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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Wissenschaft 2.0

Masterplan Wissenschaft geht in die zweite Runde - zahlreiche Projekte bis 2030 geplant

Nachricht vom 21.05.2021

Dortmund ist eine Wissenschaftsstadt und soll sich auch künftig als Bildungsstandort mit zukunftsfähigen Technologien weiterentwickeln - deshalb geht der Masterplan Wissenschaft in Runde zwei. Bis 2030 sollen über 200 Beteiligte an innovativen Ansätzen und Projekten für Dortmund zusammenarbeiten.

NAO-Roboter der FH Dortmund

NAO-Roboter der FH Dortmund
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): FH Dortmund/Volker Wiciok

Am Donnerstag, 20. Mai, hat der Rat der Stadt Dortmund den Masterplan Wissenschaft 2.0 mit großer Mehrheit beschlossen. Als strategisches Instrument der Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und Stadtgesellschaft geht der Masterplan Wissenschaft damit in die zweite Runde. Die Rektoren von TU Dortmund und FH Dortmund, Prof. Dr. Manfred Bayer und Prof. Dr. Wilhelm Schwick sowie der Masterplanbeauftragte Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Waldmann haben die Ergebnisse der einjährigen Entwicklungsphase den Ratsmitgliedern vorgestellt.

"Der Masterplan Wissenschaft ist ein gemeinschaftlich getragener Prozess vieler engagierter Partnerinnen und Partner; zusammen verfolgen wir das Ziel, Dortmund als Wissenschaftsstadt und als attraktiven und zukunftsfähigen Technologie- und Bildungsstandort weiterzuentwickeln. Dafür bietet der Masterplan Wissenschaft 2.0 den geeigneten Rahmen", sagt Oberbürgermeister Thomas Westphal zum Ratsbeschluss.

Vier Themengruppen und über 200 Beteiligte in einem breiten Netzwerk

An den vier miteinander verzahnten Themengruppen sind über 200 Akteur*innen beteiligt. Bis 2030 arbeiten die Mitwirkenden gemeinschaftlich an der Entwicklung und Umsetzung innovativer Ansätze und Projekte, die zur Zielsetzung des Masterplans Wissenschaft 2.0 beitragen. Zum Start wurden bereits 30 konkrete Projekte erarbeitet, die nach und nach in die Umsetzung gehen. Koordiniert werden die Themengruppen über Sprecher*innenteams, die sich aus Vertreter*innen der Hochschulen, der Wirtschaft und der Stadtverwaltung zusammensetzen. Mit dabei sind auch Vertreter*innen der Dortmunder Studierenden.

Inhaltlicher Fokus der Themengruppen des Masterplans Wissenschaft 2.0:

  • Themengruppe 1 / Wissenschaftsstadt und Kulturmetropole eröffnet einen Dialog mit den Bürger*innen; verbindet die Themen Wissenschaft und Kultur und vernetzt verschiedene Akteur*innen in themenspezifischen Runden ("Satelliten"). Diese Satelliten werden sich in den kommenden Monaten formieren: Jugend/Bildung/Talente, Ethik, Willkommenskultur, Kultur und Demokratiebildung. Bereits gestartet ist eine AG, die sich um studentische Orte in der Innenstadt kümmert.
  • Themengruppe 2 / Exzellenz und Vernetzung fokussiert die Weiterentwicklung der bestehenden wissenschaftlichen Kompetenzfelder Logistik, Produktionstechnik, Biomedizin und Wirkstoffforschung, Energie sowie die Schul- und Bildungsforschung. Zudem wurden als neue Kompetenzfelder "Demografischer Wandel" und "Künstliche Intelligenz/Data Science" identifiziert. In beiden Forschungsbereichen haben die Dortmunder Hochschulen und Forschungseinrichtungen bereits heute eine große Bandbreite vorzuweisen, die weiter ausgebaut werden soll.
  • Themengruppe 3 / Wissenswirtschaft beschäftigt sich mit den Innovationspotenzialen, die aus der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft entstehen und unterstützt unter anderem den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis und die Gründung innovativer Start-ups.
  • Themengruppe 4 / Experimentelle Stadt entwickelt neue, partizipative Formate an der Schnittstelle von Wissenschaft und Stadtentwicklung; soziale und technologische Innovationen werden im Stadtgebiet erprobt und umgesetzt und bestehende Hochschul- und Wissenschaftsstandorte weiterentwickelt.

Wissenschaft ist Teil der Dortmunder Stadtgesellschaft

Prof. Dr. Wilhelm Schwick, Rektor der FH Dortmund und Vorsitzender des Wissenschaftsnetzwerks windo e.V., betont die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen und Institute, die sich aktiv mit ihrer Umgebung auseinandersetzen: "Der Masterplan hat für mich eine besondere Bedeutung, weil Wissenschaft in die Gesellschaft hineinwirken kann – und umgekehrt".

