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Coronavirus

Trotz steigender Inzidenz keine Wiedereröffnung von Dortmunder Impfzentrum geplant

Nachricht vom 02.11.2021

Die Dortmunder Verwaltungsspitze sieht in der aktuellen Corona-Lage keine Notwendigkeit, das Impfzentrum wieder zu eröffnen oder etwa ein neues ins Leben zu rufen. Dennoch steigt die Inzidenz in der Stadt stark an - eine "nicht überraschende" Entwicklung, heißt es.

Hände in medizinischen Handschuhen setzen Spritze an einen Oberarm

In den Stadtbezirken ist die Nachfrage nach Impfungen unterschiedlich.
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In Dortmund ist die Inzidenz bei den Coronavirus-Infektionen mittlerweile ebenfalls wieder auf über 100 gestiegen. Laut Stand von Dienstag, 2. November, lag sie bei 122 - ein starker Anstieg, wie der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Frank Renken, gegenüber der Lokalpresse mitteilen ließ. "Auch bei den Belegungszahlen der Krankenhäuser ist ein Anstieg zu bemerken. Beide Entwicklungen kommen nicht überraschend, da es sich auch um die erwartbaren Auswirkungen der Freizeitgestaltung der Menschen in den Herbstferien handelt."

Booster soll allen Ü60 angeboten werden

Renken ließ erklären, dass eine Überlastung des medizinischen Versorgungssystems nicht zu erwarten sei, "wenn der erreichte Impfschutz für Menschen über 80 Jahre konstant gehalten werden kann". Da die Booster-Impfungen erst begonnen hätten, "werden wir aber insbesondere in der Altersgruppe Ü80 mehr Impfdurchbrüche sehen. Es ist daher derzeit die wichtigste Aufgabe, die Booster-Impfungen voranzutreiben und möglichst schnell allen Menschen über 60 Jahren eine Impfung anzubieten, weil wir auch im Verlauf des Winters weitere Infektionswellen sehen werden."

Renken warnte: "Die Erfahrungen aus der abgelaufenen vierten Welle lassen den Schluss zu, dass wir wieder einen Anstieg der 7-Tagesinzidenz auf 160 bis 170 zu erwarten haben. Auch werden wir wieder deutliche Inzidenzunterschiede zwischen den Stadtbezirken sehen. Der Grund wird unverändert in den sehr unterschiedlichen Impfquoten liegen."

Impfzentren im Fokus der Debatte

Im Kampf gegen die Pandemie hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Länder aufgefordert, die erst kürzlich geschlossenen Impfzentren wieder zu öffnen. Auch in Dortmund wurde das Impfzentrum auf Phoenix West Ende September geschlossen. Die Stadt bietet aber noch mobile Impf-Möglichkeiten an, zum Beispiel im Impfbus.

Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner ließ am Dienstag mitteilen: "Im Moment können wir die Notwendigkeit einer Wiedereröffnung oder Neueröffnung von Impfzentren für Dortmund nicht erkennen. Zu Beginn der Impfkampagne dienten die Impfzentren dem sicheren Umgang mit einem zum damaligen Zeitpunkt schwierig zu händelnden Impfstoff und der Durchsetzung der Priorisierung aufgrund des Impfstoffmangels."

Die aktuell auf Bundesebene geführte Diskussion ziele darauf ab, Booster-Impfungen zu beschleunigen. Die Verwaltungsspitze beobachte die Entwicklungen in dem Bereich; zurzeit seien keine Probleme bei den Booster-Impfungen in den Praxen erkennbar. "Hinzu kommt eine Vielzahl weiterer Argumente, warum es nicht funktionieren kann, auf die Schnelle die erst vor vier Wochen geschlossenen und abgebauten IZ wieder zu öffnen."

Bisher hat es sehr wenige Meldungen im Gesundheitsamt gegeben, dass Impftermine in den Praxen nicht ausreichend zur Verfügung stehen.

