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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Büro für Internationale Beziehungen

Online-Event nimmt Soja-Anbau unter die Lupe und zeigt Beispiel aus der Region

Nachricht vom 04.06.2021

Die Sojabohne ist eine der meistgehandelten Nutzpflanzen weltweit. Das Büro für Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund lädt, gemeinsam mit der Initiative für einen Ernährungsrat Dortmund, zu einer virtuellen Diskussionsveranstaltung ein, in der der Soja-Anbau thematisiert wird. Am Sonntag, 6. Juni, geht es von 15:00 bis 16:30 Uhr um den globalen und regionalen Anbau.

Flugzeug fliegt über ein Sojafeld

Anbau von gentechnisch verändertem Soja in Brasilien, Ausbringung der Pestizide per Flugzeug
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / lourencolf / Shutterstock

Über Zoom diskutieren die Teilnehmenden unter dem Titel "Es geht um die Bohne! Sojaanbau global und im westfälischen Beckum".

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist über folgenden Link möglich: zur Anmeldung.

Die Verwendung der Soja-Pflanze reicht von Tierfutter über Lebensmittel bis Treibstoff für den Tank. Die Referent*innen richten den Blick zuerst auf den globalen Süden: Welche sozialen und ökologischen Folgen ergeben sich für die Menschen, Tiere und die Umwelt in den Anbaugebieten der Sojabohne? Was sind hochgefährliche Pestizide und warum ist besonders die Gesundheit von Landarbeiter*innen im globalen Süden durch ihren Einsatz gefährdet? Zudem nimmt die Veranstaltung auch den regionalen Soja-Anbau bei uns unter die Lupe. Wie sieht der Sojahandel in Deutschland aus? Wie kann Soja "nachhaltig" angebaut und vermarktet werden? Wie geschieht dies ganz konkret auf dem Hof Sprenker im westfälischen Beckum?

Referent*innen sind:

  • Wiebke Beushausen, Projektmitarbeiterin für den Bereich Welternährung und globale Landwirtschaft, INKOTA e.V.
  • Elisabeth & Benedikt Sprenker, landwirtschaftlicher Betrieb Hof Sprenker

Moderiert wird die Veranstaltung von Alessa Heuser vom Büro für Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund.

Im Rahmen der Ausstellung "Weltgarten" im Dortmunder Westfalenpark unterstützt die Stadt Dortmund eine virtuelle Veranstaltungsreihe der Initiative für einen Ernährungsrat Dortmund vom 3. bis 9. Juni 2021.

Das Büro für Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund unterstützt die Dortmunder Ernährungswende und den Ernährungsrat Dortmund (in Gründung). Als ernährungspolitische Plattform will dieser dazu beitragen, dass alle Dortmunder Bürger*innen mit gesunden, regionalen und fair-ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln versorgt werden.

Das INKOTA-Netzwerk ist eine entwicklungspolitische Organisation mit Sitz in Berlin, die seit 50 Jahren mit politischen Kampagnen und in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im globalen Süden Hunger und Armut bekämpft und für eine gerechte Globalisierung eintritt. Im April dieses Jahres war INKOTA Mitherausgeber einer Studie, die sich mit dem Handel hochgefährlicher Pestizide beschäftigt und deren verheerenden Auswirkungen in Südafrika, Brasilien und Mexiko dokumentiert.

Wiebke Beushausen spricht über die Gefahren für die menschliche Gesundheit und Umwelt, die von dem massiven Pestizideinsatz in der industriellen Landwirtschaft ausgehen und präsentiert Stimmen aus dem globalen Süden in Form von O-Tönen.

Neben anderen Nutzpflanzen baut der Hof Sprenker in Beckum, 50 km Luftlinie von Dortmund, seit 2002 Ackerbohnen und seit 2010 Sojabohnen an. Die ursprüngliche Idee war, eigenes Soja für die Fütterung der Schweine anzubauen und damit auf Importsoja zu verzichten.

Mittlerweile vermarktet die Familie einen Teil des Sojas für die menschliche Ernährung zur Herstellung von Tofu und Drinks. Zudem baut die Familie seit fünf Jahren Edamame (Gemüsesoja) an, welches über den eigenen Hofladen, Marktschwärmereien und überregional im Lebensmitteleinzelhandel vermarktet wird. Dabei setzt die Familie Sprenker im Betrieb auf eine vielfältige Fruchtfolge, Blühstreifen und Feldvogelinseln, um einen Beitrag zu einer langfristig naturverträglichen Landwirtschaft zu leisten. In den nächsten Jahren soll insbesondere die regionale Verarbeitung und Direktvermarktung verschiedenster Hülsenfrüchte weiter ausgebaut werden.

Live-Blick aufs Soja-Hochbeet

Wie sieht die Sojapflanze eigentlich aus? Jörg Lüling von der Initiative für einen Ernährungsrat Dortmund zeigt live ein Soja-Hochbeet, das die Initiative für die "Weltgarten"-Ausstellung im Dortmunder Westfalenpark angelegt hat. Dafür hat der Hof Sprenker seine Sojasamen zur Verfügung gestellt.

Zum Thema

Bei Rückfragen können sich Interessierte an das Büro für Internationale Beziehungen wenden.

Dieser Beitrag befasst sich mit der Auslobung eines Preises oder sonstiger materieller Förderung seitens der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.