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Kultur

Dortmund gedenkt fast vergessenem Musiker Felix Wolfes

Nachricht vom 02.11.2021

Vor 50 Jahren starb der Dirigent und Komponist Felix Wolfes (1892-1971), eine der wichtigsten Musikerpersönlichkeiten des Ruhrgebiets und ehemaliger Operndirektor in Dortmund. Am Sonntag, 7. November, findet in Dortmund ein Gedenktag zu seinen Ehren statt.

Felix Wolfes am Klavier

Felix Wolfes am Klavier.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Angelika Forsberg

Zu Ehren des Dirigenten und Komponisten Felix Wolfes (1892-1971) findet in Dortmund ein Gedenktag am 7. November statt. Unter dem Titel "Im Eis des Mondes wandern wir" gibt es Begegnungen mit Leben und Werk des Musikers. Dafür kooperieren Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK), Folkwang Universität der Künste, Orchesterzentrum | NRW und die Stiftung Lichterfeld.

Ablauf des Programms

Der Tag beginnt ab 11:00 Uhr im MKK: Den ganzen Tag über präsentieren Musik- und Schausiel-Studierende der Folkwang Universität der Künste in den Räumen des Museums Texte und Lieder rund um Felix Wolfes. In der Rotunde werden zu jeder vollen Stunde 15 Minuten lang Auszüge aus dem 150 Lieder umfassenden Oeuvre des Komponisten live vorgetragen. Anschließend kann das Publikum die Räume der Dauerausstellung durchwandern und in verschiedenen Räumen Lesungen aus Korrespondenzen und Tagebüchern von Wolfes hören.

Um 18:00 Uhr beschließt ein Festakt im Orchesterzentrum|NRW (Brückstraße 47) den Gedenktag mit Liedern von Wolfes sowie kammermusikalischen Werken von Hans Pfitzner und Richard Strauss, eingebettet in Lesungen aus Briefen an und von Wolfes. Es musizieren Studierende der Folkwang Universität der Künste, das Kammermusikensemble des Orchesterzentrums sowie die OZM|Soloists.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Es gelten die 3G-Regeln. Aufgrund der begrenzten Platzzahl im Orchesterzentrum wird für die Abendveranstaltung um Anmeldungen gebeten: verena.dueren@orchesterzentrum.de.

Zwischen den Veranstaltungen lädt die aktuelle Ausstellung "Menschen, Bilder, Orte – 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" im Studio des MKK dazu ein, die Geschichte, Alltagswelten, Religion und Kunst und Kultur jüdischer Menschen in Deutschland zu entdecken.

Musiker hatte es schwer in der NS-Zeit

Dass Wolfes heute trotz Wertschätzung von Kollegen wie Richard Strauss oder Hans Pfitzner kaum mehr bekannt ist, liegt auch an den Restriktionen des nationalsozialistischen Systems, von denen er gravierend betroffen war.

Nach ersten musikalischen Studien bei Max Reger in Leipzig wechselte Felix Wolfes in die Klassen von Richard Strauss und Hans Pfitzner, zu deren engerem Schülerkreis in Straßburg er sehr bald gehörte. Er sollte prägend werden für die Kulturszene seiner Zeit im Ruhrgebiet: So wirkte er am Stadttheater in Essen, unterrichtete nebenher an der damaligen Folkwangschule. 1931 ging er als Operndirektor der Städtischen Bühnen nach Dortmund, wo er aufgrund seiner jüdischen Herkunft jedoch nicht lange bleiben durfte. Ein nationalsozialistischer Übergriff während einer Tosca-Aufführung im Stadttheater zwang Felix Wolfes im März 1933 zur Flucht. Er verbrachte den Rest seines Lebens im Ausland, zunächst in Frankreich, dann in den USA. Den Kontakt zu seiner deutschen Heimat, vor allem zu musikalischen Freunden und Kollegen, hielt er weiterhin, kehrte jedoch nie wieder zurück.

Zum Thema

Die Kooperationsveranstaltung wird gefördert von der Stiftung Lichterfeld. Der Felix-Wolfes-Tag sowie die Ausstellung "1.700 Jahre jüdisches Leben" sind zwei von 24 Projekten in Westfalen-Lippe, die von der LWL-Kulturstiftung anlässlich des bundesweiten Themenjahres "#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland" gefördert werden.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.