Dortmund überrascht. Dich.
Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Informationen zum Coronavirus

Informationen zu den aktuell geltenden Regelungen finden Sie hier:

Coronavirus

Überblick zur Corona-Lage: Stadtspitze ordnete Impfgipfel und Aktionen in den Stadtteilen ein

Nachricht vom 02.06.2021

Die Impfaktionen in Stadtteilen mit erhöhtem Infektionsrisiko laufen weiter - vom 4. bis 6. Juni in der Innenstadt-Nord. Der Impfstoff in den Impfzentren ist knapp. Die Inzidenz bewegt sich um die 50, das Infektionsgeschehen nimmt ab. Einen Überblick zur Corona-Lage gab die Stadtspitze am 1. Juni.

"Die allgemeine Infektionslage in Dortmund entspannt sich, die Krankenhauszahlen gehen deutlich zurück", berichtete Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken. Trotzdem liegt die Sieben-Tages-Inzidenz in Dortmund über dem Durchschnittswert in Nordrhein-Westfalen von 39,9. "Wir gehen davon aus, dass wir ab kommender Woche stabil unter einem Inzidenzwert von 50 liegen könnten. Dann wären Mitte oder Ende der Woche weitere Lockerungen in Sichtweite."

Lolli-Tests erkennen symptomfreie Infektionen

Die Einführung der sogenannten Lolli-Tests für Kinder habe dazu geführt, dass mehr Fälle, die keine Symptome zeigen, erkannt werden. Lolli-Tests sind PCR-Tests und somit sehr zuverlässig. Die Dunkelziffer bei der Altersgruppe der Sechs- bis Zehnjährigen ist somit gesunken, die Inzidenz gleichsam gestiegen. Dadurch dass die sogenannte britische Virusvariante nach wie vor die vorherrschende sei, würden infizierte Kinder häufig auch Geschwisterkinder und Eltern anstecken. Die "britische Variante" B.1.1.7 überträgt sich schneller als der ursprüngliche Wildtyp des SARS-CoV-2. Dr. Renken klärte auf, dass der Anteil dieser Variante am Infektionsgeschehen bei circa 90 Prozent liege. "Das Gesundheitsamt lässt weiterhin alle Proben auf Varianten überprüfen. Ein Großteil der Untersuchungen läuft aber über niedergelassene Bereiche und diese lassen nicht alle Proben sequenzieren."

Westphal kritisiert Impfgipfel: Impfstoff für Erstimpfungen fehlt

Oberbürgermeister Thomas Westphal kritisierte die Ergebnisse des "Impfgipfels" von Bund und Ländern: "Es hat mehr Nebelkerzen als Impfdosen gegeben." Westphal erklärte, Dortmund habe noch bis zum 7. Juni Impfstoff für Erstimpfungen, ab dem 8. Juni stünde jedoch kein Impfstoff mehr zur Verfügung. Zweitimpfungen sind davon nicht berührt: Termine, die bereits vergeben wurden, auch über den 7. Juni hinaus, sind sicher. Dafür wird ausreichend Impfstoff zurückgelegt. "Das ist die faktische Welt, die sich uns darstellt. Alles andere bleibt Spekulation, wir sind ja nicht die Besteller der Impfstoffe." Man wolle keine Erwartungshaltungen enttäuschen.

Erste Sonderimpfaktion in Mengede war erfolgreich

In der Sporthalle des Heinrich-Heine-Gymnasiums hat vom 28. bis 30. Mai eine Sonderimpfaktion stattgefunden. Einwohner*innen der Stadtteile Bodelschwingh, Nette und Westerfilde hatten die Möglichkeit, sich ohne Termin impfen zu lassen. Dafür standen Impfdosen aus einem Sonderkontingent des Landes für Stadtteile mit erhöhtem Infektionsrisiko zur Verfügung. Diese Kontingente des Impfstoffes von Johnson & Johnson erhalten mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen. Auf Dortmund entfallen 4.555 Dosen. Die Bilanz des Wochenendes sei positiv, so Krisenstabsleiterin und Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner. An den drei Tagen wurden insgesamt 1.588 Menschen geimpft.

Impfangebote in der Innenstadt-Nord, Lütgendortmund und Eving folgen

Eine weitere Impfaktion wird es vom 4. bis 6. Juni im Stadtbezirk Innenstadt-Nord geben. Dort erhalten alle Einwohner*innen des Stadtbezirks ein Impfangebot im Sozialen Zentrum (Freitag und Samstag) und im Bernhard-März-Haus (Samstag und Sonntag). In Eving und Lütgendortmund werden die Einwohner*innen von Akteur*innen vor Ort gezielt angesprochen und erhalten fälschungssichere "Impfgutscheine", mit denen sie ins Impfzentrum gehen können. Die Gutscheine sind nicht übertragbar. "Wir möchten dort prüfen, ob das ein gangbarer Weg ist. Wir werden nachhalten, wie viele sich mit diesen Gutscheinen impfen lassen. Wenn wir feststellen, dass es so nicht funktioniert, werden wir auch in diesen Stadtbezirken ein Impfangebot vor Ort machen", so Zoerner.

"Wenn wir nach den Impfaktionen in den vier Bezirken feststellen, dass noch Impfstoff übrig ist, werden wir überlegen, ob wir eher in weitere Sozialräume gehen oder ob wir noch ein zweites Mal hingehen", so Zoener. Die Gesundheitsdezernentin betonte, es sei wichtig, nicht nur Angebote zu machen, sondern auch aufzuklären. "Mit den Erfahrungen, die wir jetzt machen, legen wir dann fest, wie wir mit den weiteren, vom Land angekündigten Impfstoffdosen umgehen werden."

Impfungen obdachloser Menschen fast abgeschlossen

Die Impfungen obdachloser Menschen laufen noch bis zum 3. Juni. 1.067 haben sich bisher an verschiedenen Standorten impfen lassen. Rund 150 weitere kommen noch hinzu.

Zur Diskussion rund um Testzentren erklärte Dr. Renken, die Stadt Dortmund richte sich nach den Vorgaben des Landes, die auf möglichst wenig bürokratischen Aufwand abzielen. Kontrollen, wie viele Tests tatsächlich durchgeführt und abgerechnet würden, waren bisher nicht vorgesehen und weder die Gesundheits- noch Ordnungsämter der Kommunen seien befugt, solche Kontrollen vor Ort durchzuführen. Aufgrund von vorliegenden Unstimmigkeiten wurde einem Betreiber in Dortmund die Erlaubnis entzogen.

Text: Elena Hesterkamp

Weitere Informationen

Fragen und Antworten zum Coronavirus sowie zu den Regelungen in Dortmund sind aufgeführt unter dortmund.de/corona. Dort finden sich auch mehrsprachige Informationen. Im News-Ticker werden täglich die aktuellen Zahlen zum Infektionsgeschehen veröffentlicht.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.