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Impfzentrum Phoenix-West zieht positive Bilanz nach dreieinhalb Monaten

Nachricht vom 19.05.2021

Seit dem 8. Februar werden im Impfzentrum Phoenix-West täglich Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Zuletzt hat es Umbauarbeiten gegeben, die den Durchlauf am Zentrum nochmals deutlich verbessern. Aber ein Problem bleibt, und das kann die Stadt Dortmund nicht alleine lösen.

Bilanz zum Impfzentrum Dortmund Quelle: YouTube

Wer dieser Tage am Impfzentrum Phoenix-West entlanggeht, der sieht zwei große weiße Zelte. Sie sind im Außenbereich aufgebaut worden, um den Wartebereich zu vergrößern und die Situation vor Ort räumlich zu entzerren. Dies hat den Durchlauf am Impfzentrum stark erhöht. Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner freut sich am Dienstag, 18. Mai, beim Rundgang nach dem Umbau: "Nicht die Wartezeit, sondern die komplette Durchlaufzeit liegt jetzt bei 30 Minuten."

An Christi Himmelfahrt beim Leistungstest im Impfzentrum konnten 3.454 Impfdosen verabreicht werden. Bis zu 3.600, maximal 3.800 Menschen könnten pro Tag geimpft werden, davon geht die Leiterin des Impfzentrums, Beate Bachmann, aus. Aber um diese Zahl zu erreichen, fehlt es noch an Impfstoff. "Ich wünsche mir, dass die Priorisierung fällt und dass mehr Impfdosen kommen. Dann können wir das tun, was wir hier eigentlich wollen."

Das Problem liegt an den zugeteilten Impfmengen, die vom Bund über die Landesregierungen an die Impfzentren gehen. Verimpft werden kann nur das, was vorher zugeteilt wurde. Wenn Impfstoff fehlt, kann es auch keine weiteren Impftermine geben. "Wir hängen an der Nadel der Impfstoffzuteilung", fasst Bachmann das aktuelle Dilemma zusammen.

Maximale Zahl an Personen kann noch nicht geimpft werden

Auch Oberbürgermeister Thomas Westphal betont bei der Besichtigung des Impfzentrums am Dienstagabend: "Wenn der Impfstoff da wäre, dann wäre es uns ja recht, wenn wir die maximale Zahl an Personen impfen könnten." Er spart nicht mit Kritik am Bundesgesundheitsministerium: Die Lieferprognose für das zweite Quartal habe bei etwa 70 Millionen gelegen, nun sei die Hälfte des Quartals rum. "Das heißt, jetzt müssten wir noch ziemlich viele Impfdosen bekommen." Doch stattdessen gebe es eine ständige Unsicherheit, wie die Lage rund um den Impfstoff wirklich sei.

Oberbürgermeister Thomas Westphal, Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner und andere im Impfzentrum.

Führen durchs neue Impfzentrum (von links nach rechts): OB Thomas Westphal, Dr. med. Sükrü Bakir, Dr. Felix Tenbieg, Oliver Nestler, Jan Bohrke, Oberleutnant zur See Daniel Kettler, Beate Bachmann, Birgit Zoerner.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Auf das Impfzentrum blickt er dennoch sehr zufrieden. "Alles, was wir aufbringen können in der Kommune, ist hier im Impfzentrum." Bis September gehe der Mietvertrag noch für das Impfzentrum in der Warsteiner Music Hall, auf dem Gelände des ehemaligen Hoesch-Hochofenwerkes auf Phoenix-West. "Jetzt kommt es darauf an, wie schnell Impfstoff kommt."

Check-In und Check-Out sorgen für Entzerrung

Am Durchlauf im Impfzentrum mangelt es jedenfalls nicht. Im neuen Eingangszelt ist eine Straße vorgegeben, wo man sich einreihen kann. Beim Warten erinnern Bildschirme die Impfwilligen daran, Abstand zu halten oder nur in die Armbeuge zu niesen. An Stehtischen werden sie dann von Mitarbeiter*innen der Bundeswehr in Empfang genommen.

Ins Auge fällt das Schild "Klärfälle" - an einem Tisch werden dort Impfwillige beraten, die laut dem Dortmunder Impffahrplan noch nicht für eine Impfung freigeschaltet sind. Größtenteils betrifft das, nach Angaben des organisatorischen Leiters des Impfzentrums, Jan Bohrke, Menschen, die eine Arbeitgeberbescheinigung für eine Impfung in Praxen haben, die aber wiederum nicht für die Impfzentren gilt.

Über die weggeschickten Fälle führt die Stadt Dortmund keine Statistik. Jedoch sagt Bohrke, bei Gesprächen mit den verständlicherweise enttäuschten Impfwilligen brauche man ein "ziemlich dickes Fell".

Blick ins neue Eingangszelt am Impfzentrum Phoenix-West.

Blick ins neue Eingangszelt am Impfzentrum Phoenix-West.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Neben dem Check-In hat sich auch der Check-Out verändert - er erinnert optisch nun etwas an eine Flughafenhalle. Es gibt mehrere Schalter, wo die geimpften Personen ihre Krankenkassenkarte vorlegen sowie etwa ihren zweiten Termin nach der Erstimpfung und weitere Daten genannt bekommen. Dieser Vorgang dauert nun bloß noch rund zwei Minuten.

Nach dem Auschecken können Geimpfte sich noch im Außenzelt aufhalten. Denn für die Zeit unmittelbar nach der Impfung wird eine Beobachtung empfohlen.

Taktung bei den Impfungen hat sich erhöht

An den Impfstraßen im Impfzentrum - also dort, wo das medizinische Aufklärungsgespräch stattfindet und dann die Impfung mit Pieks erfolgt - hat sich nichts geändert. Erfreulich ist aber die nun höhere Taktung: Mittlerweile können pro Stunde pro Impfstraße 28 Personen geimpft werden.

Insgesamt gibt es zehn Impfstraßen, die jeweils auf einen Impfstoff konfiguriert sind. So wird zum Beispiel in den vorderen Bereichen der Impfstoff von Biontech/Pfizer verimpft, in den hinteren Moderna - das wandelt sich aber von Tag zu Tag, je nachdem, wie viel Impfstoff von welchem Hersteller da ist. "Jeden Tag helfen wir mehreren tausend Menschen", sagt Dr. med. Sükrü Bakir, der stellvertretende ärztliche Leiter des Impfzentrums.

Text: Larissa Hinz

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.