Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Informationen zum Coronavirus

Bitte beachten Sie, dass ab dem 13.12.2021 das Tragen einer FFP2, KN-95- oder N95-Maske in einigen städtischen Gebäuden und Räumen mit Publikumsverkehr zwingend erforderlich ist!

Informationen zu den aktuell geltenden Regelungen finden Sie hier:

Coronavirus

OB Westphal fordert landesweite 2G-Regelung - zweiter Impfbus nimmt Fahrt auf

Nachricht vom 09.11.2021

Um die erneute Corona-Infektionswelle einzudämmen, sieht Dortmunds Stadtspitze zwei konkrete Lösungen: 2G landesweit einführen und mehr Menschen die erste, zweite oder dritte Impfdosis ermöglichen. Dazu macht künftig ein zweiter Impfbus Halt in Dortmunds Stadtteilen.

Oberbürgermeister Thomas Westphal zu landesweiter 2G-Regelung und Booster-Impfungen Quelle: YouTube

In Dortmund liegt die aktuelle Inzidenz mit Stand von Dienstag, 9. November, bei 128,9. Zum Vergleich: Nordrhein-Westfalen hat derzeit einen Inzidenzwert von 130, in ganz Deutschland liegt die Inzidenz bei 213,7. "Wir haben in Dortmund gerade keine beunruhigenden Höchstwerte wie zu Zeiten der vierten Corona-Welle", so Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken. Vor allem der Reproduktionswert von knapp über eins würde zeigen, dass sich das Coronavirus in Dortmund zwar ausbreite, allerdings nicht so rasant, wie es in anderen Bundesländern der Fall sei. Trotzdem sei es wichtig, sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen.

Impfung ist der Weg aus der Pandemie

Krisenstabsleiterin Brigit Zoerner fand bei der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstandes am Dienstag, 9. November, deutliche Worte: "Die Impfung ist der Weg raus aus der Pandemie!" So wäre auch in Dortmund klar zu erkennen, dass in den Vororten, in denen die Impfquoten niedrig sei - etwa der Nordstadt - eine höhere Inzidenz vorliegt. Dies bestätigt auch der Landestrend: Jene Bundesländer, in denen es keine hohe Impfbeteiligung gibt, haben beinahe den 700er-Inzidenzwert erreicht. "Die Impfquoten machen den Unterschied", so Zoerner.

Seitdem das Dortmunder Impfzentrum seinen Dienst einstellte , können die Dortmunder*innen sich bei den Hausärzt*innen, Betriebsärzt*innen oder im Impfbus gegen das Coronavirus impfen lassen. Durch den Einsatz eines zweiten Impfbusses, der ab dieser Woche das Impfangebot erweitert, erhoffen sich Birgit Zoerner und Dr. Frank Renken, noch mehr Menschen in den Stadtgebieten mit hoher Inzidenz zu erreichen. Die Fahrpläne der Impfbusse sind online abrufbar und werden über die sozialen Netzwerke Twitter und Instagram tagesaktuell geteilt.

Booster Impfung nach STIKO-Empfehlung

Eine weitere Aufgabe der Stadt Dortmund im Impfgeschehen ist es, die Impfangebote zur sogenannten Booster-Impfung in den Pflegeeinrichtungen nachzuhalten. In allen Dortmunder Einrichtungen sind bereits Angebote zur Impfauffrischung durchgeführt worden, "Allerdings wissen wir nicht, wie viele Menschen diese Angebote wahrgenommen haben, da keine Meldepflicht für verabreichte Dosen besteht", ergänzt Dr. Renken.

Die Booster-Impfung wird aktuell von der Ständigen Impfkommission (STIKO) nur für bestimmte Personengruppen empfohlen, dazu zählen etwa Menschen über 70, Bewohner*innen und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen und Pflegepersonal in ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen. Um Bürger*innen der Altergruppe ab 70 Jahren zu erreichen, hat die Stadtverwaltung bereits Briefe mit einer Erinnerung für die Booster-Impfung an alle Einwohner*innen dieser Altergruppe verschickt. Vornehmlich soll die Booster-Impfung bei den Hausärzt*innen erfolgen, doch auch im Impbus kann eine Auffrischungsimpfung erfolgen.

80 bis 90 Prozent der Corona-Intensivpatient*innen ungeimpft

Zurzeit werden in Dortmund 54 Corona-Patient*innen stationär behandelt, darunter zwölf Patient*innen intensivmedizinisch, acht davon mit Beatmung. "Wir haben in Dortmund eine nennenswerte Anzahl an Betten mit Covid-Patient*innen belegt - 80 bis 90 Prozent der Intensivpatient*innen sind ungeimpft", erklärt Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken. Das beweise noch einmal ganz deutlich, dass Ungeimpfte ein erhöhtes Risiko haben, schwer an Corona zu erkanken und Geimpfte vor einem schweren Verlauf besser geschützt seien.

Wenn sich ein Mensch trotz vollständiger Impfung mit dem Coronavirus infiziert und erkrankt, spricht man von einem Impfdurchbruch. Dr. Renken dazu: "In Dortmund sehen wir eine zunehmende Zahl von Impfdurchbrüchen, aber wir sehen in der Mehrheit der Fälle, dass die Impfung einen Schutz bietet, selbst dann, wenn die Impfwirkung nach einer gewissen Zeit nach der Impfung nachlässt."

Forderung nach landesweiter 2G-Regelung

Aus der Landeskonferenz der Gesundheitsminister*innen sind Empfehlungen für verpflichtende Corona-Tests in Pflegeheimen, Auffrischungsimpfung nach sechs Monate für alle und 2G-Regelung (geimpft oder genesen) für Regionen mit hohem Inzidenzwert hervorgegangen. Bisher sind keine direkten Erlasse, Gesetze oder Verordnungen erstellt worden, sodass sich in der Kommune Dortmund zunächst nichts verändert.

Oberbürgermeister Thomas Westphal bezieht Position: "Wir, die Vertreter*innen des Städtetages, sind uns einig, dass eine landesweite 2G-Regelung nötig ist." Würde man 2G nur in Dortmund einführen, so würden die Kino-Besucher*innen eben nach Bochum ausweichen, meint der Oberbürgermeister. Die Stadtspitze wünsche sich ein einheitliches Gesetz mit einem "Instrumentekasten", aus dem sich die einzelnen Regionen je nach Infektionsgeschehen bedienen könnten. Gerade in Hinblick auf den bevorstehenden Dortmunder Weihnachtsmarkt wolle man 2G noch einmal mit den Verantwortlichen erörtern, so Westphal.

Mehr dazu

Weitere Informationen zum Coronavirus sowie unseren tagesaktuellen Live-Ticker finden Sie online.

Text: Kira Hibbeln

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.