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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Kultur und Freizeit

Djelem Djelem: Zum achten Mal die Kultur der Roma erleben – Festival in der ganzen Stadt

Nachricht vom 17.08.2021

Den Reichtum und die Kunst- und Kulturtradition der Roma kennenlernen – darum geht es bei "Djelem Djelem" vom 21. bis 29. August. Zum achten Mal lädt das Festival in Dortmund zu Musik und Theater, Film, Fortbildung und Begegnung an mehreren Orten der Stadt ein – u.a. im Dietrich-Keuning-Haus und Keuningpark, im Dortmunder U, im Orchesterzentrum, in der Auslandsgesellschaft und im Theater im Depot.

Die Akteur*innen von "Djelem Djelem" haben mit Kulturdezernent Jörg Stüdemann (r.) und Anja Butschkau, MdL (3.v.li.), das diesjährige Programm vorgestellt.

Die Akteur*innen von "Djelem Djelem" haben mit Kulturdezernent Jörg Stüdemann (r.) und Anja Butschkau, MdL (3.v.li.), das diesjährige Programm vorgestellt.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Gaye Suse Kromer

"Djelem Djelem" ist nicht nur eine feste Größe in Dortmund, sondern hat inzwischen zahlreiche Kooperationen in Deutschland und ganz Europa. Unter anderem präsentiert sich während des Festivals das Projekt "Amen juvlja mundial – Wir Frauen weltweit" – eine junge Näherei aus der Dortmunder Nordstadt mit sieben Frauen aus dem Romakulturkreis.

"Wir freuen uns, auf diese Weise unsere Ideen und Vorstellungen ausdrücken und mit anderen Menschen teilen zu können. Experimentierfreudig, emanzipiert und stolz leisten wir mit unserer Arbeit einen entscheidenden Beitrag zum Lebensunterhalt unserer Familien und sind immer neugierig auf neue Herausforderungen", heißt es im Programmflyer zum Festival.

Das Programm

Samstag, 21. August, 18 bis 22 Uhr, Keuningpark - Balkan Familienfest – Klangkaravane: Zum Kulturleben der Regionen des Balkans gehört Musik unter freiem Himmel. Denorecords und seine Freunde, Sefer Osmanov, Alex, Skennybeatz, Mr Sero, Balkan Brass Band, Amza Tairov und andere bringen die spartenübergreifenden Musikkulturen auf die Open Air Bühne am Keuninghaus. Eintritt frei. Die Klangkaravane wird im Programm Kultursommer 2021 durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus Neustart Kultur gefördert.

Sonntag, 22. August, 18 Uhr, Theater im Depot, Immermannstraße 29 - Bühnenpräsentation Über Grenzen – Beyond Frontiers: "Über Grenzen" ist ein multimediales Performanceprojekt mit Jugendlichen aus Dortmund und Bukarest. Jugendliche des Playhood Theatre aus dem Bukarester Vorort Ferentari und in Dortmund lebende Jugendliche begeben sich mit filmischen, musikalischen und theatralen Mitteln auf die Suche nach ihren Träumen. Im Mittelpunkt stehen der Hunger auf Zukunft und der Unwille, sich als Angehörige einer diskriminierten Bevölkerungsgruppe oder einer sozialen Schicht definieren zu lassen. Eintritt frei. Förder*innen & Veranstalter*innen: Theater im Depot mit dobeq GmbH Dortmund (Jugendwerkstatt Nord) und Playhood Theatre Bukarest. Gefördert vom Fonds Soziokultur und RVR, Interkultur Ruhr.

Schriftsteller Ruzdija Russo Sejdovic

Schriftsteller Ruzdija Russo Sejdovic
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Montag, 23. August, 19 Uhr, Auslandsgesellschaft, Steinstraße 48 - Lesung und Gespräch über Roma-Literatur: Die Autoren Ruždija Russo Sejdovic und Jovan Nikolic sprechen über Roma-Literatur und gewähren Einblicke in ihre Erfahrungen, ihr Leben und die Erzähltradition der Roma und Sinti. Ruždija Russo Sejdovic (Jahrgang 1966) wurde in Montenegro geboren. Er schreibt Gedichte, Kurzgeschichten und Dramen und übersetzt ins Romanes sowie aus dem Romanes. Jovan Nikolic (Jahrgang 1955) aus Belgrad wuchs in einer Romasiedlung auf. Er veröffentlichte Lyrikbände, Theaterstücke sowie satirische Texte in serbokroatischer Sprache. Eintritt frei.

