Friedensplatz altes Stadthaus

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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Masterplan Plätze

Stadt gibt Handbuch zur Gestaltung der City-Plätze in Auftrag

Nachricht vom 21.05.2021

Wie sollen der Hansa-, Friedensplatz und Co. in Zukunft aussehen? Wie können die Bürger*innen ihre Plätze nutzen? Impulse soll ein Gestaltungshandbuch geben, das die Inhalte des Masterplans Plätze konkretisiert. Es soll als Leitfaden für prägende Stadträume dienen. Die Bearbeitung gibt die Stadt Dortmund in Auftrag.

Deutscher Evangelischer Kirchentag

Der Hansaplatz während des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2019: ein Platz voller Leben.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Eine Großstadt wie Dortmund definiert sich durch die Vielfalt und die Lebendigkeit ihrer City. Innenstädte als Orte der Begegnung bieten den Stadtbewohner*innen die Möglichkeit, am gemeinschaftlichen Leben teilzunehmen. Insbesondere die öffentlichen Plätze prägen die Identität der Stadt und sind Ausdruck ihrer Urbanität. Als Räume werden die Plätze unterschiedlich genutzt. Die Herausforderung liegt dabei in einem verträglichen Miteinander der unterschiedlichen Nutzungen und den gestalterischen Ansprüchen.

Der Deutsche Städtetag führt hierzu in seinem aktuellen Positionspapier "Zukunft der Innenstadt" (Februar 2021) aus: "Von der Qualität öffentlicher Räume profitieren die Bürger*innen genauso wie die Besucher*innen einer Stadt – für das Flanieren und Shopping ebenso wie für alltägliche Wege und Begegnungen. Die Gestaltung öffentlicher Räume ist eine wesentliche Aufgabe kommunaler Baukultur."

Pandemie verstärkt Wandel in Innenstädten

Die Innenstädte erfahren aktuell einen Wandel, der durch den Rückgang des stationären Einzelhandels und zunehmenden Online-Handel geprägt ist. Dieser Effekt wird durch die aktuelle Pandemie-Situation weiter verschärft. Leerstände und kleinere Ladenflächen sind die Folge. Der öffentliche Raum gewinnt daher immer mehr an Relevanz für die Zukunftsentwicklung.

Im City Konzept 2030 vom September 2014 sind bereits die Handlungsfelder und Leitlinien für die weitere Entwicklung der öffentlichen Wege und Plätze aufgeführt. Auf dieser Grundlage hat das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt unter Beteiligung weiterer Ämter und Einrichtungen eine Dokumentation mit dem Titel "Masterplan Plätze in der Innenstadt" (Ratsbeschluss 28. März 2019) erarbeitet. Dabei wurden aus grundsätzlichen Betrachtungen die Ziele der Weiterentwicklung aller Plätze und bedeutsamen Achsen der City abgeleitet und über die Analyse der Plätze und Räume konkrete Maßnahmen vorgeschlagen.

Kurzfristige Maßnahmen bereits durchgeführt

Bei den kurzfristigen Maßnahmen wurde der Fokus auf solche gelegt, die im Zuge der Vorbereitung auf die in dem Jahr 2019 durchgeführten überregionalen Großveranstaltungen, insbesondere den Evangelischen Kirchentag, für ein attraktives Erscheinungsbild der Dortmunder City sorgen sollten.

Am 10. Juli 2019 wurde eine Dialogveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Büro plan-lokal PartmbB, Dortmund, zur Betrachtung der langfristigen Ziele für die Plätze in der Innenstadt durchgeführt. Das Ergebnis der Beteiligung wurde in einer Dokumentation der Dialogveranstaltung [pdf, 57,7 MB] zusammengestellt.

In der City sind viele Bereiche als verkehrsfreie Zonen ausgewiesen. Dies korrespondiert mit dem Ziel des bis April 2022 laufenden Förderprojektes "Emissionsfreie Innenstadt", Menschen zu bewegen, möglichst viele Wege in die Dortmunder City zu Fuß, per Fahrrad, mit öffentlichen oder elektrisch angetrieben Verkehrsmitteln zurückzulegen und durch die Verringerung des Kfz-Verkehrs erhebliche positive Effekte für den Klimaschutz zu erreichen.

Öffentlicher Raum als Ort des Lebens

Ziel ist es, dass der öffentliche Raum aber nicht nur als Ort des Durchquerens genutzt wird, sondern Orte des Lebens und des Verweilens angeboten, wahrgenommen und genutzt werden. Diese Zuordnung soll der Masterplan vornehmen. 

Die Quantität und Qualität des verwendeten Stadtmobiliars - dazu gehören Bänke, Laternen, Blumenkübel - ist zudem ein wesentlicher Indikator für die Aufenthaltsqualität und damit sowohl für den Handel und die Einrichtungen in der City als auch für die gesamte Stadtgesellschaft. Insbesondere dem nutzbaren Stadtmobiliar und der städtebaulichen Gestaltung fällt eine besondere Rolle zu. Sie schaffen Mehrwerte für das soziale Miteinander.

Gestaltungshandbuch für Verwaltung, Eigentümer*innen und andere Nutzer*innen

Zur Konkretisierung der Inhalte des Masterplans Plätze soll die Bearbeitung extern vergeben werden. Als Endergebnis soll ein Gestalthandbuch entstehen, auf dessen Grundlage eine Gestaltungssatzung erarbeitet werden kann. Da die Betrachtung sich hierbei nicht nur auf die Plätze erstrecken soll, werden die prägenden Stadträume der Innenstadt mitbetrachtet.

Das Gestaltungshandbuch soll einen praktikablen Leitfaden sowohl für die verwaltungsinternen Beteiligten und Anwendenden als auch für externe Akteure*innen wie private Eigentümer*innen, Mieter/Pächter*innen (Gastronomie, Einzelhandel) und Bürger*innen als Nutzer*innen darstellen.

Neben den im ersten Schritt zu behandelnden Plätzen im Bereich der City sind auch die in den Stadtbezirken Dortmunds gelegenen Plätze von großer Bedeutung. Daher sollen auch diese nach der Bearbeitung des Masterplans in der City in den kommenden Jahren sukzessive betrachtet werden. Das Gestalthandbuch kann hierzu bereits eine wichtige grundsätzliche Vorarbeit leisten.

Beteiligung der Bürger*innen

Um die Öffentlichkeit im Prozess des Masterplanes einzubinden, sind Öffentlichkeitsbeteiligungen wie Workshop-Formate, Infoveranstaltungen, aber auch interaktive Formate vorgesehen.

Für die sich aus dem Gestaltungshandbuch ergebenen konkreten Empfehlungen zur Durchführung von Wettbewerben und Umsetzung baulicher Maßnahmen, sind jeweils weitere politische Beschlüsse erforderlich.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.