Dortmund ist Wissenschaftsstadt

Mit rund 54.000 Studierenden an sieben Hochschulen, 19 außeruniversitären Forschungsinstituten, über 10.000 Beschäftigen und dem TechnologieZentrumDortmund TZDO als Innovationsdrehscheibe zählt Dortmund bundesweit zu den großen Hochschul- und Wissenschaftsstandorten. Zahlreiche wissenschaftsorientierte Unternehmen, Kultureinrichtungen, Bibliotheken, Museen und Archive bereichern die Dortmunder Wissenschaftslandschaft zusätzlich. "Mit dem Masterplan Wissenschaft 2.0 haben wir die Chance, Dortmund als Wissenschaftsstadt weiterzuentwickeln und unsere Erfolge gemeinsam stärker sichtbar zu machen", so TU-Rektor Prof. Manfred Bayer. Damit das künftig noch besser gelingt, ist eine Projektwebseite eingerichtet worden, die über den Masterplanprozess informiert, das Partnernetzwerk vorstellt und Projektfortschritte kommuniziert.

Projektwebseite geht online: masterplan-wissenschaft.de

"Dabei richten wir uns gleichermaßen an die Bürger*innen Dortmunds als auch an Studieninteressierte, Wissenschaftler*innen sowie Fach- und Führungskräfte, national und international – klicken Sie sich gern durch, das macht Spaß!", verspricht der Masterplanbeauftragte, Prof. Herbert Waldmann. In Kürze wird auch die englischsprachige Version online gehen.

Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Waldmann

Präsentation des Masterplans Wissenschaft 2.0 in der Ratssitzung am Donnerstag, 20. Mai
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Agile Strukturen ermöglichen flexibles Handeln

Als agil angelegter Prozess ermöglicht der Masterplan Wissenschaft 2.0 dynamisch auf neue Entwicklungen zu regieren, Maßnahmen anzupassen und neue Themen zu integrieren. Dies gilt natürlich auch für die Anregungen und Hinweise aus den politischen Gremien, die den Masterplan Wissenschaft durchweg zur Umsetzung empfohlen haben. Ehrenamtlich begleitet und moderiert wird der Prozess von Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Waldmann, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie und Professor an der TU Dortmund. Ein Kuratorium und ein Strategiekreis, der sogenannte Wissenschaftsdialog, unter Vorsitz von Oberbürgermeister Thomas Westphal, begleiten die Umsetzung zusätzlich. Die Geschäftsstelle, die im Hochschul- und Wissenschaftsbüro der Stadt Dortmund angesiedelt ist, koordiniert den Prozess. Der Masterplan Wissenschaft 2.0 ist zudem auf vielfältige Art und Weise in kommunale, regionale und internationale Netzwerke eingebunden.

Mitwirkende Institutionen

Folgende Institutionen haben maßgeblich an der Entstehung des Masterplans Wissenschaft 2.0 mitgewirkt und haben ihre Unterstützung für den Prozess bekundet:

  • AStA der Fachhochschule Dortmund
  • AStA der Technischen Universität Dortmund
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) + DASA
  • DGB Region Dortmund-Hellweg
  • DSW21
  • Fachhochschule Dortmund
  • FOM-Hochschule für Oekonomie und Management
  • Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
  • Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST
  • Handwerkskammer zu Dortmund
  • Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen
  • Industrie- und Handelskammer zu Dortmund
  • Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS)
  • International School of Management (ISM)
  • IU Internationale Hochschule, Standort Dortmund
  • Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V.
  • Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo)
  • Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie
  • RIF Institut für Forschung und Transfer e.V.
  • Stadt Dortmund
  • Studierendenwerk Dortmund
  • Technische Universität Dortmund
  • TechnologieZentrumDortmund
  • Wilo-Foundation
  • Wirtschaftsförderung Dortmund

Darüber hinaus beteiligen sich zahlreiche weitere Institutionen und Akteur*innen in den Themengruppen und wirken an der Entwicklung und Umsetzung der Projekte mit.

Rückblick auf zehn Jahre strategische Zusammenarbeit

2011 fiel der Startschuss für die Erarbeitung des ersten Masterplans Wissenschaft, der als strategisches Instrument die Akteur*innen und Einrichtungen miteinander vernetzt. Von den rund 100 definierten Maßnahmen sind seither mehr als drei Viertel erfolgreich umgesetzt worden. Der Masterplanprozess und die wissenschaftlichen Kompetenzfelder wurden 2018 in einer umfassenden externen Evaluation nach Standards des Wissenschaftsrats begutachtet und mit der Schulnote "sehr gut" bewertet. Dieser Prozess wurde von 2011 bis 2020 von Prof. Dr. Detlef Müller-Böling begleitet und moderiert, der für sein Engagement im Oktober 2020 mit der Ehrennadel der Stadt Dortmund ausgezeichnet wurde. Mit dem Masterplan Wissenschaft 2.0 legen die beteiligten Institutionen nun eine Weiterentwicklung ihrer Zusammenarbeit vor.

Zum Thema

Weiterführende Informationen zur Wissenschaftsstadt Dortmund und dem Masterplan Wissenschaftfinden Sie online.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.