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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Chancengleichheit

Pride-Monat Juni beginnt mit Auszeichnung für städtische Beschäftigte

Nachricht vom 08.06.2021

Susanne Hildebrandt von der Stadt Dortmund hat es auf Platz 4 der bundesweiten Liste #PROUTinthePublicService geschafft. Auf den sogenannten "Prout Perfomer"-Listen stehen die Namen vieler Menschen, die Chancengleichheit von LGBTIQ* Personen in der Arbeitswelt fördern.

Susanne Hildebrandt - Prout at work

Susanne Hildebrandt hat es auf Platz 4 der bundesweiten Liste #PROUTinthePublicService geschafft.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): "Prout at work"

Jedes Jahr steht der Monat Juni im Zeichen der Regenbogenflagge. Vor mehr als 50 Jahren gab es einen Juni mit einem Vorfall, der heute als Meilenstein in der "LGBTIQ*-Bewegung" gilt. Es war der erste bekannte Aufstand von "queeren" Menschen gegenüber der Polizeiwillkür in New York.

Am 28. Juni 1969 wurden in der Schwulenbar "Stonewall Inn" in der Christopher Street in New York Kontrollen von der Polizei durchgeführt, was zu dieser Zeit sehr häufig vorkam - denn Homosexuelle galten damals nicht nur in den USA als geisteskrank und wurden von der Gesellschaft ausgegrenzt. Es war ihnen verboten, miteinander zu tanzen, es durfte ihnen kein Alkohol verkauft werden, und Frauen durften Hosen nur dann tragen, wenn sie außerdem mindestens drei "weibliche" Kleidungsstücke trugen.

Vom Aufstand zur Bewegung

Als die Polizei an diesem Tag anfing, eine lesbische Frau zu schikanieren, begann der Aufstand: Die Gäste in der Bar wehrten sich – sie warfen mit Flaschen und Steinen, riefen "Gay Power" und die über viele Jahre hinweg erfahrene Gewalt und Unterdrückung entluden sich in offenem Protest und Widerstand.

Es folgten sechs Tage andauernde Krawalle. Aus ihnen entstand eine internationale Bewegung. Heute erinnern zahlreiche bunte und friedliche Paraden im "Pride Month" Juni an den Vorfall und feiern "Gay Pride" oder auch den "CSD" – Christopher Street Day.

"Prout at Work" würdigt zahlreiche Personen der queeren Community

Einem anderen Aspekt widmet sich im Pride-Monat die Stiftung "Prout at work": Auch im Jahr 2021 ist es leider noch nicht selbstverständlich, dass queere Menschen offen überall zu ihrer (sexuellen) Identität stehen (können).

Laut Studien sind noch immer ca. 30 Prozent nicht dort geoutet, wo sie rund acht Stunden des Tages verbringen: am Arbeitsplatz! Das bedeutet oft ein kräftezehrendes Versteckspiel und zieht Ressourcen, die viel besser im Job genutzt werden könnten. Um über Rollenmodelle Sichtbarkeit zu schaffen, würdigt "Prout at Work" zahlreiche Personen der queeren Community.

Auf den sogenannten "Prout Perfomer"-Listen stehen die Namen vieler Menschen, die Chancengleichheit von LGBTIQ* Personen in der Arbeitswelt fördern. "Prout" steht für eine Mischung aus "proud and out" – also Stolz und geoutet/offen am Arbeitsplatz.

Auf den Listen werden unter anderem Führungskräfte aus Unternehmen mit über 500 Mitarbeitenden, aber auch aus kleineren und mittelständischen Unternehmen gewürdigt. Darüber hinaus gibt es Kategorien für queere Mitarbeiter*innen, die sich für Chancengleichheit am Arbeitsplatz stark machen oder die in der Politik aktiv tätig sind. Erstmals wurden auch Engagierte aus dem öffentlichen Dienst ausgezeichnet.

Platz 4 für Susanne Hildebrandt von der Stadt Dortmund

In der Kategorie für den öffentlichen Dienst wurde auch Susanne Hildebrandt von der Stadt Dortmund gleich von mehreren Personen nominiert. Eine Jury hat die entscheidende Auswahl getroffen.

Susanne Hildebrandt ist stolz darauf, dass sie es direkt auf Platz 4 der bundesweiten Liste #PROUTinthePublicService geschafft hat: "Die Platzierung ist ein sehr guter Gesprächsanlass innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung Dortmund. Die hochkarätige Jury und das mediale Interesse helfen intern und extern, das Thema LGBTIQ* auf die Agenda zu heben und sowohl die Unterstützung als auch das Bekenntnis zu Inklusion und Diversität nachhaltig zu stärken und noch tiefer in der Verwaltung zu verankern."

Susanne Hildebrandt ist seit 2001 städtische Beschäftigte, war als Sozialarbeiterin und Fallmanagerin tätig und hat unterschiedliche Zusatzqualifikationen erworben, u.a. Prozessbegleiterin OE. Vor zehn Jahren baute sie die städtische Koordinierungsstelle für Lesben, Schwule und Transidente auf und hat mit ColouraDo das erste LSBTIQ*-Beschäftigten Netzwerk bei einer Stadtverwaltung gegründet.

Gemeinsam mit den ColouraDos zeigt sie in der Verwaltung Gesicht zum Thema LSBTIQ* am Arbeitsplatz, zum Beispiel auf der Personalversammlung, beim Stadtfest Dortbunt oder beim Dortmunder CSD!

Vielfalt bereichert

Gemeinsam mit ihrer Frau hat Susanne Hildebrandt zwei Söhne. Als Mutter in einer Regenbogenfamilie weiß sie: "Vielfalt bereichert mein und unser Leben!"

Vor allem schätzt sie aber auch den "Blick über den Tellerrand", den ihr das Themenfeld Diversity ermöglicht hat: "Alter, ethnische Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtliche Identität, körperliche und geistige Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, soziale Herkunft – das alles sind neben der 'sexuellen Orientierung' wichtige Diversity-Dimensionen, die das Leben und die Arbeitswelt bereichern!"

Mehr darüber zu erfahren, habe sie gestärkt und helfe ihr, sich unbewusster Vorurteile und Privilegien klarer zu werden. "Auch wenn ich nicht selber 'Betroffene' bin, so kann ich doch versuchen, eine gute 'Verbündete' ('Ally') zu sein und mich einzusetzen, damit ein möglichst diskriminierungsarmes (Arbeits-)Klima herrscht."

Im Team sei Vielfalt, das zeigten auch viele Studien, sowieso eher die Lösung als das Problem. Denn klar sei, so Hildebrandt: "Wo alle das gleiche denken, wird nicht viel gedacht!"

Sie ist seit neun Jahren federführend für die Aktionen rund um den Diversity Tag für die Stadt Dortmund verantwortlich.

Zum Thema

Weitere Informationen zu der "Prout at work"-Stiftung und den #PROUTPERFORMER -Listen finden Sie online.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.