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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Stadtentwicklung

Stadtplanungsamt legt Zukunftsanalyse bis 2030 für Innenstadt-Ost vor

Nachricht vom 03.09.2021

Durch die Nähe zur Innenstadt sticht der Dortmunder Osten besonders als qualitativer Wohnraum hervor. Eine Bestandsanalyse bestätigt, dass das östliche Gebiet viele Chancen als durchmischter und vielfältiger Stadtbezirk bietet.

Stadtbezirksentwicklungsplan Innenstadt Ost bis zum Jahr 2030

Stadtbezirksentwicklungsplan (STEP) Innenstadt-Ost 2030+
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Eine Vielzahl an Flächen zur weiteren Bereitstellung von qualitativem Wohnraum und Bildungs-, Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen in direkter Nähe zur Dortmunder City macht den östlichen Stadteil besonders attraktiv. Insbesondere die Entwicklung der Flächen des ehemaligen Güterbahnhofs Süd und des Umfeldes (nördlich Ernst-Mehlich-Straße, Kronprinzenviertel, Deggingshöfe) zeigt eine vielfältige Erweiterung des Bezirks.

Entwicklung in den nächsten zehn Jahren

Mit der Fortschreibung des Integrierten Stadtbezirksentwicklungskonzepts (INSEKT) Innenstadt-Ost erforschte das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt die Lage. Mehr Wohnraum und das Vorantreiben der Mobilitätswende standen dabei im Fokus.

Hieraus entwickelte das Amt eine Bestandsanalyse als auch ein Stadtbezirksprofil. Die historische Bausubstanz erhält dabei eine besondere Stellung in der Planung. Hervorzuheben sind die Stadterweiterungsgebiete Saarlandstraßen-, Gerichts- und Kaiserviertel, die Gartenstadt sowie verbliebene Strukturen entlang der Verkehrswege Körner Hellweg, Märkische Straße und Rheinland- und Westfalendamm.

Ergebnisse der Analyse

Es wurde deutlich, dass der Stadtbezirk Innenstadt Ost dicht besiedelt und dadurch mit wenig Freiraum geprägt ist. Einzig im Südosten zeigt sich im Bereich Gartenstadt sowie einzelner Großwohnsiedlungen eine aufgelockerte Siedlungsstruktur.

Zudem vollzieht sich in Zukunft ein Generationswechsel: Trotz hoher Geburtenrate im Stadtbezirk ist die Zahl der Hochbetagten steigend und zeigt einen demografischen Wandel an. All dies muss in den Planungen des Bauamts berücksichtigt werden.

Zukunftspläne Innenstadt-Ost

Die Zentren "Saarlandstraße"; "Kaiserstraße" und "Körne" sind attraktiv und lebendig, die jetzige Nutzungsdurchmischung und Angebotsvielfalt bleibt erhalten. Die hohe Verkehrsdichte reduziert allerdings die Lebensqualität der Bürger.

In Planung ist deswegen mehr Grün und eine Aufwertung des öffentlichen Raums, indem weniger Autos in der Gegend fahren sollen. Im Bereich Kaiserviertel sollen dabei mehr Grünflächen entstehen. Der Vorteil ist eine natürliche Abkühlung in den sonst zum Teil stark überhitzen bebauten Bereichen. Der Ausbau von Fassaden- und Dachbegrünung wird künftig stärker berücksichtigt.

Mehr Betreuungsmöglichkeiten für Familien

Der Zuzug von Familien und eine überdurchschnittliche Geburtenrate erfordern den Ausbau von Kitas und weiteren Spielflächen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Hochbetagten. Dass generationengerechte Angebote geschaffen werden, ist somit ebenfalls wichtig. Dies soll bei der Planung von künftigen Neubaugebieten berücksichtigt werden. Zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten als auch Pflegeeinrichtungen werden geschaffen.

Geschäftiges Treiben

Im nördlichen Bereich ist das Gewerbe angesiedelt. Die Büromeile "Rheinland- und Westfalendamm" bietet zudem eine Vielzahl an Arbeitsplätzen im Büro- und Dienstleistungssektor.

Trotz der Standorttreue der Gewerbetreibenden und sehr wenigen Leerständen von Gebäuden wird die künftige Herausforderung sein, Klimaanpassungen vorzunehmen als auch das Einsickern von gebietsfremder Nutzung in diesem Gebiet zu berücksichtigen.

Die zukünftige Weiterentwicklung der Gewerbegebiete "Im Spähenfelde-Nord / -West", "Körne", "Brinkstraße" und "Bronnerstraße" wird durch städtebauliche Erneuerung und Reaktivierung der unter- und mindergenutzten Wirtschaftsflächen erfolgen. Mehr Grün in den Bestandsgebieten wird dabei forciert, um das Stadtklima in verdichteten und hochversiegelten Bereichen zu entlasten.

Mobilitätswende vorantreiben

Neben dem Ausbau von Wohn- und Grünflächen und eine Erweiterung des Betreuungsangebots von Kindern und Pflegebedürftigen im östlichen Stadtbezirk liegt der Fokus auf den Verkehr.

Der Ausbau des Wegenetzes durch Radschnellweg Ruhr (RS1), Hoesch-Hafenbahn-Weg und die Fortführung des Bananenradwegs trägt künftig dazu bei, dass der Fuß- und Radverkehr gestärkt und der Autoverkehr langfristig verringert wird.

Auch die Umgestaltung des Kreuzungsbereiches "Märkische Straße / Westfalendamm" sieht eine Verbesserung für alle Verkehrsträger vor. Der Ausbau durchgängiger Fuß- und Radwege und sicherer Querungsmöglichkeiten sowie ein verbessertes Bus- und Bahnangebot leisten einen wesentlichen Beitrag zur Mobilitätswende und verbessern die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen durch umweltfreundliche Verkehrsmittel.

Zum Thema

Das Prinzip der Integrierten Stadtbezirksentwicklungskonzepte (INSEKT) ist es, als eine Art Trichter den "Status quo" sowie Chancen, Herausforderungen und Handlungsempfehlungen so zuzuspitzen, dass sich letztlich "Leitplanken" für die Entwicklung des Stadtbezirkes in den nächsten Jahren ergeben.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.