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Wirtschaft

Tiefbauamt und Dokom21 treiben Glasfaserausbau mit neuartiger Verlegetechnik voran

Nachricht vom 11.11.2021

Der Breitbandausbau für schnelleres Internet kommt voran: In Dortmund Syburg werden Leerrohre mit alternativen Verlegetechniken für Glasfaserkabel verlegt. Dabei kommen zwei verschiedene Verfahren zum Einsatz: das Trenching und Pflügen.

DOKOM forciert Glasfaserausbau im Wannebachtal im Dortmunder Süden

Dokom21 forciert Glasfaserausbau im Wannebachtal im Dortmunder Süden.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Angela Seger

Im Auftrag der Wirtschaftsförderung erfolgt durch Dokom21 mit dem von ihr eingesetzten Dienstleister Haus12 West aktuell die Umsetzung des Ausbaus. Für das Wannebachtal wurden das sogenannte Trenching-Verfahren sowie ein Pflügen der Leitungen ins seitliche Bankett gewählt. Der Bereich, in dem die Wannebachstraße den Bach überquert, wird mithilfe des Horizontal-Spülbohrverfahrens überbrückt. Die Spülbohranlage bohrt einen dünnen unterirdischen Kanal und zieht im Rückzug ein oder mehrere Leerrohre ein.

"Trenching" im Wannebachtal soll als Pilotprojekt für den Bund dienen

In den letzten Jahren hat es eine ständige Weiterentwicklung innovativer Verlege-Methoden im Bereich des derzeit forcierten Breitbandausbaus gegeben. Zur besseren Entscheidungsfindung, welche Methoden wo am besten eingesetzt werden können und vor allem mit welchen technischen Randbedingungen und normierten Vorgaben, werden derzeit seitens DIN und der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen Regelwerke erstellt, um den Telekommunikationsunternehmen, den Tiefbauunternehmen und Straßenbauämtern entsprechendes "Handwerkszeug" für die Planung, Genehmigung und den Bau an die Hand zu geben. Die Erkenntnisse bei diesem Projekt erhalten Einzug in die neuen Regelwerke.

Gerade die Bauweise Trenching ist bei Straßenbaulastträger nicht gerne gesehen. Das Projekt in Dortmund soll für mehr Akzeptanz sorgen und die Bauweise eben auch fachlich absichern (durch das Erstellen der Regelwerke). Es werden Kriterien für eine DIN-Norm zusammengestellt: Wie verhält sich der Füllbaustoff und der Verschluss, wie haben sich die Materialien im Laufe der Zeit verteilt. "Das Entscheidende ist die Verdichtung", so Christian Gauger von Haus12 West.

Waldnähe und guter Asphalt sind beste Voraussetzungen für Testverfahren

In Syburg wurde deswegen das sogenannte Trenching-Verfahren vorgestellt und eingesetzt. Bei diesem Verfahren wird ein schmaler Schlitz in die Oberfläche gefräst. Anschließend werden die Kabel verlegt, die dann mit Isolierrohren vor äußeren Einflüssen bis zur Asphaltierung geschützt werden. "Das Isolierrohr wird bei uns auch Schwimmnudel genannt, weil es eben aussieht wie eine Schwimmnudel", ergänzt Ralf Zeiler, Bereichsleiter Technische Dienste Straße beim Tiefbauamt Dortmund.

Die Wannestraße hat die richtigen Voraussetzungen, um dieses Verfahren anzuwenden. "Zunächst einmal ist es schwierig, in einer bewaldeten Gegend, die hier auch noch als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, eine umweltfreundliche und -schonende Verlegetechnik einzusetzen. Das Trenching kann man hier besonders gut einsetzen: Der Baumbestand links und rechts würde sonst Nerven, Zeit und am Ende Geld kosten. Dann ist der Straßenbelag hier weder rissig noch hat er Schlaglöcher. Das ist wichtig, damit es nach dem Verfüllen der Verfüllmasse keine Probleme mit dem übrigen Belag gibt. Normalerweise wird mit Beton verfüllt, der hauptsächlich aus Zement besteht. Das ist aber für Nacharbeiten aufgrund der Härte eher ungeeignet. Wir verfüllen mit den sogenannten Trommelwagen Flüssigboden. Dieser besteht hauptsächlich aus Wasser und Polymere, ist also wesentlich flexibler", erläutert Christian Gauger weiter.

