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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Coronavirus

OB Westphal fordert 2-G-Regelung für den Freizeitbereich

Nachricht vom 31.08.2021

Oberbürgermeister Thomas Westphal sieht die steigende Infektionslage in Dortmund kritisch. Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle fordert er eine 2-G-Regel (Geimpft, Genesen) für den Freizeitbereich. Er drängt außerdem auf mehr Tempo beim Impfen von Kindern ab 12 Jahren.

OB Westphal fordert 2-G-Regelung für den Freizeitbereich Quelle: YouTube

Die Stadt Dortmund geht mit bei der Forderung zahlreicher Großstädte in NRW, für den Freizeitbereich die sogenannte 2-G-Regelung einzuführen. Danach sollen nur noch geimpfte oder von einer Coronainfektion genesene Personen an Veranstaltungen in Discos, Bars oder Stadien teilnehmen können. Oberbürgermeister Thomas Westphal machte am Dienstag, 31. August, deutlich: "Das bedeutet Sicherheit für Veranstalter*innen und Sicherheit, das Infektionsgeschehen im Griff zu halten."

Kino- und Disco-Besuch im Fokus

Ausdrücklich sagte Westphal bei der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstands, es gehe nicht um notwendige Bereiche - zum Beispiel also den Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Vielmehr gehe es um Angebote im öffentlichen, privaten Stadtleben, "die man gerne macht".

Da die Corona-Tests ab 11. Oktober ohnehin von den Bürger*innen finanziert werden müssten, könne man damit auch bereits jetzt beginnen. Darin seien sich Dortmund und andere Kommunen beim Austausch im Rahmen des Deutschen Städtetags einig gewesen.

Impfen ab 12 Jahren vorantreiben

Auf mehr Tempo drängte der Oberbürgermeister auch beim Impfen der Kinder ab 12 Jahren. An Eltern appellierte Westphal: "Sie müssen nicht auf den Impfbus warten, das Impfzentrum hat jetzt gerade in diesem Moment noch Kapazitäten." Der Schutz des Lebens solle eine Fahrt auf Phoenix West alle Mal wert sein.

Strategisch seien Impfen und Testen viel bedeutsamer als Luftfilter, um den Unterricht sicher zu gestalten. An Grundschulen laufe nun eine ausgepfeilte Teststrategie, doch an den weiterführenden Schulen sei das finanziell nicht zu stemmen - auch in anderen Kommunen ginge das nicht, weshalb es sich hier um eine NRW-weite Frage handele.

Druck aufs Land NRW

Auch Schuldezernentin Daniela Schneckenburger sagte: Die Finanzierung für PCR-Tests an weiterführenden Schulen solle vom Land kommen, ein "sicherer Schulbetrieb in allen Kommunen" sei Landesaufgabe. "An einigen weiterführenden Schulen können wir modellhaft eine PCR-Teststrategie einführen, aber mehr können wir als Stadt nicht leisten." Für einen modellhaften Ansatz sei dann die Frage: "Wo sind besonders betroffene Schulen? Wie kann man beitragen, in Ergänzung zu Antigen-Tests Sicherheit zu gewährleisten?"

Einige Schüler*innen sind in Quarantäne

Auf die konkrete Situation an den Dortmunder Schulen angesprochen sagte Schneckenburger, um eine*n Schüler*in herum seien derzeit mehrere andere Schüler*innen in Quarantäne geschickt worden. Die Strategie orientiere sich daran, mehr Schutz für Kinder zu bekommen - "und nicht an anderweitigen Durchseuchungsstrategien".

Bildung in Gefahr?

Der Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes, Dr. Frank Renken, erläuterte die aktuelle Risikoabwägung: "Wenn wir junge Menschen ständig von Bildungsmöglichkeiten abhalten, ist diese Gefährdung bald größer als die gesundheitliche Gefährdung." Dennoch gebe es auch bei jungen Menschen sehr selten schwere Krankheitsverläufe oder gar tödliche Fälle.

"Warum sollten Jugendliche sich impfen lassen?" - Ein Ratgeber-Interview der Stadt Dortmund Quelle: YouTube

Renken sagte mit Blick auf die aktuelle vierte Infektionswelle, sie sei deutlich jünger als zuvor. Das Durchschnittsalter liege derzeit bei unter 30, "aktuell sogar unter 28 Jahren". Die höchsten altersspezifischen Inzidenzen würde es derzeit im Alter von 6 bis 10 Jahren geben, danach kämen Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen. In beiden Altersstufen seien Krankheitszeichen selten.

Tests in den Schulen beleuchteten die Dunkelziffer in diesen Gruppen - "Es geht darum, wen wir jetzt erkennen und frühzeitig in Quarantäne 'stecken' können, mit der Hoffnung, dass weitere Infektionen unterbunden werden können."

In dem Zuge appellierte auch Schuldezernentin Schneckenburger: "Impfen ist die beste Möglichkeit, um einen sicheren Unterricht zu gewährleisten." Wenn Schüler*innen das Impfangebot (mit Biontech) annehmen würden, werde ein Bus sie zum Impfzentrum transportieren. Dies finde im Rahmen der Unterrichtszeit statt - dies seit der Beitrag der Schule für ein sicheres Schuljahr 2021/22.

Im impffähigen Alter ab Klasse sieben sind laut Schneckenburger 24.000 Schüler*innen in Dortmund. 296 Schüler*innen hätten sich mit Corona infiziert.

Unterschiedliche Situation in den Stadtbezirken

Renken ging auch auf die Covid-19-Stadtbezirkszahlen ein, die immer monatlich rückblickend veröffentlicht werden.

Er betonte, bei einer Durchschnittsinzidenz von 160 in Dortmund sei zu beachten, dass es in den Stadtbezirken ganz unterschiedliche SItuationen gebe. "In manchen Lagen im öffentlichen Raum ist es daher sinnvoll, Maske zu tragen - z.B. auf dem Marktplatz, wo man Menschen trifft, die man sonst gegebenenfalls nicht trifft".

Zur Lage in den Krankenhäusern sagte Renken, die Situation dort liege immer zwei Wochen hinter den Infektionszahlen. "In den letzten zwei Wochen ist das Infektionsgeschehen deutlich angestiegen, entsprechend werden die Zahlen im Krankenhaus steigen."

Ein sehr hoher Anteil (85-90 Prozent) der Menschen mit Corona im Krankenhaus sei ungeimpft, sagte Renken. Bei den schweren Erkrankungsfällen seien es noch mehr - "95 Prozent plus X". "Fast alle, die auf den Intensivstationen liegen, sind ungeimpft."

Text: Larissa Hinz

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Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.