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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Jubiläum

Vom kargen Gelände zum beliebten Park: Hauptfriedhof Dortmund wird 100 Jahre alt

Nachricht vom 15.07.2021

Die größte Grünfläche Dortmunds liegt nicht etwa im Süden der Stadt, sondern im Osten: Der Dortmunder Hauptfriedhof umfasst ca. 118 Hektar. Am 16. Juli 2021 wird er 100 Jahre alt. Heute lädt der Friedhof als Parkanlage zum Entdecken ein. Das Jubiläum feiert die Stadt mit kostenlosen Führungen.

Bau des Torbogens am Hauptfriedhof

Bau des Torbogens am Hauptfriedhof
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Friedhöfe Dortmund

Am 16. Juli 2021 jährt sich zum 100. Mal der Tag, an dem der Hauptfriedhof Dortmund durch den damaligen Oberbürgermeister Dr. Ernst Eichhoff offiziell eingeweiht wurde. Die Erinnerung an diesen Tag ist Anlass für einen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des heute drittgrößten Friedhofs Deutschlands.

Erstaunlich wenigen Menschen ist bekannt, dass der Hauptfriedhof gleichzeitig die größte Grünfläche Dortmunds ist - deutlich größer als der Westfalen- und der Rombergpark. Diese Entwicklung wurde schon mit seiner Planung angelegt und mit seiner Eröffnung manifestiert.

Steigende Einwohner*innenzahl machte neuen Friedhof notwendig

Ein kurzer Rückblick in die Geschichte verdeutlicht, aus welchen Gründen ein Friedhof dieser Größenordnung notwendig wurde. In der Zeit der Hochindustrialisierung, die historisch mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs ab 1871 einsetzte, hat die Stadt Dortmund ein starkes Bevölkerungswachstum erlebt. Zählte die Stadt 1871 noch rund 44.000 Einwohner*innen, so hatte sich die Zahl zur Jahrtausendwende 1900 schon fast verdreifacht und lag bei rund 142.000. Diese Entwicklung führte zu einer nahezu vollständigen Belegung der in der Zeit von 1811 bis 1897 gegründeten vier kommunalen Friedhöfe: Westentotenhof (heutiger Westpark), Ostfriedhof, Südfriedhof und Nordfriedhof. Bereits 1905 setzen daher die Planungen für einen neuen Zentralfriedhof ein.

Hauptfriedhof

Der Torbogen heute
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Erster Weltkrieg unterbrach Planungen für Hauptfriedhof

Im Jahr 1908 wurde die Gründung eines Zentralfriedhofs auf einem Gelände in "Brackel-Süd" beschlossen. Im Jahr 1912 erfolgten weitreichende Beschlüsse zur Weiterentwicklung des Friedhofswesens. In der industriell geprägten Stadt fehlten seinerzeit Grün- und Parkanlagen als notwendige Erholungsstätten für die Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund sahen die Beschlüsse vor, "Friedhöfe parkartig und landschaftlich zu bepflanzen und als Erholungsstätten für das Publikum liegen zu lassen". Es wurden auch Mittel für die Finanzierung der Vorarbeiten für den neuen Friedhof, den Hauptfriedhof, bereitgestellt.

Der Erste Weltkrieg (1914–1918) unterbrach die ambitionierten Planungen. Erst im April 1919 wurde ein öffentlicher Ideenwettbewerb unter in Deutschland ansässigen Gartenkünstlern und Architekten ausgeschrieben. Aus 68 vorgelegten Entwürfen wurden zwei für die weitere Entwurfsplanung ausgewählt. Mit der späteren Realisierung sind die Namen der Architekten Strunck und Wentzler, des Gartenarchitekten Allinger, des Stadtbaurats Strobel und des Gartendirektors Nose untrennbar verbunden.

Mangelsituation prägte Arbeiten

Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkriegs und die damit verbundene Mangelsituation prägte auch die Umsetzung der Planungen. Die gärtnerische Herrichtung des als "strauchlos" beschriebenen Geländes am seinerzeitigen Rand der Stadtgrenze begann mit dem Einsatz von 100 Notstandarbeitern im Oktober 1920.

Der Hauptfriedhof im Jahr 1923

Der Hauptfriedhof im Jahr 1923
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Friedhöfe Dortmund

In seiner Eröffnungsansprache am 16.07.1921 stellte Oberbürgermeister Eichhoff mit seinen einleitenden Worten deshalb auch heraus, "dass die Einweihung des Dortmunder Hauptfriedhofes im Wesentlichen die Bedeutung einer Grundsteinlegung hat. Das Werk des Hauptfriedhofes steht noch nicht fertig vor unseren Augen, sondern ist erst in den Anfängen des Werdens und wird noch Jahrzehnte im Werden sein".

Frühe Pläne für Friedhof als Erholungsort

OB Eichhoff skizzierte gleichzeitig ein klares Bild davon, in welche Richtung sich "das Werden" des Hauptfriedhofs entwickeln sollte: "(...) so wird auch er selbst nicht nur eine würdige und stimmungsvolle Stätte zur Aufnahme der Toten und zur Erhebung und Erbauung trauender gebeugter Seelen, sondern auch ein Gefilde sein, das Tausenden und Abertausenden von Menschenkindern ausgiebige Erholung in frischer, freier Luft, die sehnlichst gesuchte Gelegenheit zur Selbstbesinnung und Verinnerlichung und ungetrübten Genuß vom Schönen und Edlen in Kunst und Natur schenken wird."

Jubiläumsveranstaltungen bis Jahresende

Der 100. Jahrestag seit der Einweihung des Hauptfriedhofs ist sicher ein guter Anlass, sich davon zu überzeugen, welche Taten den Worten gefolgt sind. Der Eigenbetrieb Friedhöfe Dortmund ist sich sicher, dass sich der Hauptfriedhof heute als würdige und stimmungsvolle Park- und Gartenlandschaft mit historischen Gebäuden und einer ganz eigenen ruhigen und beruhigenden Atmosphäre präsentiert.

Zum Thema

In der zweiten Jahreshälfte 2021 bieten die "Friedhöde Dortmund" Veranstaltungen mit verschiedenen Themenaspekten an, die ein "begleitetes Entdecken" ermöglichen. Die Reihe startet direkt am Jahrestag, am 16. Juli 2021, und schon in den Folgetagen werden verschiedene kostenlose Führungen stattfinden. Nähere Informationen zu Inhalten und Anmeldemodalitäten bietet der Veranstaltungskalender auf Homepage der Friedhöfe Dortmund.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.