Dienstag, 24. August, 9 bis 17 Uhr - Online-Fachtagung: Gender, Migration, Empowerment – Perspektiven für die Soziale Arbeit mit Mädchen und Frauen: Was ist Empowerment und was bedeutet es für die Soziale Arbeit mit Mädchen und Frauen aus Migrationskontexten? Die Fachtagung bietet diskriminierungskritische Perspektiven und zeigt, wodurch sich gute Unterstützungsstrukturen auszeichnen. Ein Schwerpunkt liegt auf feministischer (Migrations-)Sozialarbeit mit eingewanderten Romnja*. Anmeldung unter: j.wenzel@awo-dortmund.de, Eintritt frei. Förder*innen & Veranstalter*innen: Integrationsagentur der AWO UB Dortmund in Kooperation mit Carmen e.V.

Daniel de Acala

Musiker Daniel de Alcalá
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Mittwoch, 25. August, 19 Uhr, Keuningpark - Klangkaravane / Konzert: Adrian Gaspar mit Improvision Orchestra und Flamenco mit Daniel de Alcalá. Das Improvision Orchestra ist ein Kollektiv aus Multi-Instrumentalisten verschiedener stilistischer Bereiche. Der rumänisch-österreichische Pianist und Komponist Adrian Gaspar ist ein Brückenbauer zwischen Menschen und Kulturen; virtuose Jazz-improvisationen bewegen sich über zarte klassische Klänge.

Flamenco-Gitarrist Daniel de Alcalá (Jahrgang 1985) wuchs in einer Musikerfamilie auf. Inspiriert durch die spanische Gipsy-Musik seines Vaters machte er sich Weltgitarristen wie Paco de Lucia zum Vorbild. Er lernte bei bekannten Flamencogitarristen und studierte zusätzlich Jazzgitarre und klassische Gitarre, parallel dazu Tanz- und Gesangsbegleitung für Flamenco.

Die Klangkaravane wird im Programm Kultursommer 2021 durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus Neustart Kultur gefördert.

Außerdem am 25. August: Musikabend mit und für Jugendliche – Das Jugendforum Nordstadt lädt zum Musikabend mit und für Jugendliche ein. Sie erhalten die Möglichkeit, auf der kleinen Bühne mit oder ohne Instrumente (eigene) Songs vorzutragen. Eintritt frei. 19 Uhr, Treffpunkt Stollenpark, Bergmannstraße 54.

Musiker Adrian Gaspar

Musiker Adrian Gaspar
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Freitag, 27. August, 14 bis 17 Uhr, Dietrich-Keuning-Haus - Aktiv & Fit: Sport- und Freizeitangebote von GrünBau zum Ausprobieren: Dem Bewegungsdrang von Kindern aus der Nordstadt, insbesondere Romnja* einen Rahmen geben – diesen Auftrag erfüllt die GrünBau gGmbH mit verschiedenen Sport- und Freizeitangeboten – am Freitag für alle auch im Keuninghaus. Eintritt frei

19.00 Uhr, Orchesterzentrum NRW, Brückstraße 47 - Klavierkonzert Adrian Gaspar – "Coriolanus": Adrian Gaspar spielt Kinderlieder sowie Roma-Tänze aus "Romanesquen". Sieben neue "Coriolanus-Etüden" für Klavier werden dabei uraufgeführt. Eintritt frei. Förder und Veranstalter: Kulturbüro.