Die Erfahrungen, die im Wannebachtal gemacht werden, sollen zu einer Normierung des Verfahrens Trenching führen. Zudem sollen die gewonnenen Erkenntnisse dem weiteren noch anstehenden umfangreichen Breitbandausbau in der Stadt dienen. Sie sollen dabei helfen, den Ausbau möglichst schnell und "minimalinvasiv" mit dem jeweils passgenauen Verfahren zu realisieren.

Mit einem Asphaltfräser wird ein Schlitz in den Boden gefräst, um dort später die in Mikrorohre verpackte Glasfaser zu verlegen.

Mit einem Asphaltfräser wird ein Schlitz in den Boden gefräst, um dort später die in Mikrorohre verpackte Glasfaser zu verlegen.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Roland Gorecki

Breitbandausbau treibt innovative Verlegetechniken an

Der Vorteil beim Trenching ist die Schnelligkeit: Insgesamt viermal schneller ist man mit dieser Verlegetechnik als im Vergleich zu traditionellen Bauweise Ausschachtung. "Trenching ist kein normales Regelverfahren, das macht es so spannend", erklärt Silvia Uehlendahl vom Tiefbauamt Dortmund. "Es ist ein schnelleres Verfahren und damit auch ein kostengünstiger Bau. Wir wollen mitgestalten an einer Bauweise, die den Straßenbau vorantreiben kann."

Allerdings relativiert sich das innerstädtisch schnell, da in bebauten Gebieten in den Wegen und Straßen ein hohe dichte an Leitungen vorhanden ist.

An solchen Orten führt kein Weg an der klassischen offenen Grabenbauweise vorbei, um andere Leitungen nicht zu beschädigen. "Trenching kann man schlecht in der Stadt anwenden, da dort viel mehr Kabel im Untergrund verlegt wurde, und es dadurch schwieriger ist, eine passende Stelle zum Öffnen der Straßenoberfläche zu finden", erklärt Christian Gauger. "Da kannst du nicht einfach irgendwo mittendrin ein Schlitz in die Oberfläche fräsen. Meist ist der Belag auch noch brüchig, was schlecht für den Verfüllstoff ist."

Beim Pflügverfahren wird ein Pflug mit Hilfe einer Zugmaschine durch das Erdreich gezogen. Im gleichen Arbeitsgang erfolgt die Verlegung der Mikrorohre. Im Anschluss wird der Schlitz mit entsprechendem Material ordentlich verfüllt. Der Vorteil dieses Verfahrens ist ebenfalls die hohe Verlegeleistung. Dieses Verfahren ist allerdings lediglich auf nicht versiegelten Flächen, also im Seitenbereich der Fahrbahn einsetzbar, wie z.B. bei ortsteilverbindenden ländlichen Straßen in Dortmund.

Maßnahmen werden vom Bund begleitet

Das Gigabit-Büro des Bundes wird die Maßnahme mit einem Kamerateam begleiten. Auch Interviews und die Aufzeichnung einer Fachveranstaltung gehören mit dazu. Der Film wird im Anschluss auf der Homepage des BMVI als Best-Practice-Beispiel verlinkt sein. Neben den Aktivitäten in Dortmund werden auch Maßnahmen in der Stadt Dresden begleitet.

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Immer mit im Blick: "Dortmund wird einfacher". Das ist eines der neun Stadtziele und beinhaltet die Handlungsfelder Digitale Verwaltung, Smart City und Digitale Infrastruktur. Diese sollen die Stadt Dortmund sowohl verwaltungsintern als auch bezogen auf die Gesamtstadt fit und zukunftsfähig machen für das digitale Zeitalter.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.