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Dortmunds Inzidenz hält sich im Vergleich zum Bund auf niedrigem Niveau

Nachricht vom 26.10.2021

Nach den Herbstferien fand am Dienstag, 26. Oktober, die erste Sitzung des Verwaltungsvorstandes im Goldsaal der Westfalenhallen statt. Corona ist weiterhin priorisiertes Thema. Laut Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitamtes, ist das Infektionsgeschehen in Dortmund "relativ zufriedenstellend".

Am Rande der Sitzung des Verwaltungsvorstandes am 26. Oktober beantwortete Dr. Frank Renken, Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes, weitere Fragen zur Booster-Impfung. Er empfiehlt zudem jüngeren Impfwilligen, das Gespräch zu suchen. Quelle: YouTube

Im Vergleich zum Bund, wo die Infektionszahlen in den letzten Tagen rasant gewachsen sind, ist das Infektionsgeschehen in Dortmund insgesamt zufriedenstellend. "Wir hatten ja bereits die vierte Welle – das war zum Ende der Sommerferien. Die war dann relativ schnell beendet. Seitdem verzeichnet die Stadt eine relativ langsame Aufwärtsbewegung. Dortmunds Inzidenz liegt momentan bei 73,5, damit leicht über dem NRW-Schnitt (72,9), aber deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (113,0). Vor Monaten hatten wir noch die Befürchtung, dass die Zahlen zum Herbst deutlich steigen. Nun sind die Ferien vorüber und der Inzidenzwert hält sich im Rahmen, wird aber wohl noch etwas steigen", erklärt Renken weiter.

Mit Strategie will die Stadt die kalte Jahreszeit überstehen

Eine effektive Maßnahme, um eine Infektion schnell zu entdecken und einzudämmen, ist das permamente Testen in öffentlichen Einrichtungen. Wenn zum Beispiel in einer Kita eine Infektion festgestellt wird, wird entsprechend schnell gehandelt. So können weitere Ansteckungen vermieden werden. "Zwar kommt es dann in Familien zu Ansteckungen, aber das Virus wird nicht weitergegeben - das hat sich bewährt und sorgt für niedrige Zahlen", so Gesundheitsamtsleiter Renken.

Das macht sich auch in den Krankenhäusern bemerkbar: Im Schnitt liegen 25 bis 35 Corona-Patient*innen auf der Intensivstation, was seit Monaten unverändert ist. "Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt dennoch eine Nachimpfung in der Altersgruppe der Ü70-Jährigen. Es ist wichtig, dass diese sogenannten Booster-Impfungen auch in Anspruch genommen werden. Gerade die Altersgruppe der Ü70-Jährigen ist leider wieder empfänglich für Infektionen, erkranken und landen im schlimmsten Fall auf der Intensivstation. Im Juni gab es sogar den ersten Todesfall in dieser Altersklasse trotz Impfung. Deswegen ist eine Auffrischung wichtig. Booster-Impfungen dienen vorbeugend."

Eine Nachimpfung für Menschen, die erst kürzlich eine Kombination aus zwei verschiedenen Impfstoffen erhalten haben, ist nicht vorgesehen. "Wer mit einem Kombinat geimpft ist, ist mindestens so gut dran wie jemand, der zweimal Biontech bekommen hat. Diese Menschen können höchstens ein indiviuelles Anliegen haben – zum Beispiel ist deren Immunsystem geschwächt oder ähnliches. Für diese gilt die Empfehlung einer dritten, maximal vierten Impfung."

Dr. Frank Renken, Gesundheitsamtleiter

Der Gesundheitsamtleiter Dr. Frank Renken erläutert die Corona-Situation in der Stadt Dortmund.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Amanda Bick

Bislang sind keine weiteren Impfaktionen geplant

In Bezug auf schlecht zu erreichende Zielgruppen ist bislang keine weitere Impfaktion geplant. "Dies ist noch nicht vollständig besprochen. Bei Johnson & Johnson und AstraZeneca war ja bekannt, dass es nur eine gewisse Weile hält. Die Menschen wägten ab: Was ist besser – gar keine Impfung oder ein Schutz von mindestens 50 Prozent? Die nächste Sache ist, dass wir keine Impfpflicht haben, die weitere Impfaktionen rechtfertigen würden. Für alle, die besseren Schutz haben wollen, bieten wir Folgeimpfungen an für alle unter 60-Jährige. Wir gehen davon aus, dass wir diesbezüglich Sonderaktionen anbieten müssen mit Ärzt*innen und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Wir sind bemüht, es genauso zu gestalten", erläutert Renken weiter.

Die Vereinbarung des Landes und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sieht vor, dass niedergelassene Haus- und Betriebsärzt*innen die Nachimpfungen vornehmen sollen. "Das bedeutet, dass wir vorgeschrieben bekommen haben, wie wir weiter vorzugehen haben. Die Kommunen sollen keine stationären Impfangebote machen, auch nicht in Bereichen, die unzureichend durch niedergelassene Ärzt*innen abgedeckt werden. Das ist die Vereinbarung des Landes, worüber die Kommunen auch nicht glücklich sind. Der Zeitpunkt scheint willkürlich gelegt, wurde aber von der KV festgelegt. Herbstferienzeit ist Urlaubszeit, sprich, auch Hausärzt*innen sind im Urlaub und impfen dann in dieser Zeit nicht. Dennoch sollten wir den November abwarten und weiterhin gerade die Pflegeeinrichtungen beobachten, wie sich das Infektionsgeschehen weiterentwickelt."

Es sei kein Problem der Kapazität, sondern der Nachfrage. "Man kann ein Angebot machen, dann muss es auch angenommen werden. Unser Angebot wird von der Nachfrage gesteuert", so Renken weiter. "Wir haben Werbung fürs Impfen gemacht und Kampagnen geschaltet, mehr geht nicht. Ich bin sehr fürs Impfen, aber jeder Einzelne entscheidet für sich, es besteht schließlich keine Impfpflicht. Wenn Menschen zu der Entscheidung kommen, sich nicht impfen zu lassen, muss ich das akzeptieren."

Impfbus bleibt vorerst bestehen, es ist aber kein zweiter Einsatzbus geplant

Ein weitere mobile Impfstation ist nicht geplant. "Wir werten die Zahlen des Impfbusses regelmäßig aus. Sobald es Kennzahlen gibt, die uns veranlassen zu reagieren, werden wir entsprechend das Impfangebot erweitern. Ansonsten ist es jederzeit möglich, sich in Arztpraxen impfen zu lassen, denn Impfstoff ist genug vorhanden", so Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Das Angebot für Wohnungslose soll ausgebaut werden. "Wir sind im Austausch mit dem Covid-Beauftragten der KV und werden im nächsten Gespräch thematisieren, wie wir weiter mit den Obdachlosen verfahren werden: Wie wollen wir dieser Gruppe Impfangebote machen? Es gibt auch viele chronisch Kranke, denen sollten wir ebenfalls ein Impfangebot machen."

"Eine Priorisierung gibt es nicht mehr", erklärt Renken weiter. "Am Anfang der Pandemie gab es diese, weil wir zu wenig Impfstoff zur Verfügung gestellt bekommen hatten. Wer eine Booster-Impfung benötigt, entscheiden die niedergelassenen Haus- und Betriebsärzt*innen individuell. Eine klare Empfehlung gibt es wie bereits erwähnt bei der Altersgruppe Ü70. Alle anderen sollten eine eventuelle Auffrischung mit ihrem*ihrer Arzt*Ärztin besprechen."

Text: Angela Seger

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.