Dr. Frank Renken, Gesundheitsamtsleiter

Gesundheitsamtsleiter Renken geht davon aus, die Booster-Impfungen in den Pflegeheimen in diesem Monat abzuschließen. "Daher ergibt sich nach dem aktuellen Informationsstand in den Heimen kein Bedarf für zusätzliche Impfangebote. Menschen über 80 Jahre werden derzeit seitens der Stadt angeschrieben und über die Möglichkeit informiert, sich in den Praxen impfen zu lassen und warum eine Booster-Impfung sinnvoll ist."

Dann müsse erst dieser Personenkreis Impftermine bekommen, bevor dann auch die über 70-Jährigen über das Angebot der Booster-Impfung informiert werden. "Unabhängig von unserem Anschreiben hat jeder Mensch über 60 Jahre die Möglichkeit, sich selbst an eine Praxis zu wenden und dort einen Impftermin zu vereinbaren."

Das Anschreiben sei keine Voraussetzung dafür, geimpft zu werden, ließ Renken mitteilen. Es handele sich lediglich um eine Information für die Personen, für die die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Booster-Impfung vorsieht. "Bisher hat es sehr wenige Meldungen im Gesundheitsamt gegeben, dass Impftermine in den Praxen nicht ausreichend zur Verfügung stehen. In Einzelfällen wurden Bürger*innen Praxen genannt, die Impftermine anbieten. Sollte sich die Situation ändern, wird die Stadt darauf kurzfristig reagieren. Geplant ist dann, in Abstimmung mit der KVWL an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet kleine ortsgebundene Impfstellen einzurichten, wo sich dann Menschen impfen lassen könnten, die in den Praxen keine Termine erhalten."

Problematik in den Stadtbezirken bleibt

Renken ließ zudem über die Pressestelle der Stadt Dortmund mitteilen: "Wir teilen die Bewertung, dass die fehlenden Daten zu Impfquoten auf Ebene der Stadtbezirke einen gravierenden Mangel darstellen. Leider wird sich dies auf Ebene von Stadtbezirken nicht mehr auf der Basis von amtlichen Meldedaten ändern lassen."

Hintergrund sei die Entscheidung der Bundesebene, dass das niedergelassene System weniger Daten melden muss. Dies wurde offenbar so entschieden, um den bürokratischen Aufwand für die impfenden Ärzt*innen geringer zu gestalten. "Anders als die Impfzentren, die auch die Postleitzahlen der Geimpften melden mussten, galt und gilt das für die Praxen und Betriebsärzt*innen nicht. Daher liegen für weniger als die Hälfte der geimpften Personen in Deutschland Daten über den Wohnort vor. Das kann rückwirkend nicht kompensiert werden."

Impfbus in Quartieren mit niedriger Impfquote

Die Verwaltung sei daher auf Schätzungen angewiesen, die mit einer größeren Unsicherheit verbunden seien. "Wegen der gemeldeten Fälle und anhand des Inzidenzverlaufes in der vierten Welle können Rückschlüsse darauf gezogen werden, wie hoch die Impfquoten in den Stadtbezirken etwa sein müssen. Dabei wird eine Modellrechnung des RKI, die bereits vor einigen Monaten veröffentlicht wurde, zugrunde gelegt. Danach lässt die Höhe der 7-Tagesinzidenz, die maximal erreicht wurde, eine Prognose über die wahrscheinlich bestehenden Impfquoten zu. Die Berücksichtigung der ungeimpften Meldefälle nach dem Wohnbezirk ist eine weitere Kennzahl, die diese Rückschlüsse zur Impfquote stützt."

Für Dortmund sei zu sagen, dass in den Stadtbezirken, "in denen wir von unterdurchschnittlichen Impfquoten (<50 %) ausgehen müssen, am häufigsten Termine für den Impfbus" angeboten werden. Vor Ort sei nicht das fehlende Impfangebote das Problem, sondern die fehlende Nachfrage.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.