19 bis 21 Uhr, Dietrich-Keuning-Haus - Khelipe – Vielfalt tanzen in Europa. Junge Menschen, darunter Roma und Calé aus Barcelona, Berlin, Dortmund und Plovdiv, lernen sich kennen und erarbeiten gemeinsam eine Tanztheaterperformance zum Thema "celebrate diversity!", die die Möglichkeiten einer gleichberechtigten Symbiose verschiedener Kulturen auf die Bühne bringt. Videosequenzen aus Interviews werden in die Show integriert. Weitere Aufführungen finden im September 2021 in Plovdiv sowie 2022 in Berlin und Barcelona statt. Eintritt frei. Veranstalter*innen und Förder*innen: Hildegard Lagrenne Stiftung, RomaTrial Berlin, Romano Than Dortmund, Nakeramos Barcelona, Roma Youth Club Plovdiv, Stiftung EVZ und Stadt Dortmund.

Samstag, 28. August, 14 bis 22 Uhr, Dietrich-Keuning-Haus - Kick it! Djelem Djelem Cup – ein Sportfest für Kinder und Jugendliche. Unter Federführung der Nordstadtliga wird der Djelem Djelem Cup ausgespielt. Das Fan-Projekt Dortmund bringt seine Streetkick-Anlage mit. Auch Fußballdart und Fußballbillard stehen auf dem Plan. Das Big Tipi beteiligt sich mit dem Eiger-Kletterturm und das Büro für Kinder- und Jugendinteressen bietet die Gelegenheit, Lacrosse kennenzulernen. Außerdem: Parkour- und Skateangebote. Dazu legen DJs auf. Eintritt frei.

18.00 Uhr, Kino im U, Leonie-Reygers-Terrasse - Dokumentarfilm "Contemporary Past - Die Gegenwart der Vergangenheit" (2020): Eine Gruppe junger Menschen aus Rumänien, Polen und Deutschland besucht die Gedenkstätte Buchenwald. In diesem Bericht entfalten sich Perspektiven europäischer Sinti*ze und Romnja* zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und heute. Eintritt frei. Förderin und Veranstalterin: GrünBau gGmbH.

19.30 Uhr, Kino im U, Leonie-Reygers-Terrasse - Diskussionsrunde: Die Ära der Zeitzeug*innen des Nationalsozialismus geht zu Ende. Petra Rosenberg, leitende Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg und Filmemacher Kamil Majchrzak sprechen über die Zeug*innenschaft der Zukunft. Beide sind Kinder von Verfolgten des Naziregimes und werden aus ihrer Erinnerungsarbeit berichten. Eintritt frei. Förderin und Veranstalterin: GrünBau gGmbH.

Frauen vor Glücksrad

Beim "Djelem Djelem" Fest im Jahr 2018 kam auch ein Glücksrad zum Einsatz.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Anja Kador

Sonntag, 29. August, 14 bis 18 Uhr, Dietrich-Keuning-Haus - Frauen-Empowerment Workshop: Romnja*-Aktivistinnen stellen ihre Empowerment-Arbeit vor und berichten von Erfahrungen und Plänen. Im Workshop geht es um Austausch und Vernetzung mit Dortmunder Romnja* für selbstbewusstes Engagement, gegen Sexismus, Rassismus und gesellschaftliche Machtverhältnisse. Eintritt frei. Veranstalter*innen: Integrationsagentur der AWO UB Dortmund.

20 Uhr, Kino im U, Leonie-Reygers-Terrasse - Far From You I Grew (OmU): "Reise gut dein Leben lang", wird dem kleinen Nicolas bei seiner Taufe mit auf den Weg gegeben. Kurze Zeit später beginnt seine erste Reise – in ein Kinderheim. 13 Jahre später spaziert er mit seinem Freund Saef, einem Geflüchteten, durch die Wälder rund um Schirmeck im Elsass, baut Verstecke und liest aus Homers Odyssee vor. Irrfahrten und der Wunsch nach Heimkehr verbinden beide Teenager mit dem griechischen Epos. Das generationsübergreifende Schicksal einer jenischen Familie wird in "Far From You I Grew" zum modernen Mythos. Eintritt frei. Förderer und Veranstalter: Internationales Frauen* Film Fest Dortmund+Köln.

Mehr zu "Djelem Djelem"

"Djelem Djelem" wird gefördert von: Bundesministerium des Inneren, Kulturbüro, Regionalverband Ruhr, Interkultur Ruhr, EDG, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Fonds Soziokultur.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.