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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Verkehr

Stadt und Polizei starten gemeinsame Kampagne gegen Raser und illegale Tunerszene

Nachricht vom 01.10.2021

"Ich sag’s deinen Eltern. Ich bin Notfallseelsorger" – direkt an der B1 steht diese Warnung auf einem großen Plakat. Unter dem #DortmundGegenRaser warnen die Stadt und die Polizei damit gemeinsam vor den Gefahren durch illegale Autorennen.

Plakataktion gegen Raser von Stadt und Polizei

Stadt und Polizei machen gemeinsam unter anderem mit Plakaten an der B1 auf die Gefahren bei illegalen Autorennen aufmerksam.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Polizei Dortmund

Autorennen auf öffentlichen Straßen sind lebensgefährlich. Sie gefährden nicht nur die Fahrer*innen selbst, sondern oft auch Unbeteiligte. Die Polizei Dortmund hat gemeinsam mit der Stadt die Raser- und Tunerszene verstärkt im Blick. Seit Anfang des Jahres ist die Bekämpfung von verbotenen Autorennen als behördenstrategischer Schwerpunkt verankert. Es gab bereits zahlreiche gemeinsame Maßnahmen von Stadt und Polizei wie zum Beispiel regelmäßige Kontrolleinsätze an den Wochenenden, ein nächtliches Tempolimit auf dem Wall und auch strategische Fahndungen. Dadurch wurde Dortmund zunehmend unattraktiv für die Raserszene.

Der Zustrom der Szene aus benachbarten Städten nach Dortmund hat spürbar nachgelassen. Trotz der positiven Entwicklung machen Stadt und Polizei sehr deutlich: Wir haben einen langen Atem und halten an der Null-Toleranz-Strategie gegen das Rasen fest.

v.l. Polizeipräsident Gregor Lange und Oberbürgermeister Thomas Westphal

v.l. Polizeipräsident Gregor Lange und Oberbürgermeister Thomas Westphal
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

#DortmundGegenRaser

Oberbürgermeister Thomas Westphal und der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange möchten jetzt für die Stadt und die Polizei erneut auf die großen Gefahren des illegalen Rasens hinweisen. Der Notfallseelsorger mit seiner nüchternen Aussage "Ich sag’s deinen Eltern" ist eins von insgesamt drei Plakaten auf dem Mittelstreifen der Bundesstraße 1 in Fahrtrichtung Bochum. Sie weisen unter dem #DortmundGegenRaser auf die Unfallgefahren hin und geben denjenigen, die sich mit den zum Teil schrecklichen Unfallfolgen auseinandersetzen müssen wie Polizei, Feuerwehr, Notfallseelsorger*innen, ein Gesicht und eine Stimme. Weitere Plakate mit neuen Motiven sollen folgen.

"Die Plakate zeigen unmissverständlich, welche Gefahren von Rasern ausgehen - für sich selbst und für alle anderen. Für so ein rücksichtsloses Verhalten haben wir in Dortmund keinen Platz", betont Oberbürgermeister Thomas Westphal. "Wir wollen hier sicher leben. Auch auf der Straße. Gemeinsam mit der Polizei wird die Stadt Dortmund in Zukunft weiter gegen die Raser im Stadtgebiet vorgehen."

André Dupont, Hauptbrandmeister

André Dupont, Hauptbrandmeister
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Nüchterne Sätze mit großer Wirkung

Die Aussagen auf den Plakaten von Polizei, Feuerwehr und Notfallseelsorge

  • "Wir nehmen Deinen Unfall auf!"
  • "Wir versuchen, Dein Leben zu retten!"
  • "Ich sag‘s Deinen Eltern! Ich bin Notfallseelsorger."
Carina Peschel, Polizeikomissarin und Patrick Kaufmann, Polizeihauptkommissar

Carina Peschel, Polizeikomissarin und Patrick Kaufmann, Polizeihauptkommissar
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Verstärkte Kontrollen

Zwischen 2018 bis 2020 sind in Dortmund 214 illegale Autorennen bekannt geworden. Die Zahl stieg stetig an. Im Jahr 2020 allein waren es rund 100 verbotene Rennen. Bei etlichen kam es zu Unfällen mit insgesamt 31 Verletzten. Die Polizei stellte 436 Fahrzeuge und 137 Führerscheine sicher. In gemeinsamen Einsätzen von Ordnungsamt und Polizei wurden insgesamt 3.674 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt.

Die Plakate werden die Autofahrer*innen die täglich über die B1 fahren, ab der Kreuzung Voßkuhle/Semerteichstraße für vier Wochen gezielt auf das Thema hinweisen. So soll die Öffentlichkeit sensibilisiert und der ein oder andere Raser zum Nachdenken gebracht werden.

"Die Aussagen auf den Plakaten klingen auf den ersten Blick neutral und unkritisch. Gemeint sind aber die schlimmen Bilder, die schlimmen Schicksale, die hilflosen Angehörigen, die durch unüberlegtes Rasen erzeugt und zurückgelassen werden", erklärt Polizeipräsident Gregor Lange.

Schwere Unfälle vermeiden

Es sind diese schweren Unfälle, die Polizei und Stadt mit ihrem Kampf gegen die Raser- und illegale Tuningszene vermeiden möchten. Denn nach wie vor ist zu hohe Geschwindigkeit eine der Hauptunfallursachen.

"Die Kampagne stellt einen weiteren Baustein in der Bekämpfung der Raser-, Poser, und illegalen Tuningszene dar", erklärt Polizeipräsident Gregor Lange. "Der öffentliche Verkehrsraum ist kein geeigneter Ort, die Leistungsstärke seines Fahrzeuges unter Beweis zu stellen und sich zu profilieren. Jedem Raser soll bewusst sein, dass gefährdende Fahrweisen, die Menschenleben kosten, nicht toleriert und konsequent strafrechtlich verfolgt werden."

Viele Angehörige der Raserszene stammen aus dem Umland. Die Bundesstraße 1 in Richtung Bochum ist eine der wichtigsten Zufahrtsstraßen für Treffen der illegalen Raserszene in Dortmund.

Hendrik Münz, Notfallseelsorger

Hendrik Münz, Notfallseelsorger
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.