte barrierefreie Verbindung zwischen Max-Ophüls-Platz und dem Messevorplatz bieten. Die bisherige Brücke führt von der Lindemannstraße über die Bundesstraße 1 zum Signal-Iduna-Park - sie muss aber abgerissen werden, weil sie nicht geeignet ist für einen barrierefreien Zugang. Rybickis Urteil zum alten Bau: "Zu steil, zu lang."

Bauzeitplan steht noch nicht

Nach den Sommerferien kann ein Baubeschluss für das neue Werk gefasst werden. Die Fertigstellung der Brücke soll bis zur Fußball EM 2024 erfolgen, wobei Rybicki am Dienstag auch klarstellte, dass es noch keinen genauen Bauzeitplan gibt.

Ungeachtet dessen zeigte er sich vom Entwurf des Auftragnehmers begeistert, dem Büro schlaich bergermann partner sbp aus Stuttgart. Das Vorhaben besteche durch die geradlinige Durchgängigkeit der Brücke und die Rampen seien sehr geschickt geplant. Nicht nur viele Zuschauer*innen des BVB, sondern auch andere Menschen "werden diese Brücke lieben", zeigte sich Rybicki zuversichtlich.

Hoffnung auf kurze Bauzeit

Die Vorplanung zum Bau wurde im Januar 2021 abgeschlossen. Wie eine Analyse ergab, ist die Steigung ausreichend konzipiert, so dass die Brücke barrierefrei ist und auf Aufzüge zu beiden Seiten der B1 verzichtet werden kann.

Zum Bauzeitplan erklärte der Dezernent, dass die alte Brücke zuerst abgerissen und dann die neue gebaut werden solle. In der Zwischenzeit müssten Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und andere Personen zum Beispiel die Straßenunterführung unter der B1 nutzen. Die Bauzeit dürfte relativ kurz ausfallen, da es sich beim Neubau um eine Stahlbrücke handelt, die größtenteils in Fertigteilen angeliefert werde, sagte Rybicki.

Details des Brückenentwurfs

Der Entwurf berücksichtigt insbesondere die wichtigste Aufgabenstellung für die neue Brücke – Barrierefreiheit zwischen Max-Ophüls-Platz und dem Messevorplatz. Durch die genaue Verortung von Ruhepodesten im Bereich der geschwungenen Rampen und die Optimierung der Gefällesituation wurden die Anforderungen bestmöglich in den Entwurf integriert. Dabei mussten sowohl die erforderlichen Durchfahrtshöhen der B1 als auch die vorhandenen Anschlusshöhen an die beiden Plätze berücksichtigt werden.

Auch die wichtigen und sichtbaren Charakteristika der neuen Brücke wurden im Vorplanungsentwurf bestätigt und geschärft: die schwungvolle Form mit den weit auskragenden Loops, der schlanke Stahl-Überbau mit den prägnanten V-förmigen Stützen, das transparente und dauerhafte Geländer aus Edelstahl-Seilnetz und die integrale Konstruktion, die einen wartungsarmen Betrieb der Brücke verspricht.

Der vorgesehene Gehbelag wird aus einem Dünnschichtbelag hergestellt, der durch eine Quarzsandeinstreuung die notwendige Rutschsicherheit bietet. Überbau, V-Stützen und Treppen erhalten durch eine Eisenglimmer-Beschichtung einen dauerhaften Korrosionsschutz.

Für die sichere Nutzbarkeit der Brücke bei Dunkelheit sorgen durchgängig im Handlauf integrierte LED-Leuchten, die sowohl für die Nutzer*innen als auch für die unter der Brücke kreuzenden Autofahrer*innen blendfreies Licht auf die Laufplatte projizieren. Zusammen mit einer bodennahen Lichtlinie ermöglicht die Handlaufbeleuchtung über Reflektion auch die notwendige Gesichtserkennung, ergänzt über einen bei hohem Fußverkehr zuschaltbaren Lichtmast in dem Mittelstreifen der B1. Die Brücke erhält in Ergänzung zur funktionalen Beleuchtung eine effektvoll inszenierende Akzentbeleuchtung, die auf der Unterseite entlang der Brückenränder, an den V-Stützen sowie als seitliche Linienleuchte angeordnet wird.

Die Freiraumgestaltung

Die Gestaltung des Freiraums ist nicht nur im Zusammenhang mit der repräsentativen Brücke zu sehen, sondern auch mit dem denkmalgeschützten Gebäuden und dem raumprägenden Alleebestand am Rheinlanddamm. Am Max-Ophüls-Platz muss vor dem Hotel die Garten- und Teichanlage zurückgebaut werden. Neu zu pflanzende Bäume werden in größtmöglicher Anzahl auf dem Max-Ophüls-Platz sowie im Bereich des Messeplatzes geplant. Die Freiflächen werden als ökologisch wertvolle Blumenwiese gestaltet. Die Minimierung der Flächenversiegelung ist hier Ziel der Planung.

Kosten sind im Vergleich zu vorherigen Plänen gestiegen

2017 hatte der Rat für die Planung 350.000 Euro per Beschluss genehmigt. Nach ersten vorläufigen Schätzungen ging man seinerzeit von Baukosten in Höhe von 3,95 Millionen aus. Nach dem Wettbewerb und im Zuge der weiteren Vorplanung erhöhen sich nun beide Summen, denn erst jetzt waren reale Kosteneinschätzungen möglich. Grund dafür sind neue Elemente wie das Beleuchtungskonzept mit Akzentbeleuchtung, die in den ursprünglichen Schätzungen nicht enthalten sein konnten und entsprechende Planungskosten verursachen. Die Höhe der Baukosten für Bauanlagen, Tragwerk und Beleuchtung liegen aktuell bei 4,67 Millionen Euro.

Stuttgarter Büro bekam im Sommer 2020 den Auftrag

Beim Verfahren für das neue Bauwerk entschied sich die Jury 2019 für zwei Preisträger*innen. Mit beiden trat die Stadt Dortmund in eine anschließende Verhandlungsphase. In solchen Verhandlungen geht es um die identifizierten fraglichen Punkte eines Entwurfs, aber auch um die Konkretisierung der Bauwerksplanung. Den Planungsauftrag erhielt denn im Sommer 2020 das Büro schlaich bergermann partner sbp aus Stuttgart und später wurden mit diesem die maßgeblichen Planungs-Randbedingungen für die Brücke geklärt.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.