Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Coronavirus

Stadt ruft neue Impfkampagne für mehr Erstimpfungen ins Leben

Nachricht vom 29.11.2021

Die Impfquote soll steigen, deshalb geht in Dortmund eine neue Impfkampagne an den Start. Die Hoffnung: Bisher ungeimpfte Menschen entscheiden sich doch noch für eine Impfung. Indes steigt die Nachfrage nach Boosterimpfungen - die Stadt erhöht ihre Impfkapazitäten in der City.

Stadt Dortmund baut Impfstraßen aus - und hofft auf höhere Impfquote Quelle: YouTube

Ab Mittwoch, 1. Dezember, werden in der Stadt Dortmund neue Plakate zu sehen sein. "Deine Impfung hält zusammen" heißt es darauf etwa - und soll bei bisher ungeimpften Personen dafür werben, die Coronavirusimpfung doch noch wahrzunehmen. Auch in den sozialen Medien wird die Kampagne laufen und unter dem Hashtag #DeineImpfungzählt mehr Öffentlichkeit schaffen.

"Zur Impfung gibt es keine sinnvolle Alternative", sagte Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner am Dienstag, 30. November, nach einer Sitzung des Verwaltungsvorstands. Ihr dringlicher Hinweis: "Wir müssen die Impfquote weiter nach oben bekommen." Die neue Kampagne solle die bisherigen Anstrengungen ergänzen und das Thema bei den Bürger*innen weiter präsent halten.

Zwölf unterschiedliche Motive werden im Dortmunder Stadtbild präsent sein und zeigen, wie verschiedene Lebensbereiche von der Pandemie betroffen sind. Motive mit Familien, Kindern, Senior*innen, erschöpftem Krankenhauspersonal, leeren Kulturbühnen mit entsprechenden Slogans sollen motivieren, sich impfen zu lassen und somit solidarisch zu sein. Geplant sind bis Ende Dezember unter anderem Anzeigen, ganzflächig plakatierte Litfass-Säulen und die Verteilung von 30.000 CityCards in der Gastronomie und in Kultureinrichtungen.

Impfstraßen in der City werden ausgebaut

Zoerner begrüßte, dass Auffrischungsimpfungen bei den Dortmunder Bürger*innen gefragt seien, doch seien eben auch die Erstimpfungen wichtig. "Wir konzentrieren uns mit unseren Kapazitäten jetzt auf die Innenstadt", erläuterte sie. Konkret werden in der Berswordt-Halle in den kommenden Tagen die Impfstraßen ausgebaut, gleiches gilt für die Thier-Galerie.

An der Hansastraße wird der Impfbus in dieser Woche durch ein beheiztes Zelt ersetzt. "Das Zelt an der Weihnachtsstadt wird sechs Impfstraßen haben, dort wird von montags bis samstags geimpft. Zu den zwei bereits existierenden Impfstraßen in der Thier-Galerie kommen drei weitere hinzu", so Zoerner.

BioNTech geht an Personen unter 30

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Frank Renken, ergänzte: Pro Impfstraße seien praktisch 150 bis 200 Impfungen am Tag zu schaffen. Das bedeute über 2.000 Impfungen pro Tag und sei deutlich mehr, als von Kommunen mit einer Größe wie Dortmund gefordert werde. "Zum Impfstoff muss ich sagen: Es kann nur das verimpft werden, was wir haben."

So wird beispielsweise der BioNTech-Impfstoff von städtischer Seite nur in der Berswordt-Halle ausgegeben, und die Bestände gehen an jüngere Menschen unter 30 - um die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu erfüllen. "Dass der Bund BioNTech gekürzt hat, macht es für niemanden einfacher, weder für uns als Stadt noch für die KVWL", kritisierte Zoerner.

Dr Renken und Fr Zoerner zeigen Plakate der neuen Impfkampagne

Mehr Aufmerksamkeit schaffen: Dr. Renken und Birgit Zoerner stellen die neue Impfkampagne vor
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Anja Kador

Stadt bereitet Impfungen von Kindern vor

Die STIKO hat sich bislang noch nicht zu Impfungen von Kindern geäußert. Doch auch hier bereite sich die Stadt Dortmund vor, sagte die Gesundheitsdezernentin. "Ab 20. Dezember soll Kinderimpfstoff zur Verfügung stehen und das Land NRW hat die Kommunen aufgefordert, sich auf Impfungen von 20 Prozent der dort lebenden Kinder einzustellen." Für Dortmund seien das 7.500 Kinder. "Wie viele Eltern zu einem städtischen Impfangebot fahren werden, ist schwer abzusehen", sagte sie. Viele würden sicherlich auf das niedergelassene System mit Kinder- und Jugend- sowie Hausärzt*innen zurückgreifen.

Gesundheitsamtschef Renken zeigte sich besorgt über das Infektionsgeschehen in den jüngeren Altersklassen. Die Inzidenz bei den 6- bis 10-Jährigen in Dortmund liege bei über 660, bei den bis 16-Jährigen stehe sie ebenfalls bei über 500. Erfreulich sei dagegen, dass die Inzidenz bei den Ü80-Jährigen zurückgegangen sei. Ob Booster dafür der Grund seien, könne er noch nicht sagen.

An mehr als 60 Schulen in Dortmund seien derzeit Corona-Infektionen aufgetaucht, überwiegend seien es ein bis zwei Fälle pro Schule. Dem Gesundheitsamt sei eine Schulschließung bekannt.

Für die Krankenhäuser meldete Renken derweil keine Entspannung: Die Intensivbetten seien gleichbleibend ausgelastet - was auch an dem relativ höheren Anteil jüngerer Patient*innen liege. "Wenn junge Patient*innen einen schweren Verlauf haben, bleiben sie üblicherweise mehrere Wochen lang auf der Intensivstation."

Text: Larissa Hinz

Bilderstrecke: Impfkampagne der Stadt Dortmund

Deine Impfung beachtet 11 Bilder
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Mehr dazu

Weitere Informationen zum Coronavirus sowie unseren tagesaktuellen Live-Ticker finden Sie online.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.